Literatur Live
Archiv | Literatur Live | Montag bis Freitag • 15:10
9.11.2004
Sophie Dannenberg: "Das bleiche Herz der Revolution"
Deutsche Verlagsanstalt DVA
Rezensentin: Ursula März
In der Flut von Debütromanen jüngerer Schriftstellerinnen stellt dieses Buch einer 33-Jährigen, die unter dem Pseudonym Sophie Dannenberg schreibt, wohl eine Ausnahme dar: Es ist grell, böse und blutig, hemmungslos satirisch und es verstößt gegen den guten Geschmack. "Das bleiche Herz der Revolution" beschreibt mit allen Mittel bloßstellender Übertreibung die Generation der 68er.
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8.11.2004
David Foster Wallace: "Der Besen im System“
Kiepenheuer & Witsch
Rezensent: Thomas Askan Vierich
Der Roman von D.F. Wallace "Der Besen im System" quillt über vor Anspielungen, Symbolik und komplizierten internen Verweisen; er ist eine Mischung aus Slang, Pop und Intellektualität; ein witziges, manchmal auch gnadenlos übertriebenes Puzzlespiel mit (scheinbar) tieferer Bedeutung über den Wahnsinn der Welt und die Kraft der Fiktion.
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5.11.2004
John von Düffel: "Houwelandt"
DuMont Verlag
Rezensent: Jörg Magenau
Der Familienpatriarch Jorge de Houwelandt ist bald 80 Jahre alt. Vom Familiensitz in Norddeutschland hat er sich an die spanische Küste zurückgezogen, wo er sich nur noch für sich selbst und sein tägliches Schwimmen zu interessieren scheint. Das große Geburtstagsfest, das seine Frau Esther vorbereitet, kümmert ihn nicht. Drei Generationen einer Familie bringt John von Düffel in diesem, seinem vierten Roman zusammen
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4.11.2004
Fritz Rudolf Fries: "Hesekiels Maschine"
Das Neue Berlin
Rezensent: Helmut Böttiger
Von Fritz Rudolf Fries war einer der exzentrischsten DDR-Schriftsteller, der sich immer mehr für die westliche Avantgarde als für den sozialistischen Realismus interessierte. Als dann aber herauskam, dass er mit der Stasi kooperiert hatte, sank sein Stern. In seinem neuen Roman geht er mit dieser Geschichte zum ersten Mal so souverän um, wie man es sich von ihm schon früher gewünscht hätte.
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3.11.2004
Jan Koneffke: "Eine Liebe am Tiber"
DuMont Verlag
Rezensent: Wolfgang Schneider
Jan Koneffke, nach einem Villa-Massimo-Stipendium 1995 für einige Jahre in Rom ansässig, hat Italien und seiner Hauptstadt eine literarische Liebeserklärung gemacht. Eine "Liebe am Tiber" schildert eine deutsche Lehrer-Familie, die Ende der sechziger Jahre nach Rom zieht. Gewisse Italien-Klischees werden nicht vermieden, vielleicht, weil sie so schön wahr sind.
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2.11.2004
Luis Landero: "Der Zauberlehrling"
Berlin Verlag
Rezensent: Uwe Stolzmann
Prokurist Matías, ein alternder Junggeselle und Wiedergänger des Don Quijote, arbeitet für eine dubiose Agentur. Als er die reizende, aber gänzlich mittellose Martina kennen lernt, kommt plötzlich Farbe in seinen Alltag: Um der jungen Frau und ihren Freunden einen Job verschaffen zu können, gründet Matías - halb aus Spaß - ein eigenes Unternehmen.
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1.11.2004
Jurek Becker: "Ihr Unvergleichlichen" - Briefe
Suhrkamp
Rezensent: Michael Opitz
Jurek Becker war nicht nur ein beeindruckender Erzähler, sondern auch ein witziger, zuweilen charmanter, gelegentlich auch strenger Briefschreiber. Davon zeugen gleich zwei Bücher. Aus dem Nachlass sind bei Ullstein die Postkarten erschienen, die er seinem dritten Sohn Jonathan geschrieben hat. Der andere, bei Suhrkamp erschiene Briefband, vereint Texte an Kollegen und Kritiker.
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29.10.2004
Henning Mankell: "Ich sterbe, aber die Erinnerung bleibt"
Zsolnay
Rezensent: Carsten Hueck
Henning Mankell, schwedischer Roman- und Krimiautor, leitet in Maputo, der Hauptstadt Mosambiks, ein kleines Theater. Am Beispiel des Mädchens Aida erzählt Mankell vom Schicksal afrikanischer Kinder, die ihre Eltern durch die Krankheit Aids verlieren, bevor sie selbst erwachsen sind. Mankells Erzählung erwähnt auch das Projekt der "Erinnerungsbücher": Sterbende Eltern verfassen für ihre Kinder Abschiedsbriefe.
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28.10.2004
Dieter Forte: "Auf der anderen Seite der Welt"
S. Fischer
Rezensent: Jörg Plath
Ein kranker junger Mann setzt auf eine Insel in der Nordsee über und bezieht dort, "Auf der anderen Seite der Welt", so der Titel des neuen Romans von Dieter Forte, im Sanatorium hinter dem Deich ein Bett. Um ihn herum ein buntes, von blutigem Husten unterbrochenes Treiben, das in aller Regel ins Grab führt. Wenige kehren zurück aufs Festland.
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27.10.2004
Robert Stone: "Die Professorin"
Mare
Rezensent: Georg Schmidt
Michael Ahearn, verheiratet, ein Kind, führt ein beschauliches Leben als Literaturprofessor in einer amerikanischen Kleinstadt. Bis eine neue Kollegin an sein College kommt, eine Politologieprofessorin mit undurchsichtiger Vergangenheit. Prompt verfällt Michael den Reizen der geheimnisvollen Lara Purcell und lässt sich von ihr zu einer Reise in ihre Heimat überreden.
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