Literatur Live
Archiv | Literatur Live | Montag bis Freitag • 15:10
24.2.2005
Paul Nizan "Das Leben des Antoine B."
Verlag: Dumont
Rezensent: Bruno Preisendörfer
Unter Paul Nizans Romanen ist der 1933 erschienene "Antoine Bloyé", wie der französische Originaltitel lautet, der bedeutendste. Es wird die Geschichte eines Jungen aus so genannten "kleinen Verhältnissen" erzählt, der die Klasse seiner Herkunft verlässt und es "zu etwas bringt", sich selbst aber dabei verliert.
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23.2.2005
Zbigniew Kruszynski "Zu Lande und zur See"
Verlag: DVA
Rezensent: Martin Sander
Ein selbsternannter Wächter verfolgt die Parksünder seiner Stadt und entpuppt sich so als sehnsüchtiger Anhänger einer Ordnung, die umso rascher zerfällt, je entschiedener man sie zu erhalten wünscht. Die überwachten "Sünder" sind wiederum erfolglos damit beschäftigt, die Bedingungen zu erfüllen, die die bürgerliche Lebensform stellt: einen Einschreibe-Brief im Postamt abholen, schnell noch eine Flasche Wein für die immer wieder verschobene Abendparty besorgen.
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22.2.2005
Pierre Péju "Die kleine Kartäuserin"
Verlag: Piper
Rezensentin: Katharina Döbler
Der riesenhafte und lesesüchtige Buchhändler Vollard hat keine Beziehung zu Menschen, nur zu Büchern. Und die Nähe zu dem traumatisierten Kind, das er überfahren hat, zeigt ihn in seiner ganzen Hilflosigkeit. In feinen und abgründigen Sätzen, unterstützt von zahlreichen Zitaten aus der Weltliteratur, beschreibt Péju in seinem Erstlingsroman das Leben als Trauma und die Literatur als düsteren Wahn.
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21.2.2005
Jorge Semprun "Zwanzig Jahre und ein Tag"
Verlag: Suhrkamp
Rezensent: Uwe Stolzmann
Toledo im Sommer 1956: Ein US-amerikanischer Historiker besucht ein Landgut in der Provinz. Der Fremde kommt, um in Francos Reich ein archaisches, aus der Ära des Bürgerkriegs stammendes Ritual zu sehen. Er wird Zeuge eines Ausbruchs von Gewalt und Leidenschaft...
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16.2.2005
Wilhelm Genazino: "Liebesblödigkeit"
Hanser Verlag
Rezensent: Helmut Böttiger
Mit dem Roman "Die Liebesblödigkeit" nimmt der diesjährige Büchnerpreisträger Wilhelm Genazino noch einmal eine neue Wendung. Der Held ist gleichzeitig mit zwei Frauen liiert, die aber voneinander nichts wissen. Die Katastrophe ist unausweichlich, auch wenn der Held ständig darüber nachdenkt, von welcher der beiden Frauen er sich trennen sollte.
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14.2.2005
Antonio Muńoz Molina: "Sepharad"
Rowohlt Verlag
Rezensent: Uwe Stolzmann
"Sepharad", das westliche Ende der alttestamentarischen Welt, bot Juden nach der Vertreibung aus dem Heiligen Land Asyl. Bei Antonio Muñoz Molina wird dieses Sepharad Metapher: für den erträumten Zufluchtsort so vieler Vertriebener des 20. Jahrhunderts. In einem Mosaik aus Geschichten, Episoden und Reflexionen umkreist der Spanier die Themen Flucht, Exil, Reisen, Deportation.
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10.2.2005
Monika Maron: "Wie ich ein Buch nicht schreiben kann und es trotzdem versuche"
S. Fischer
Rezensentin: Edelgard Abenstein
Sie hat sieben, durchweg auflagenstarke Romane geschrieben, zahlreiche, auch umstrittene Essays und Artikel verfasst. Monika Maron zählt zu den erfolgreichen Schriftstellerinnen der deutschen Gegenwartsliteratur.
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9.2.2005
William Boyd: "Eines Menschen Herz"
Hanser
Rezensent: Joachim Scholl
Logan Montstuart ist Schriftsteller, Kunsthändler, Spion und Liebhaber schöner Frauen. Mit Anfang zwanzig tritt er seinen Siegeszug durch die Welt der Berühmtheiten an: Er trifft Virginia Woolf und Evelyn Waugh, lernt Hemingway und Picasso kennen, für James Bond-Erfinder Ian Fleming arbeitet er als Agent.
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8.2.2005
Sudhir Kakar: "Die Frau, die Ghandi liebte"
C.H.Beck
Rezensentin: Claudia Kramatschek
Am 25. Oktober 1925 bricht eine 33-jährige Engländerin - Madeline Slade - mit dem Schiff von Marseille nach Indien auf. Dort wird sie für die nächsten 17 Jahre in jenem Ashram leben, den Mahatma Gandhi in Ahmedabad sechs Jahre zuvor gegründet hatte, um hier vorzuleben, was er unter "swaraj", dem Kampf um Selbstbestimmung und damit die indische Unabhängigkeit, verstand.
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7.2.2005
Per Olov Enquist: "Das Buch von Blanche und Marie"
Hanser
Rezensentin: Gertrud Lehnert
Per Olov Enquists neuer Roman ist ein kurzes aber intensives Buch über Liebe, Krankheit und Wissenschaft. Was sich wie eine merkwürdige Zusammenstellung von Themen anhört, gewinnt seine Evidenz im Erzählen.
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