Mahlzeit
Mahlzeit! Gespräche mit Udo Pollmer
Samstag • 11:15
26.7.2003
Kaffee mit großer Unbekannter

Gesunde Unbekannte im Kaffee

Hoher Kaffeekonsum senkt das Erkrankungsrisiko für Typ-II-Diabetes. Dies belegt eine Studie, an der über 17.000 Niederländer teilgenommen haben. Insbesondere Vieltrinker mit einem Konsum von mehr als sieben Tassen pro Tag tragen, obwohl sie im Allgemeinen ungesünder leben, nur die Hälfte des Diabetesrisikos von Kaffeetrinkern, die es mit zwei Tassen täglich gut sein lassen. Für die positive Wirkung des Getränkes ist jedoch nicht das Koffein verantwortlich. Das nämlich verringert die Insulinempfindlichkeit von Körperzellen und folglich auch deren Glucoseaufnahme. Vielmehr stehen andere Kaffeebestandteile im Verdacht, etwa Chlorogensäure oder Magnesium. Die Säure rückt nun in den Mittelpunkt des Interesses, da sie in vitro die Aufnahme von Glucose aus dem Darm bremste. Magnesium hingegen könnte die Empfindlichkeit gegenüber Insulin erhöhen. Die niederländischen Forscher lesen weiter im Kaffeesatz, denn wir wollen ja nicht hoffen, dass es die die ungesunde Lebensweise ist, die vor Diabetes schützt. (Lancet 2002/360/S.1477-1478) Entnommen aus EU.L.E.nspiegel 2002, Heft 4, S.24

Kaffee senkt Harnsäure

Wer viel Kaffee oder Tee trinkt, hat etwas niedrigere Harnsäurewerte im Blut. Harnsäure gilt als Risikofaktor bei Gicht, koronarer Herzkrankheit und Bluthochdruck. Mutmaßlich sind die diuretischen Eigenschaften coffeinhaltiger Getränke die Ursache für den günstigen Effekt. (British Journal of Nutrition 1999/82/S.125-130) Entnommen aus EU.L.E.nspiegel 1999, Heft 6, S.16

Kaffee: gut bei Leberzirrhose

Kaffee verbessert die Leberwerte, insbesondere bei Alkoholkonsum. Speziell die Serumwerte für die gamma-Glutamyltransferase (GGT) und die Aminotransferase sanken mit zunehmenden Kaffeekonsum, so das Resultat einer Studie mit über 10.000 Japanern. Je mehr Alkohol die Befragten tranken, desto stärker die Schutzwirkung des Kaffees. Tee hatte keinen positiven Einfluss auf die Leberwerte. (International Journal of Epidemiology 1998/27/S.438-443) Entnommen aus EU.L.E.nspiegel 1998, Heft 6, S.15

Nierensteine: kein Weinstein

In den USA leiden etwa 12% der Bevölkerung mindestens einmal in ihrem Leben unter einem Nierenstein. Den Betroffenen wird gewöhnlich geraten, generell mehr zu trinken. Allerdings fehlen Studien, die diesen Rat bestätigen, weshalb manche Ärzte wiederum davon abraten. In einer älteren retrospektiven Studie erwiesen sich Bier und Kaffee als vorteilhaft, während kohlensäurehaltige Getränke (v.a. Cola) mit einer Zunahme der Nierensteine korrelierten. Milch, Tee oder Wasser hatten keinen Einfluss. In dieser prospektiven Studie wurden die Trinkgewohnheiten und das Auftreten von Nierensteinen bei über 45.000 Männern im Alter von 40-75 Jahren verfolgt. Innerhalb von sechs Jahren traten 753 Fälle auf. Nachdem die Daten kontrolliert wurden für andere bekannte Risikofaktoren wie Thiazide, Calcium- und Kaliumzufuhr, tierisches Protein usw. fanden sich folgende Einflüsse: Zunächst erwies sich eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr als vorteilhaft. Die einzelnen Getränke entfalteten jedoch sehr unterschiedliche Wirkungen. Während das Risiko bei Kaffee (egal ob entcoffeiniert oder nicht) pro 240 ml Flüssigkeit um 10% sank, waren es beim Tee 14%, beim Bier 21% und beim Wein 39%. Als besonders nachteilig erwiesen sich Apfel- und Grapefruitsaft mit einer Steigerung des Risikos um 35% bzw. 37% pro 240 ml. Ohne Einfluss blieben Getränke wie Milch oder Cola. Über die Mechanismen der beobachteten ernährungsphysiologischen Wirkungen ist nichts bekannt. Da Nierensteine gewöhnlich aus Calcium-Oxalat bestehen, sind die Autoren etwas überrascht darüber, dass oxalathaltige Getränke wie Tee oder Kaffee vor Nierensteinen schützen, während beinahe oxalatfreie Säfte besonders problematisch sind. (American Journal of Epidemiology 1996/143/S.240) Entnommen aus EU.L.E.nspiegel 1997, Heft 3, S.5

Alkohol schützt vor Gastritis

Nach der bisherigen Vorstellung nimmt der Magen vom Alkoholgenuss als erster Schaden. Doch mittlerweile gilt er zumindest in einer Hinsicht als Schutzfaktor: Je höher die Alkoholdosis (egal ob durch Wein oder Bier), desto geringer das Risiko einer Helicobacter pylori-Infektion. Der Erreger wird als wesentliche Ursache von Magen- und Darmgeschwüren und -krebs angesehen. Rauchen hatte keinen Einfluss, Kaffee steigerte das Risiko. (British Medical Journal 1997/315/ S.1489-1492) Entnommen aus EU.L.E.nspiegel 1998, Heft 2, S.15
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