Mahlzeit
Mahlzeit! Gespräche mit Udo Pollmer
Samstag • 11:15
9.8.2003
Herzensbrecher für Senioren: Eisen

Wer nicht mehr als drei - bis viermal die Woche Steaks oder Schweinebraten verzehrt, nur ein Stück Obst oder eine Portion Gemüse am Tag isst und außer Brot auch mal ein Stück Kuchen genießt, der soll in Bezug auf seinen Eisenstoffwechsel absolut gesund leben.

Mehr als dreizehn Prozent aller Senioren weisen laut Ergebnissen der "Framingham Heart Study" erhöhte Eisenspeicherwerte auf, gemessen als Serumferritin von mehr als 300 Mikrogramm pro Liter bei Männern und mehr als 200 bei Frauen. Damit steigt das Risiko für koronare Herzerkrankungen und vermutlich auch für eine Reihe weiterer Krankheiten vor allem Krebs und Diabetes. Bislang ging man davon aus, dass diese Laborbefunde auf eine erblich bedingte Alterserscheinung zurückzuführen sind. Jetzt aber konnte der Einfluss von Supplementen und Nahrungsmitteln nachgewiesen werden. Als besonders gefährdet gelten Senioren, die regelmäßig Eisentabletten einnehmen. Dabei führten nicht nur Tabletten mit mehr als 30 Milligramm Eisen, sondern schon eine in den üblichen Multipräparaten enthaltene Dosis von täglich zwölf bis 30 Milligramm zu einem erhöhten Risiko. Daneben spiegelte sich der tägliche Verzehr von rotem Fleisch in den Eisendepots ebenso wieder wie reichliches Obst und Gemüse auf dem Speiseplan. Diejenigen, die mehr als dreimal täglich zu Apfel, Karotte oder Orangensaft griffen, hatten signifikant höhere Eisenspeicher als solche, die das nur ein bis zweimal täglich taten. Dabei spielt vor allem das Vitamin C eine nachteilige Rolle. Hingegen erniedrigte der tägliche Genuss von süßem Gebäck das Risiko ebenso wie die Zufuhr von Vollkornbrot. Hauptrolle dürfte dabei die eisenbindende Eigenschaft des Vollkornphytats spielen. (Quelle: Fleming D. et al: Dietary factors associated with the risk of high iron stores in the elderly Framingham Heart Study cohort. American Journal of Clinical Nutrition 2002/76/S.1375-1384)

Anmerkung: Wer nicht mehr als drei- bis viermal die Woche Steaks oder Schweinebraten verzehrt, seinen Obst- und Gemüsekonsum auf ein vernünftig Maß von einem Stück Obst und einer Portion Gemüse senkt und neben der Scheibe Brot auch einem Stück Kuchen nicht abgeneigt ist, lebt in Bezug auf seinen Eisenstoffwechsel am gesündesten - vorausgesetzt, er spart sich darüber hinaus jegliche Ausgaben für diverse eisenhaltige Präparate.

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Aus: EU.L.E.n-Spiegel 2003/Heft 2
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