Literatur Live
Archiv | Literatur Live | Montag bis Freitag • 15:10
10.9.2004
Rolf Dobelli "Und was machen Sie beruflich"
Verlag: Diogenes
Rezensent: Thomas Askan Vierich
Auch die Schweiz hat die Rezession erfasst. Ihr zum Opfer fällt Gehrer, knapp 40, Marketingchef einer internationalen Firma. Die Fallhöhe ist groß. Vor allem weil die Ehefrau gerade gnadenlos Karriere macht. Dobellis Nachfolgeroman seines zu recht gerühmten Erstlings "Fünfunddreißig" (2003) erzählt witzig und lakonisch vom tiefen Fall eines Erfolgsmanagers.
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9.9.2004
"Briefe einer Freundschaft" – Ingeborg Bachmann-Hans Werner Henze
Verlag: Piper
Rezensentin: Carola Wiemers
Die Begegnung des Musikers und der Literatin 1952 in der Gruppe 47 führt zu einer lebenslangen "Freundschaft", die nun erstmals anhand des Briefwechsels aus erster Hand nachzulesen ist. Hans Höller, der sich nicht nur mit der Darstellung des Gesamtwerks Bachmanns beschäftigte, sondern 1998 auch "unveröffentlichte Gedichte, Entwürfe und Fassungen" herausgab, verantwortet auch diese äußerst präzis edierte Ausgabe.
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8.9.2004
Pascal Mercier: "Nachtzug nach Lissabon"
Verlag Hanser
Rezensentin: Maike Albath
Der Autor, 1944 in Bern geboren, lebte heute in Berlin. Jetzt legt er seinen dritten Roman vor. Es ist eine Geschichte voller Geheimnisse über einen Mann, der aus seinem Leben ausbricht und sich in Lissabon auf die Suche nach einem rätselhaften Arzt und Schriftsteller begibt.
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7.9.2004
Burkhard Spinnen: "Der Reservetorwart"
Verlag: Schöffling
Rezensent: Frank Meyer
In Burkhard Spinnens Geschichten-Band "Der Reservetorwart" geht es um Fußballprofis in der zweiten Reihe, um einen verheirateten Mann, der einen Ehebruch wenigstens simulieren will, oder um einen Tyrannenmörder, für den sich partout kein passendes Opfer einstellen will. Alle diese Männer hatten sich mit der Mittelmäßigkeit ihres Lebens abgefunden, bis eine kleine Lüge oder eine leise Erschütterung sie aus der Bahn wirft, bis sie erfahren: selbst in der friedlichen Bundesrepublik kann die Geborgenheit jäh enden.
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6.9.2004
Peter Carey: "Mein Leben als Fälschung"
Verlag: S. Fischer
Rezensent: Johannes Kaiser
Peter Carey hat schon immer gerne mit der Fiktion der Literatur gespielt. Wie in einem Bild von M.C. Escher weiß man nie, wann die erfundenen Leben in die wahren übergehen, wann sich die Erfinder selbst erfinden. Wenn ein Lügner lügt, spricht er dann die Wahrheit? In der Literatur, so scheint uns Carey sagen zu wollen, ist alles erlaubt und möglich. Sein Roman ist ein amüsanter Beweis für diese These.
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3.9.2004
Barbara Honigmann: "Ein Kapitel aus meinem Leben"
Hanser Verlag
Rezensent: Helmut Böttiger
Barbara Honigmann, deren Eltern aus dem Exil nach dem Zweiten Weltkrieg nach Ostberlin zogen, erzählt in diesem Buch eine Geschichte über ihre Mutter, die mit dem berühmten "Meisterspion" Kim Philby verheiratet war, der in England als sowjetischer Agent arbeitete und dann in die Sowjetunion flüchtete.
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2.9.2004
Magnus Mills: "Zum König!"
Suhrkamp Verlag
Rezenzent: Wolfgang Schneider
Nach seinem gefeierten Debüt "Die Herren der Zäune", das von keinem Geringeren als Thomas Pynchon gepriesen wurde, und dem zweiten Buch "Indien kann warten" liegt jetzt der dritte Roman des britischen Autors in deutscher Übersetzung vor. In "Zum König!" erzählt er in karger Sprache von einem Eremiten, der sich in einem Blechhaus auf winddurchpfiffener, sandiger Hochebene eingerichtet hat.
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1.9.2004
Ralph Rothmann: "Junges Licht"
Suhrkamp Verlag
Rezensentin: Ursula März
Wer das Werk des 51-jährigen Schriftstellers Ralf Rothmann auch nur aus Klappentexten kennt, wird schon aus den ersten Zeilen seines neuen Romans "Junges Licht" erkennen, dass Rothmann hier noch einmal in die literarische Heimat seiner Ruhrpott-Trilogie zurückgekehrt ist, die auch seine persönliche Heimat ist: in die Welt des Bergbaus, in das Milieu der Bergbauarbeiter in den späten 50er und frühen 60er Jahren.
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31.8.2004
Barbara Frischmut: "Der Sommer, in dem Anna verschwunden war"
Aufbau-Verlag
Rezensentin: Dunja Welke
In ihrem neuen Roman erzählt die österreichische Schriftstellerin Barbara Frischmuth ein weiteres Mal von einer starken Frau. Die Mittdreißigerin Anna gab aus Liebe zu einem politisch verfolgten Türken ihr Orientalistik-Studium auf und kehrte in die Stadt ihrer Kindheit zurück. Plötzlich verschwindet Anna . Ist sie auf der Suche nach einem neuen Leben oder ist ihr etwas zugestoßen?
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30.8.2004
Yoko Tawada: "Das nackte Auge"
Konkursbuch Verlag
Rezensent: Marko Martin
Eine neue Erzählung, "Das tote Auge", ist aus der Feder Yoko Tawadas erschienen. Die Formulierung meint genau dies: Federleicht und doch bestechend genau, wenn auch um einige Grade surrealistisch ver-rückt, wird hier die Geschichte einer jungen Vietnamesin erzählt, die es in den achtziger Jahren zuerst nach Ostberlin und dann via Bundesrepublik nach Paris verschlägt.
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