Mahlzeit
Mahlzeit! Gespräche mit Udo Pollmer
Samstag • 11:15
6.3.2004
Petermännchen und Co – heimische Giftfische

Vergiftungen durch giftige Meerestiere beschränken sich nicht nur auf die Tropen. Auch in Europa sind toxische Spezies bekannt, wobei die Vergiftungen über den Verzehr von Fisch oder Kontakte mit Nesseltieren beim Baden hinausgehen. Speziell die Neigung, ein breites Spektrum exotischer Meeresbewohner in Privatwohnungen zu halten, sorgt in unseren Breiten für zahlreiche Vergiftungsfälle. Die meisten ereignen sich beim Reinigen der Aquarien.
In freier Wildbahn ist der wichtigste Giftfisch Deutschlands das Petermännchen (Trachinus draco), auch bekannt als "Kreuzotter der Küsten". Der Fisch attackiert mit seinen giftigen Stacheln Wattwanderer und Badegäste, meistenteils im Frühjahr und Sommer, wenn er sich zum Laichen in flaches Gewässer begibt oder in den Sand eingräbt. Daneben verursacht das Petermännchen auch als Bestandteil der Bouillabaisse Vergiftungen - jedoch nicht beim Verzehr, da das Gift beim Kochen inaktiviert wird, sondern bei der Zubereitung. Abhilfe schafft die genaue Kenntnis des giftigen Dornes auf dem Kiemendeckel und der Rückenstacheln sowie deren sachgerechte Entfernung. Die Vergiftungen sind mitunter sehr schmerzhaft und die Symptome ziehen sich manchmal über Monate hin. Lebensbedrohlich aber sind sie nur in den seltensten Fällen.
(Quelle: Schaper A et al: Intoxikationen durch aktiv giftige Meerestiere. Deutsches Ärzteblatt 2003/100/S.A635-A641)

Entnommen aus: EU.L.E.n-Spiegel 2003/H.4/S.25
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