Literatur Live
Archiv | Literatur Live | Montag bis Freitag • 15:10
26.10.2004
Alex Garland: "Das Koma"
Goldmann
Rezensent: Kolja Mensing
Es ist spät geworden, Carl hat gerade noch die letzte U-Bahn erwischt. Plötzlich steigen vier Männer in den Waggon und beginnen, eine junge Frau zu belästigen. Carl will ihr helfen und wird brutal zusammengeschlagen. In einem Krankenhaus kommt er wieder zu sich. Als er schließlich entlassen wird, quillt sein Briefkasten über, und seine Wohnung ist mit einer dichten Staubschicht bedeckt. Wie lange war er eigentlich fort?
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25.10.2004
Vatsyayana: "Kamasutra"
Klaus Wagenbach Verlag
Rezensentin: Carolin Fischer
Bei wohl kaum einem anderen Buch steht seine geradezu sprichwörtliche Bekanntheit in einem so eklatanten Gegensatz zu einer tatsächlichen Kenntnis des Inhalts wie beim Kamasutra. Wer hier einen Sex-Ratgeber sucht, kommt zwar insofern auf seine Kosten, als diverse Positionen des Liebesspiels geschildert werden, doch sind solche Details in einen umfassenden Kontext eingebettet, dass dieses Werk im Ganzen gesehen eine Lebenskunst vorführt.
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22.10.2004
Amos Oz: "Die Geschichte von Liebe und Finsternis"
Suhrkamp Verlag
Rezensentin: Aishe Malekshahi
Wenn ich einmal groß bin, werde ich ein Buch", gesteht Amoz Os in seiner Autobiographie "Geschichte von Liebe und Finsternis". Der israelische Schriftsteller erzählt auf mehr als 700 Seiten die bewegende Geschichte seiner Familie: die der Familien Klausner und Mussmann. Sie handelt vom Aufstieg im polnischen Rowno, von Flucht und Vertreibung und von der Ankunft in Palästina Anfang der dreißiger Jahre.
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21.10.2004
Umberto Eco: "Die geheimnisvolle Flamme der Königin Loana"
Hanser
Maike Albath
Umberto Eco war schon immer für Überraschungen gut. Der Professor für Semiotik, Sprachphilosoph, Romancier, Mittelalterexperte und Journalist liefert dieses Mal einen "romanzo illustrato", ein Bilderbuch, das zugleich die Autobiographie seiner Generation sein soll und mit Abbildungen von Comics, Schallplattenhüllen, Buchumschlägen, Zeitschriften und anderen Produkten der Unterhaltungskultur aufwartet.
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20.10.2004
Victor Pelewin: "Die Dialektik der Übergangsperiode von Nirgendwoher nach Nirgendwohin"
Luchterhand Literaturverlag
Rezensent: Frank Meyer
Victor Pelewin hatte mit seinem letzten Roman "Generation P" ein böses treffendes Porträt der ersten russischen Nachwendejahre geliefert, jetzt erzählt er vom Russland Wladimir Putins. Chaotisch, schauerlich, wahnwitzig geht es da zu, Pelewin zeichnet das beunruhigende Bild einer gewalttätigen Übergangszeit, deren Ende noch lange nicht abzusehen ist.
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19.10.2004
Walter Moers: "Die Stadt der Träumenden Bücher"
Piper Verlag
Rezensentin: Ursula Escherig
"Die Stadt der Träumenden Bücher" - das ist Buchhaim, ein Ort im Fantasieland Zamonien, "wo einen das Lesen in den Wahnsinn treiben kann. Wo Bücher verletzen, vergiften, ja sogar töten können." In Buchhaim sucht der angehende Schriftsteller und Lindwurm Hildegunst von Mythenmetz den Autor eines genialen Manuskripts. Aus der Reise in die unendlichen Weiten der Literatur wird schnell ein gefährliches, spannendes Abenteuer.
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18.10.2004
Bora Cosic: "Das Land Null"
Suhrkamp
Rezensent: Martin Sander
In Bora Cosics neuem Roman "Das Land Null" rechnet ein alternder Dichter mit sich und seiner Welt ab. In einem grotesken Erzählstrom erscheint dabei die Geschichte seines Landes - mal aus der Perspektive eines verbarrikadierten Ferienhauses an der Adria, mal aus dem Blickwinkel seiner Charlottenburger Altbauwohnung - jeweils in der europäischen Tradition des Absurden.
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15.10.2004
Peter Zilahy: Die letzte Fenstergiraffe
Eichborn
Rezensent: Marko Martin
Der ungarische Autor Péter Zilahy, Jahrgang 1970, gibt seiner literarischen Zeugenschaft die Form des in seiner Heimat populären Kinder-Alphabets "Ablakzsiraf", eben jener Fenstergiraffe, die sich äußerst neugierig über Buchstaben und Realitäten beugt - und beides zusammenbringt in einer höchst unterhaltenden, subversiven und dennoch ernsthaften Form.
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14.10.2004
David Markisch: Babels Wandlung
Berlin Verlag
Der in Moskau geborene und nun in Israel lebende Autor hat einen Roman über die Schizophrenie einer Heimatsuche geschrieben. Allerdings scheitert der Versuch, den großartigen Schriftsteller Isaak Babel zu erzählen, weil Babel nur Vehikel und bald so oft Schemen bleibt. Die Schrecknisse, die grauenvolle Absurdität des Bürgerkrieges hat uns Babel zudem weitaus besser erzählt.
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13.10.2004
Jaroslav Rudis: "Der Himmel unter Berlin"
Rowohlt Berlin
Rezensent: Vladimir Balzer
In der U-Bahn macht der junge Prager Petr Bém Musik, um sich etwas Geld dazuzuverdienen. Bald lernt er dort einen anderen Musiker kennen und gründet mit ihm zusammen eine Band mit dem überaus passenden Namen "U-Bahn". Aus der Distanz und gleichzeitig aus der Nähe beobachtet der tschechische Held des Buches die neu zusammenwachsende deutsche Hauptstadt und ihre Bewohner.
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