Mahlzeit
Mahlzeit! Gespräche mit Udo Pollmer
Samstag • 11:15
30.11.2002
Schweres Metall gegen leichten Infekt : Zink

Obwohl der Durchschnittsdeutsche sich recht gut ernährt und auch immer älter wird, wird ihm pausenlos irgendein existentieller Mangel vor allem an Spurenelementen und Mineralstoffen eingeredet, der natürlich mit dem richtigen Präparat sofort zu beheben sei. Von einschlägigen Angeboten wimmelt es nur so. Doch ein Stoff scheint den Versprechungen Stand zu halten: Zink.

Non Olet... Geld stinkt nicht, aber es kann trotzdem ziemlich ungesund sein. Zum Beispiel kann es auf den Magen schlagen. Allerdings nicht der Mangel sondern sein Besitz. Das musste ein zweijähriger Knabe erfahren, der unter heftigen Magenschmerzen litt. Auf dem Röntgenbild zeigte sich eine kleine Scheibe mit zahlreichen Löchern, die sich nach der Entfernung als Cent-Münze entpuppte, die der Junge vier Tage zuvor verschluckt hatte. Der Magensaft hatte das mit Kupfer überzogene Geldstück innerhalb kurzer Zeit zerfressen und dabei giftiges Zinkchlorid freigesetzt. Daher die Magengeschwüre des kleinen Patienten. (New Scientist v. 5.12.1998/S.5) Aus: EU.L.Enspiegel 1999, Heft 1

Mineralstoffmangel durch Vollkorn Phytin bindet zweiwertige Ionen wie Zink, Eisen, Calcium oder Magnesium. Diese Komplexe sind bei physiologischem pH während der Verdauung unlöslich, so dass sie für den Körper nicht verwerten kann. Daneben reagiert Phytin mit Eiweißen, insbesondere mit Verdauungsenzymen wie Amylasen, was den Nährwert ebenfalls vermindert. Die nachteiligen Effekte des Korns auf den Mineralstoffhaushalt sind seit sechzig Jahren bekannt. Damals zeigten Tierversuche, dass eine Ernährung, die reich an Cerealien ist, Rachitis fördert. Je höher der Phytingehalt desto stärker wird die Calciumversorgung beeinträchtigt. Dies bestätigte sich während des zweiten Weltkriegs in Irland auch am Menschen: Mit der Einführung des Vollkornmehles 1940 nahm die Zahl der rachitischen Kleinkinder sprunghaft zu, um nach 1943 schnell zu sinken, als wieder helleres Mehl produziert wurde. In gleicher Weise kann Getreide auch die Versorgung mit Zink kompromittieren, obwohl die Nährwerttabellen dem Weizen einen beachtlichen Zinkgehalt attestieren. Wachstumsprobleme durch Zinkmangel sind aus dem Iran und Ägypten von Personen bekannt, die nichtfermentiertes Getreide oder anderweitig phytinreiche Nahrung zu sich nahmen. Auch die Zufuhr an Eisen liegt bei Körnerkost weit niedriger als die Nährwerttabellen erkennen lassen: In frischem Weizen sind unter physiologischen Bedingungen nur drei Prozent des Eisens bioverfügbar. (Ernährung/Nutrition 1994/18/S.429-432; Journal of Food Science 1991/56/S.1330-1334; Journal of Nutrition 1992/122/S.442-449; Journal of Physiology 1942/101/S.44-85) Aus: EU.L.Enspiegel 2001, Heft 1

Diabetes: jetzt ist Zinkmangel schuld Niedrige zinkgehalte im Trinkwasser erhöhen das Risiko von Kindern und Jugendlichen, an insulinpflichtigem Diabetes zu erkranken. Ein schwedisches Forscherteam hatte nach Gründen für die regional stark schwankende Häufigkeit der Zuckerkrankheit gesucht und vor allem in ländlichen Regionen einen direkten Zusammenhang zwischen dem Gehalt des Grundwassers an Zink und dem Ausbruch der Autoimmunkrankheit gefunden. Zink wird vom Körper für die Insulinsekretion benötigt. (Diabetes Care 1996/19/S.873-875) Aus: EU.L.Enspiegel 1997, Heft 1

Zink: Homöostase funktioniert Zink dient mehr als 300 Enzymen als Cofaktor. Allein deshalb muss der Zinkstatus im Körper einer strengen Kontrolle, d.h. Homöostase, unterliegen. Dies geschieht über eine aktive Regulation von Absorption und Ausscheidung des Spurenelements - je nach Versorgungslage und Bedarf. Erst bei länger andauerndem Mangel fällt die Zinkkonzentration im Plasma ab. Erniedrigte Plasmaspiegel mobilisieren den Mineralstoff aus den Knochen. Ungefähr ein Drittel des körpereigenen Zinks ist dort gespeichert. Bei hoher Zinkzufuhr lagert das Knochengewebe vermehrt Zink ein. So ist der Organismus in der Lage, seinen Zinkhaushalt im Gleichgewicht zu halten, selbst wenn die Zufuhr zwischen 2,8 und 40 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht, also um mehr als das Zehnfache, schwankt. (Journal of Nutrition 2000/130/S.1360-1366) Aus: EU.L.Enspiegel 2001, Heft 2

Eisen stört Zink-Homöostase Frauen, die während ihrer Schwangerschaft vom Arzt Eisenpräparate verabreicht bekommen, gehen damit das Risiko eines Zinkmangels ein. Bei peruanischen Schwangeren senkte die Einnahme von Eisentabletten die Resorption des aufgenommenen Zinks von 47 Prozent auf 20 Prozent. Zwischen der Zinkmenge im Blut der Mutter und der im Nabelschnurblut gab es einen statistisch signifikanten Zusammenhang: Hatte die Mutter einen niedrigen Zink-Plasmaspiegel, war auch der des Kindes erniedrigt. Bemerkenswert: Selbst wenn die Schwangeren kombinierte Eisen-Zink-Supplemente erhielten, blieb die Resorption des Zinks auf dem niedrigen Niveau. (Journal of Nutrition 2000/130/S.2251-2255) Aus: EU.L.Enspiegel 2001, Heft 2

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