Literatur Live
Archiv | Literatur Live | Montag bis Freitag • 15:10
13.8.2004
Witold Gombrowicz: "Pornographie"
Hanser Verlag
Rezensent: Wolfgang Schneider
Mit Bruno Schulz und Stanislaw Witkiewicz gehört Witold Gombrowicz zum Dreigestirn der polnischen Avantgarde. Zum 100. Geburtstag des Autors legt der Hanser Verlag dessen raffinierten Roman "Pornographie" aus dem Jahr 1960 in einer Neuausgabe vor.
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12.8.2004
Lojze Kovacic: "Die Zugereisten"
Drava-Verlag
Rezensent: Uwe Stolzmann
In "Die Zugereisten" protokolliert Lojze Kovačič - in atemlosem Stakkato - die Irrfahrt eines Kindes, den Untergang einer Familie und den Zerfall jeder Ordnung im Krieg. Sloweniens Literaturkritik kürte die Trilogie vor kurzem zum "Roman des 20. Jahrhunderts". Die Übersetzung des ersten Bandes ins Deutsche hat der Autor gerade noch erlebt: Er starb am 1. Mai in Ljubljana.
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11.8.2004
Andre Dubus III: "Der letzte Tanz"
C.H.Beck
Rezensent: Lutz Bunk
Andre Dubus III ist wie kaum ein Zweiter ein Meister der präzisen Beobachtung und erinnert damit an Hemingway. Seine lakonischen Beschreibungen lösen beim Leser ein reflexhaftes Herzrasen aus. In der - in den USA bereits 1989 veröffentlichten - Kurzgeschichtensammlung beschreibt Dubus jenen archetypischen amerikanischen Helden, der immer wieder zum Verlierer verdammt zu sein scheint und doch auch ein verlorener Held sein könnte.
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10.8.2004
Dagmar Leupold: "Nach den Kriegen"
C.H. Beck
Rezensent: Jörg Magenau
An Büchern über Väter und ihre Rolle während der Zeit des Nationalsozialismus besteht derzeit kein Mangel. Mit der zunehmenden historischen Distanz ändert sich auch die literarische Perspektive. Die Journalistin Wiebke Bruhns hat im Vorjahr den Bestseller zu diesem Thema geschrieben. Jetzt legt auch die Schriftstellerin Dagmar Leupold eine Recherche in eigener Familiensache vor, die durch den Tod des Vaters ausgelöst wurde.
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9.8.2004
Nicholson Baker: "Checkpoint"
Rowohlt Verlag
Rezensent: Gustav Seibt
Zwei alte Freunde treffen sich nach langer Zeit in einem Hotelzimmer in Washington. Dabei offenbart der eine dem anderen, dass er vorhat, den Präsidenten zu ermorden und dies gerne erklären bzw. zu Protokoll geben möchte. Das neue Buch des amerikanischen Autors Nicholson Baker war als Überraschungscoup geplant und sollte erst zum Parteitag der Republikaner erscheinen. Doch dann druckte die Washington Post Anfang Juli Ausschnitte daraus und löste einen Skandal aus.
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6.8.2004
Peter Handke: "Don Juan (erzählt von ihm selbst)"
Suhrkamp Verlag
Rezensent: Michael Opitz
Peter Handke hat nicht einfach nur ein Buch über Don Juan geschrieben, sondern er betont bereits im Titel, dass diese Geschichte auch von dem als Frauenheld hinlänglich Bekannten selbst erzählt wird. Doch Don Juan ist ein anderer - erfahren wir, und während die eine, eigentlich bekannte Figur immer mehr verblasst, nimmt die andere immer deutlichere Konturen an.
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5.8.2004
Markus Werner: "Am Hang"
S. Fischer
Rezensent: Jörg Plath
Zwei Fremde teilen sich einen Tisch in einem Tessiner Hotelrestaurant. Sie essen zu Abend und unterhalten sich erst zögerlich, dann angeregt bis spät in die Nacht. Am nächsten Abend setzen Thomas Loos, ein gut 50-jähriger Gegenwartsverächter, und Thomas Clarin, Hedonist und Frauenverführer Mitte Dreißig, das kontroverse Gespräch fort und verabreden sich auch für den dritten Tag. Doch Loos taucht nicht auf, er ist spurlos verschwunden.
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4.8.2004
Julián Ayesta: "Helena oder der Sommer des Meeres"
C.H. Beck
Rezensentin: Edelgard Abenstein
Das Buch, bereits 1952 erschienen, ist das einzige längere Prosawerk des Diplomaten und Theaterautors Julián Ayesta und gehört laut "El País" auch heute noch zu den "zehn wichtigsten Büchern spanischer Prosa im 20. Jahrhundert". Der erinnernde Rückblick beschwört eine Welt sinnlicher Impressionen herauf, Episoden eines besonnten Alltags, die ein Junge am Vorabend des Krieges während eines unbeschwerten Sommers erlebt.
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3.8.2004
Sahar Khalifa: "Die Verheißung"
Unionsverlag
Rezensent: Carsten Hueck
Sahar Khalifa, 1941 in Nablus geboren, ist eine der wichtigsten Vertreterinnen arabischer Frauenliteratur. In ihrem neuen Roman "Die Verheißung" kehrt Ibrahim, ein erfolgreicher Geschäftsmann, aus dem Exil nach Jerusalem zurück - an den Ort seiner großen Liebe und seines einstigen Traums, Schriftsteller zu werden.
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2.8.2004
Grazia Deledda: "Marianna Sirca"
Winkler Verlag
Rezensentin: Carolin Fischer
Es ist eine archaische Welt, die Grazia Deledda in ihren Romanen beschreibt: das Leben auf Sardinien an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Ihrer Protagonistin Marianna Sirca verleihen das Erbe eines Onkels, vor allem aber ihr starker Charakter Stolz und Unabhängigkeit, die es ihr ermöglichen, die Liebe eines Banditen zu erwidern. Für ihren ersten Roman wurde sie 1926 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet
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