Literatur Live
Archiv | Literatur Live | Montag bis Freitag • 15:10
16.7.2004
Dezsö Kosztolanyi: "Ein Held seiner Zeit"
Rowohlt Berlin
Rezensentin: Gertrud Lehnert
Die 1933 erschienenen Geschichten um Kornél Esti liegen nun erstmals vollständig in deutscher Übersetzung vor. Was sich wie ein realistischer Roman zu lesen beginnt, entpuppt sich als allegorische, sehr vergnügliche und zugleich gesellschaftskritische Doppelgängergeschichte.
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15.7.2004
Augusten Burroughs: "Krass"
Rowohlt
Rezensent: Kolja Mensing
Augustens Vater trinkt, seine Mutter leidet unter psychotischen Schüben, und wenn die beiden sich nicht gerade anschreien, werfen sie sich John-Updike-Romane an den Kopf und versuchen, sich gegenseitig zu erwürgen. Burroughs, der seit fast einem Jahr die Bestsellerliste der "New York Times" anführt, erzählt seine Kindheit entlang von wahnwitzigen Anekdoten - die sich erst zum Schluss zur eigentlichen Tragödie fügen.
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14.7.2004
Monique Truong: "Das Buch vom Salz"
C.H. Beck
Rezensentin: Claudia Kramatschek
Fünf Jahre hat Binh für die Mesdames gedient; nun steht er mit Alice B. Toklas und Getrude Stein am Bahnhof in Paris und muss sich entscheiden, ob er mit ihnen nach Amerika und damit erneut in die Fremde gehen will. Binh war nicht nur tatsächlich der Koch der beiden berühmten Exzentrikerinnen, sondern ist auch der so eloquente wie melancholische, kenntnisreiche wie nicht ganz zuverlässige Erzähler dieses Romans.
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13.7.2004
William S. Cohen: "Die Verschwörer"
Limes
Rezensent: Tobias Rapp
Was William S. Cohens "Die Verschwörer" von den Dutzenden anderer und ähnlicher Thriller abhebt, ist der Autor. Cohen war Verteidigungsminister unter Bill Clinton. Und das gibt der wilden Mischung des Buchs dann seine eigentliche Würze: Was wäre, wenn es da draußen wirklich so zuginge?
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12.7.2004
Rudy Wiebe: "Wie Pappeln im Wind"
Eichborn Verlag
Rezensent: Joachim Scholl
Der Kanadier Rudy Wiebe gilt als der bedeutendste lebende Schriftsteller seines Landes. Seit dem Roman "Land jenseits der Stimmen" ist der mittlerweile 70-jährige Autor auch in Deutschland einem größeren Leserkreis bekannt geworden. Nun erscheint mit "Wie Pappeln im Wind" erstmals auf deutsch Rudy Wiebes "Klassiker" von 1972, mit dem er den Durchbruch schaffte.
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9.7.2004
Carl-Johan Vallgren: "Geschichte einer ungeheuerlichen Liebe"
Verlag: Insel
Rezensent: Askan Thomas Vierich
Ein missgebildetes Monstrum liebt ein schönes Mädchen, wird von ihm getrennt und tritt auf der Suche nach ihm eine Odyssee durch das Europa des 19. Jahrhunderts an. Er verfügt über die Fähigkeit, die Gedanken seiner Mitmenschen zu lesen, wird in ein Irrenhaus gesperrt, von der Inquisition gejagt, arbeitet in einem Wanderzirkus und hilft einer verrückten Gräfin beim Pokern. Diese Liebesgeschichte zwischen der Schönen und dem Biest ist eine sehr unterhaltsame Feier der Romankunst, die manchmal haarscharf am Melodram entlangschrammt.
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8.7.2004
Michail Sostschenko: "Wie mit Gabeln aufs Wasser geschrieben"
Verlag: persona verlag
Rezensent: Jens Brüning
Michail Sostschenko (1895-1958) gehört zu den meistgelesenen Autoren des zwanzigsten Jahrhunderts. Seine Satiren spießen menschliche Unzulänglichkeiten auf und stellen Bürokraten und die Kleinkariertheit hoher politischer Würdenträger bloß.
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7.7.2004
Carlos Maria Dominguez: "Das Papierhaus"
Verlag: Eichborn
Rezensentin: Maike Albath
Schon Madame Bovary beging den Fehler, ihre Träume aus Büchern zu speisen und den ausgedachten Geschichten allzu viel Glauben zu schenken. Am Ende rächt sich das Leben. Die Gefahren des Lesens sind ein kulturgeschichtlicher Topos, den der argentinische Journalist und Schriftsteller Carlos Maria Dominguez auf schönste variiert. "Das Papierhaus" handelt von Menschen, deren ganze Leidenschaft der Welt der Bücher gehört.
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6.7.2004
Dai Sijie: "Muo und der Pirol im Käfig"
Verlag: Piper
Rezensentin: Katharina Döbler
Der zweite nun ins Deutsche übersetzte Roman des Autors nach dem verfilmten Erfolgsbuch "Balzac und die kleine chinesische Schneiderin" führt uns ins China der Liberalisierung und des Wirtschaftsbooms. Dai Sijie hat hier ein Buch geschrieben, das chinesische Realität abbildet wie eine Landschaft der Träume: voller möglicher Deutungen, schräg, bunt und gefühlvoll.
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5.7.2004
Czeslaw Milosz: "DAS und andere Gedichte"
Verlag: Hanser
Rezensent: Martin Sander
"Es gab wohl keine Obsession und keine törichte Idee meiner Zeit, in die ich mich nicht Hals über Kopf gestürzt hätte", bekennt der polnische Dichter und Nobelpreisträger Czeslaw Milosz im Rückblick. In der Übersetzung von Doreen Daume hat der Hanser Verlag nun eine Auswahl von Miloszs Gedichten aus sechs Jahrzehnten zusammengestellt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem jüngsten Spätwerk.
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