Literatur Live
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16.2.2005
Wilhelm Genazino: "Liebesblödigkeit"
Hanser Verlag
Rezensent: Helmut Böttiger

Mit dem Roman "Die Liebesblödigkeit" nimmt der diesjährige Büchnerpreisträger Wilhelm Genazino noch einmal eine neue Wendung. Der Held ist gleichzeitig mit zwei Frauen liiert, die aber voneinander nichts wissen. Das hat überhaupt nichts mit Frivolität zu tun, sondern ist nur eine andere Form für das Ungenügen am Dasein, das dieser Autor schon immer virtuos beschrieben hat.

Die Katastrophe ist unausweichlich, auch wenn der Held ständig darüber nachdenkt, von welcher der beiden Frauen er sich trennen sollte. Von Beruf ist er "freischaffender Apokalyptiker" - er hält Wochenendseminare darüber, dass das Leben nicht auszuhalten ist. Aber indem er dies ausspricht, findet er doch wieder einen gewissen Halt. Und das ist auch das Geheimnis dieses Romans.

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