NachSpiel
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Sonntag • 17:30
26.1.2003
Körper am Leben - Geist im Rausch
Sport und Literatur
Joachim Scholl

"Was haben die Menschen früher gemacht, ehe es einen Sport gab?" - fragte 1927 der Kritiker und Essayist Siegfried Kracauer mit skeptischem Blick auf die zunehmende Sportbegeisterung seiner Zeit. Andere Schriftsteller waren weniger kritisch - sie gingen hin, zu den Boxkämpfen, Radrennen und Tennisturnieren. Der Sport hatte die Welt erobert, und es dauerte nicht lange, bis sich auch die Literatur geschlagen gab. Bertolt Brecht und Ernest Hemingway waren die größten Fans, aber auch James Joyce, Rainer Maria Rilke und Sherwood Anderson zeigten sich fasziniert vom neuen Massenphänomen. Der individuelle Kampf, der Rausch der Höchstleistung, die Körper am Limit - das sind Metaphern, die bis heute ihre ästhetische Anziehungskraft entfalten. Joachim Scholl unternimmt einen Streifzug über die literarischen Spielfelder des 20. Jahrhunderts. Schriftsteller und Kritiker kommen zu Wort, große Spielberichte der Weltliteratur zu Gehör.
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