Mahlzeit
Mahlzeit! Gespräche mit Udo Pollmer
Samstag • 11:15
4.9.2004
Triumphe der Tomate

Im Gegensatz zu manch anderem Gemüse musste die Tomate nicht erst auf das Aufspüren eines gesundheitlich wertvollen sekundären Inhaltsstoffes warten, um beliebt zu werden. Die Deutschen verzehren pro Kopf und Jahr etwa 18,6 Kilogramm Tomaten, was rund einem Fünftel ihres gesamten Gemüsekonsums entspricht. Immer beliebter werden die oft aromatischeren Strauchtomaten, welche bereits 43 Prozent des Marktes abdecken. Ebenfalls auf dem Vormarsch sind kleine Cherrytomaten. Mittlerweile sichern Treibhaus- und Folienanbau die die ganzjährige Versorgung mit Paradiesäpfeln. Die wichtigsten Lieferanten für Deutschland sind Spanien, Niederlande, Belgien und Italien.

Jetzt hat Öko-Test frische Tomaten auf Rückstände von Pestiziden, Wachstumsregulatoren und Methylbromid, einem Mittel zu Bodenentseuchung, untersucht. Mit einem sehr erfreulichen Ergebnis: Auf elf von 20 Proben ließen sich keinerlei Pestizidrückstände nachweisen, darunter waren auch den drei Proben aus biologischem Anbau. Lediglich eine konventionelle Probe fiel durch eine Grenzwertüberschreitung aus dem Rahmen. Es handelte sich dabei um die mit Abstand teuerste Ware. Eine weitere "mangelhafte" Probe enthielt zuviel Bromid, was den Verdacht auf eine Begasung mit Methylbromid nährt. Methylbromid ist vermutlich kanzerogen und dürfte vor allem für Landwirte gefährlich sein, die das Mittel anwenden. Hingegen scheint der ehemals häufig anzutreffende Wachstumsregulator Chlormequat seine Bedeutung im Gemüseanbau verloren zu haben. Er tauchte in keiner der untersuchten Proben mehr auf. (Quelle: Hinsch B: Nicht immer im grünen Bereich. Öko-Test 2003/Heft 7/S.15-18)

Entnommen aus EU.L.E.n-Spiegel 2003/H.5-6/S.33
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