Literatur Live
Archiv | Literatur Live | Montag bis Freitag • 15:10
8.12.2004
Martin Pollack: "Der Tote im Bunker"
Zsolnay
Rezensentin: Sigrid Löffler
Am Eingang eines Bunkers an der österreichisch-italienischen Grenze wird am 6. April 1947 die Leiche eines Mannes entdeckt. Der Ausweis erweist sich als Fälschung, doch die wahre Identität ergibt sich aus einer Tätowierung am Arm: Dr. Gerhard Bast, SS-Sturmbandführer. Martin Pollack, bis 1998 Redakteur des Spiegel und heute Autor und Übersetzer, rekonstruiert auf eindringliche Weise die Todesumstände dieses Mannes, den er kaum kannte und der doch sein Vater war.
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7.12.2004
Stephen King: "Der Turm"
Heyne
Rezensent: Tobias Rapp
Drei Jahrzehnte hat Stephen King an dem Romanzyklus "Der Dunkle Turm", seinem zentralen Werk, gearbeitet. Mit dem 7. Band "Der Turm" ist die Suche von Roland Deschain von Gilead nach dem "dunklen Turm", der die Achse der Welten symbolisiert und dessen Fall das Ende der Zeiten bedeuten würde, zu Ende.
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6.12.2004
Gabriele Riedle: "Versuch über das wüste Leben"
Eichborn. Die andere Bibliothek
Rezensentin: Gertrud Lehnert
Fast stakkatoartig erzählt die Ich-Erzählerin in kurzen Kapiteln ihre unablässige Suche nach Halt und Sinn - und nach sich selbst - im Leben. Immer wieder verliert sie sich, nicht zuletzt, weil sie sich auf "IHN" fixiert, jenen Mann, der keinen Namen hat, dem sie rettungslos verfallen ist, in dem sie ihr Heil sucht und der ebenso gut viele Männer sein könnte, verdichtet als Symbol der eigenen Abhängigkeit im großgeschriebenen Pronomen "ER".
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3.12.2004
Ahmadou Kourouma: "Der letzte Fürst"
Peter Hammer Verlag
Birgit Koß
Der Autor Ahmadou Kourouma nimmt als Erzähler seine Leser mit in die Elfenbeinküste der 60er Jahre. Die Mischung aus bildreicher oraler Erzählkultur und klarer Analyse der gesellschaftlichen und politischen Missstände verleiht dem Buch eine Spannung und Aktualität bis zum heutigen Tag.
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2.12.2004
Elisabeth Bowen: "Kalte Herzen"
Schöffling & Co
Rezensentin: Ursula Escherig
Im Mittelpunkt des Romans steht die 16-jährige Portia Quayne. Sie wird nach dem Tod ihrer Eltern in das Haus ihres Halbbruders Thomas und seiner Frau Anna aufgenommen - typische Vertreter der englischen Mittelschicht. Elizabeth Bowen, deren Roman "Kalte Herzen" 1938 zum ersten Mal erschien, ist eine Meisterin in der Schilderung der zwischenmenschlichen Beziehungen ihrer Figuren
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30.11.2004
Jean-Philippe Toussaint: "Das Badezimmer"
Frankfurter Verlagsanstalt
Rezensent: Frank Meyer
Ein junger Mann beschließt, sein Leben in der Badewanne zu verbringen. Er will lesen und nachdenken, er will das Wenige, was um ihn herum passiert, wirklich wahrnehmen. Mit dieser unscheinbaren, aber enorm wirkungsvollen Geschichte, halb Roman, halb Traktat, hat Jean-Philippe Toussaint vor fast 20 Jahren die französische Literaturlandschaft aufgerüttelt.
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29.11.2004
David Sedaris: "Nachtprogramm"
Heyne Verlag
Rezensent: Joachim Scholl
Seit seinem Welterfolg "Nackt" zählt der amerikanische Autor auch in Deutschland zu den Publikumslieblingen. Dabei schreibt David Sedaris im Grunde immer dasselbe Buch: den Roman seines eigenen Lebens - haarsträubend komisch, rührend sentimental. Sedaris ist der amerikanische Wladimir Kaminer!
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26.11.2004
Jakob Hein: "Vielleicht ist es sogar schön"
Piper
Rezensent: Jörg Magenau
Jakob Hein, Sohn des Schriftstellers Christoph Hein, erzählt in diesem, seinem dritten Buch, vom Tod der Mutter, die an Krebs gestorben ist. Erzählend arbeitet er dem Tod entgegen und lässt aus seinen Erinnerungen ein trostreiches, dem Sterben trotzendes Bild einer zärtlichen Mutter-Sohn-Symbiose entstehen. Im Mittelpunkt der anekdotischen Szenenfolge steht die jüdische Herkunft der Mutter, ihre tragische Familiengeschichte und ihre Versuche, in der DDR eine eigene jüdische Identität zu finden.
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25.11.2004
Friederike Mayröcker: "Gesammelte Gedichte"
Suhrkamp
Rezensent: Carola Wiemers
Unter Schriftstellerkollegen gilt "gut wie Mayröcker" als ein wirkliches Lob. Die sprachexperimentellen Texte von Friederike Mayröcker zeichnet eine Sprachmagie aus - mit Zauberworten webt sie ihre Texte, von denen Dichterinnen und Dichter wie Elke Erb oder Thomas Kling begeistert sind. Nun legt der Suhrkamp Verlag zu ihrem 80. Geburtstag eine Ausgabe ihrer gesammelten Gedichte vor, darunter 100 bisher unveröffentlichte.
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24.11.2004
Peter Nadas: "Freiheitsübungen"
Berlin Verlag
Rezensent: Helmut Böttiger
Der ungarische Autor Peter Nadas hat vor einigen Jahren mit seinem tausendseitigen "Buch der Erinnerung" ein Opus Magnum des zeitgenössischen Europa vorgelegt. Seine "Freiheitsübungen" sind nun eine Sammlung von Essays und literarischen Skizzen, die seit den siebziger Jahren entstanden sind. Es geht dabei nicht nur um politische Freiheitsübungen - die Epochenwende von 1989 wird immer wieder thematisiert -, sondern auch um die Freiheit der Literatur.
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