Literatur Live
Archiv | Literatur Live | Montag bis Freitag • 15:10
7.1.2005
Jonathan Lethem: "Die Festung der Einsamkeit"
Tropen
Rezensentin: Antje Ravic Strubel
Der 40-jährige Lethem erzählt die Geschichte der Nachbarjungen Dylan Ebdus und Mingus Rude im Brooklyn der 70er Jahre. Es ist die Zeit vor dem Boom und vor dem großen Crash, es sind die Jahre von Soul und Funk, von Crack und Graffiti. Dylan wächst als einziges weißhäutiges Kind in einer Straße auf, auf der er sich nur mit dem dunkelhäutigen Freund behaupten kann, "sie waren zur Freundschaft verdammt".
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6.1.2005
Anna-Karin Palm: "In die Wüste"
S. Fischer
Rezensentin: Carola Wiemers
Die Erzählungen der schwedischen Autorin Anna-Karin Palm (Jg. 1961) sind zarte Gebilde, flüchtig und doch von eindringlichem Ernst. In ihnen geht es um zufällige Begegnungen von kurzer Dauer an fernen Orten wie Amman, Damaskus oder Samothrake. Die Wüste ist in allen Texten der zentrale Handlungsträger.
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5.1.2005
Soti Triantafillou: "Die Bleistiftfabrik"
Zsolnay
Rezensent: Klaus-Rüdiger Mai
Der Kreuzpunkt von Familien- und Weltgeschichte ist in Soti Triantafillous breit angelegtem Roman das Scheitern. Über drei Generationen folgen wir der Familiengeschichte der Assimakis, einer griechischen Familie der gehobenen Mittelklasse. Die Leidenschaft der Männer ist die Technik, die Ehe gehen sie ohne Liebe ein, fast gedankenlos, weil es sich so gehört.
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4.1.2005
Christine Wolter: "Marianne oder die Unsterblichkeit“
Faber&Faber
Rezensentin: Dunja Welke
Christiane Mariana von Ziegler, Tochter des Leipziger Bürgermeisters Romanus, war schon als Mädchen aus so genanntem guten Hause ungebändigt und eigenständig. Die Liebe hat sie zwei Mal unglücklich und zur jungen Witwe gemacht. Nachdem auch ihre beiden Kinder starben, begann sie in der Messe- und Buchstadt Leipzig einen literarischen Salon zu führen. Sie dichtete emotionsbetont und emanzipatorisch, durchbrach die konventionellen und metrischen Vorgaben der Barockzeit.
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3.1.2005
Miklós Vámos:"Buch der Väter"
btb
Rezensent: Jörg Magenau
Der historische Bogen reicht vom Beginn des 18. Jahrhunderts bis zum Ende des 20. In zwölf Kapiteln, über zwölf Generationen hinweg, verfolgt der ungarische Schriftsteller Miklós Vámos das Schicksal einer jüdisch-ungarischen Familiendynastie. Der Erstgeborene jeder Generation hat die merkwürdige Fähigkeit, die Geschicke seiner Vorfahren und die eigene Zukunft vor dem inneren Auge zu sehen.
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30.12.2004
Akira Kuroda: "Made in Japan"
Maas Verlag
Rezensent: Kolja Mensing
Shu, Takashi und die anderen fühlen sich fremd im eigenen Land. Sie haben ihre Kindheit in Amerika, Frankreich oder in der Schweiz verbracht, und als sie schließlich mit ihren Eltern nach Japan zurückkehren, sprechen sie nicht einmal ihre eigene Sprache richtig. "Wir fahren Skateboard, schmeißen Trips und glotzen MTV", bringt die 1977 geborene Akira Kuroda das Lebensgefühl dieser entwurzelten Mittelstand-Kids auf eine knappe Formel.
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29.12.2004
Dag Solstadt "Elfter Roman, achtzehntes Buch"
Dörlemann
Rezensent: Joachim Scholl
Dag Solstad hat es nicht mit Titeln: Nüchtern nummeriert er seine Romane durch, und so ist das erste Werk, das auf Deutsch erscheint, tatsächlich sein "Elfter Roman. Achtzehntes Buch". Und es wurde wirklich Zeit: Dag Solstad zählt in Skandinavien zu den renommiertesten Autoren, den norwegischen Kritikerpreis erhielt er schon drei Mal.
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28.12.2004
Gilbert Adair "Suspense"
Edition Epoca
Rezensent: Gustav Seibt
Gilbert Adair wird sechzig - ein Ruck geht durch die Gemeinde der Leser, sie nimmt Haltung an. Der englische Erzähler ist ein Meister fiktionsironischer Spannungsliteratur, Konstrukteur von Büchern, die ihren Suspense nicht allein aus der Handlung - Mord und Rache und mehr - beziehen, sondern auch aus der Form, in der diese Handlung vorgebracht wird.
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27.12.2004
D.H. Lawrence "Lady Chatterleys Liebhaber"
Winkler Weltliteratur
Rezensentin: Carolin Fischer
Die recht offene Schilderung von körperlicher Lust hat lange dazu geführt, dass man D.H. Lawrences Roman Lady Chatterleys Liebhaber in die Schmuddelecke verbannte. Dabei wurden die großartigen literarischen Qualitäten dieses Buches ebenso übersehen wie seine ausgeprägte Gesellschaftskritik.
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23.12.2004
Eric-Emmanuel Schmitt: "Das Kind von Noah"
Ammann Verlag
Rezensent: Thomas Askan Vierich
Mit leichter Hand diskutiert Schmitt die ganz großen Fragen: Warum lässt Gott das zu? Welche Religion ist besser? Was ist eigentlich ein Jude? Außerdem ist "Das Kind von Noah" eine spannende Geschichte, die während der Nazibesetzung Belgiens in einem Waisenhaus spielt, in dem ein katholischer Pater jüdische Kinder versteckt.
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