Literatur Live
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23.2.2005
Zbigniew Kruszynski "Zu Lande und zur See"
Verlag: DVA
Rezensent: Martin Sander

Ein selbsternannter Wächter verfolgt die Parksünder seiner Stadt und entpuppt sich so als sehnsüchtiger Anhänger einer Ordnung, die umso rascher zerfällt, je entschiedener man sie zu erhalten wünscht. Die überwachten "Sünder" sind wiederum erfolglos damit beschäftigt, die Bedingungen zu erfüllen, die die bürgerliche Lebensform stellt: einen Einschreibe-Brief im Postamt abholen, schnell noch eine Flasche Wein für die immer wieder verschobene Abendparty besorgen.

Es geht um Beschäftigungen, die jeden Rahmen sprengen, wenn man sie nur genau genug beobachtet. In der Prosa von Zbigniew Kruszynski werden die belanglosen Dinge des Alltags zum zentralen Thema und regieren schließlich den absurden Kosmos der zeitgenössischen Gesellschaft.

Zbigniew Kruszynski, geboren 1957 in Radom, lebt heute in Schweden. Er gilt neben Olga Tokarczuk und Andrzej Stasiuk als einer der bedeutendsten polnischen Erzähler seiner Generation.
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