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21.2.2005
Jorge Semprun "Zwanzig Jahre und ein Tag"
Verlag: Suhrkamp
Rezensent: Uwe Stolzmann

Jorge Semprún (geboren 1923 in Madrid) hat den Kampf gegen die Franco-Diktatur in vorderster Linie miterlebt: In den Fünfzigern koordinierte er als hochrangiger Funktionär der spanischen KP den Widerstand gegen das Regime von Paris aus; dann ging er für fünf Jahre nach Spanien in den Untergrund.

Seit dem Parteiausschluss 1964 (wegen Abweichung von der "Linie") widmet er sich der schriftstellerischen Arbeit. Mit Büchern über seine Haftzeit im KZ Buchenwald ("Die große Reise", "Der Tote mit meinem Namen" u.a.) erwarb sich Jorge Semprún großes Ansehen. Nun hat der in Frankreich lebende und meist französisch schreibende Kosmopolit die jüngere Geschichte seiner Heimat zum Gegenstand eines Romans gemacht.

Toledo im Sommer 1956: Ein US-amerikanischer Historiker besucht ein Landgut in der Provinz. Der Fremde kommt, um in Francos Reich ein archaisches, aus der Ära des Bürgerkriegs stammendes Ritual zu sehen. Er wird Zeuge eines Ausbruchs von Gewalt und Leidenschaft... "Die Spanier werden froh sein, dass Semprún eines seiner besten Werke in ihrer Sprache geschrieben hat", urteilte Walter Haubrich in der FAZ.
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