Literatur Live
Archiv | Literatur Live | Montag bis Freitag • 15:10
12.10.2004
Jürgen Lottmann: Die Jugend von heute
Kiepenheuer & Witsch
Rezensent: Wolfgang Schneider
Kein Zweifel, über weite Strecken ist dieses Buch - wie schon Lottmans Roman "Deutsche Einheit" - eine ziemlich verquasselte Angelegenheit, ganz so wie "die Jugend von heute" anscheinend. Aber Lottmanns ironische Wirklichkeitssimulationen machen einfach Spaß, die sich lesen wie gewitzte Feldforschungen mitten aus unserer Gegenwart.
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11.10.2004
Thomas Brussig: Wie es leuchtet
S. Fischer
Rezensent: Jörg Magenau
Wenn ein Roman eine Kiste ist, in die man alle möglichen und unmöglichen Geschichten hineinpacken kann, dann ist Thomas Brussigs "Wie es leuchtet" ein großer Roman. Er beschreibt die Wendezeit in grellen Szenerien und mit einem burlesken Personal. Runde Tische, Bürgerrechtler und Demonstrationen werden vom Zentrum an den Rand der Aufmerksamkeit verlagert.
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8.10.2004
Ford Madox Ford: "Keine Paraden mehr"
Eichborn Verlag
Rezensent: Rainer Moritz
Die (Wieder-)Entdeckung des englischen Erzählers und Essayisten Ford Madox Ford (1873 - 1939) geht weiter. "Keine Paraden mehr" schließt an "Manche tun es nicht" an, an die Geschichte des Engländers Christopher Tietjens, der vor den Konflikten mit seiner untreuen Ehefrau Sylvia in die Schützengräben Frankreichs flieht - ohne dort freilich vor deren Verleumdungen sicher zu sein.
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7.10.2004
Irina Liebmann: "Die freien Frauen"
Berlin Verlag
Rezensentin: Iris Radisch
In dem ersten Roman der 1943 in Moskau geborenen Autorin Irina Liebmann droht der weiblichen Hauptfigur ihr erwachsener Sohn abhanden zu kommen, der sich allem verweigert, auch ihr selbst. Um ihn nicht zu verlieren, unterzieht sie sich einer Hypnose - und erfährt Dinge, die ihr bislang verborgen waren. Heraus kommt ein Stück romantisch-fantastischer Prosa.
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6.10.2004
Toni Morrison: "Liebe"
Rowohlt Verlag
Rezensentin: Sigrid Löffler
"Liebe" ist der vierte Roman der Nobelpreisträgerin Toni Morrison über die Art, wie Frauen lieben. Der Mann, den alle Frauen lieben, ist das magische leere Zentrum des Buches: Bill Cosey, der Unternehmer und schwarze Patriarch, ist zwar seit 20 Jahren tot, aber immer noch dreht sich alles um ihn, den erotischen Bezugspunkt, den machtvollen Beherrscher der Herzen und Sinne der überlebenden Frauen.
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5.10.2004
Bodo Kirchhoff: "Wo das Meer beginnt"
FVA
Rezensentin: Edelgard Abenstein
Seit seinem Erfolgsroman "Infanta" haben es die einsamen alten Männer dem Autor Bodo Kirchhoff angetan. Sie haben das Meiste erlebt und wissen so viel über die Liebe, dass sie bestens als kühle Chronisten und als leidenschaftliche Wahrheitssucher taugen. In "Wo das Meer beginnt" ist es ein betagter Lehrer, der die Geschichte um die Amour fou eines ehemaligen Schülers zu ergründen sucht.
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4.10.2004
Matt Ruff: "Ich und die anderen"
Hanser Verlag
Rezensent: Joachim Scholl
Schon sein erster Roman "Fool on the Hill" machte ihn weltberühmt. Seinen Ruf als Kult-Autor unterstrich Matt Ruff mit der ebenfalls gefeierten "G.A.S.-Trilogie der Stadtwerke". Nach diesen humoristischen SciFi-Fantasy-Bestsellern hat der 1965 geborene Autor nunmehr die Psychoanalyse entdeckt.
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1.10.2004
Chang-rae Lee: "Turbulenzen"
Kiepenheuer & Witsch
Rezensent: Tobias Rapp
Zu Hause ist da, wo man auch dann noch geliebt wird, wenn man sich überall unmöglich gemacht hat. Dies ist das heimliche Thema all der großen amerikanischen Familienromane, die in den vergangenen Jahren auf Deutsch erschienen sind. Auch "Turbulenzen", der dritte Roman des bereits mehrfach ausgezeichneten Autors Chang-rae Lee, der als Kind mit seinen Eltern aus Korea in die USA kam, macht da keine Ausnahme - und gibt dem Thema doch noch einen besonderen Dreh.
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29.9.2004
Najem Wali: "Die Reise nach Tell al-Lahm"
Hanser Verlag
Rezensent: Frank Meyer
Als Najem von der kuwaitischen Front nach Hause zurückkehrt, empfängt ihn seine Nachbarin mit der Nachricht, seine Frau sei mit ihrem Mann durchgebrannt. Sie verführt ihn zu einer gemeinsamen Reise quer durch den Irak bis in die geisterhafte Stadt Tell al-Lahm.
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28.9.2004
Véronique Olmi: "Eine so schöne Zukunft"
Antje Kunstmann Verlag
Rezensentin: Katharina Döbler
Mit diesem ihrem dritten Roman reiht sich die Dramatikerin Véronique Olmi endgültig unter die französischen Erzählerinnen der Gegenwart ein, die weibliche Lebensrealität sehr explizit zum Thema machen. Mit dem sicheren Gespür der Dramatikerin lässt Olmi ihre Hauptfiguren mit ihren Gefühlen und Verirrungen aufeinander los.
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