Patentes
Patentes
Montag • 11:30
17.2.2003
Geheimtinte aus Nanoteilchen
Michael Kurth

Neben der Entwicklung kleinster Instrumente, Schaltkreisen oder Motoren, ist insbesondere die Nanochemie mit ihren Errungenschaften ins Blickfeld gerückt: Schmutz- und wasserabweisende Beschichtungen, kratzfeste Lacke, neuartige Füllstoffe für Autoreifen, Farbschichten, die gegen Sprayattacken geschützt sind. In diesem Jahr kommt ein ganz besonderes Produkt auf den Markt: Eine spezielle Tinte für Tintenstrahldrucker.

Im dritten Stock eines Hamburger Hochhauses hat das Unternehmen 'Nanosolutions' seinen Sitz. In einem der Räume steht ein kleiner Industriedrucker. Mit diesem demonstriert der Chemiker Stephan Haubold, wie sogenannte Barcodes gedruckt werden. Das sind diese Strichcodes, die man von Preisschildern oder Verpackungen her kennt.

Den gibt man einfach über diese Tastatur hier ein - zum Beispiel Ihren Namen und dann durch einfaches Langfahren des Schlittens unter dem Druckkopf wird der Barcode aufgedruckt.

Und was man dann sieht, überrascht doch etwas. Man sieht nämlich - nichts! Jedenfalls nicht unter normalen Lichtverhältnissen. Nur unter ultraviolettem Licht mit einer ganz bestimmten Wellenlänge ist der Code zu lesen. Das Geheimnis besteht aus einem speziellen Tintencocktail, in dem sich klitzekleine Kristalle tummeln, jedes nur wenige Nanometer groß. Würde man 200.000 dieser 'Kriställchen' hintereinander legen, ergäbe dies eine Länge von ... einem Millimeter. - Besondere äußere Kennzeichen dieser Teilchen: Keine.

Hier aufgebaut haben wir verschiedene Pulverproben, alle ein weißes, nichtssagendes Pulver, und dahinter haben wir fünf kleine Fläschchen aufgebaut, die fünf Flüssigkeiten enthalten, die eigentlich auch alle gleich aussehen. Wenn man die mit UV-Licht bestrahlt, sieht man plötzlich, dass alle eine unterschiedliche Farbe haben. Und das ist eines der Geheimnisse dieser Substanzen, die wir herstellen, dass sie unter UV-Strahlung eine Farbe von sich geben. Und wie man hier sieht, kann man dann verschiedenfarbige Tinten damit machen.

Und diese erweisen sich als besonders hitzebeständig und bleichen kaum aus, was natürlich für Druckertinten besonders wichtig ist. - Die einzelnen Nanoteilchen sind für das menschliche Auge unsichtbar. Erst, wenn man sie zusammenklumpt, kann man ihre Existenz auch einem Zweifler begreiflich machen.

Das sieht aus wie so ein Granulat in einer Flasche. Und wenn man die aufmacht, sieht man, es ist einfach nur ein weißes Pulver, und diese größeren Brocken lassen sich dann in einer Flüssigkeit, wie Wasser zum Beispiel, ganz homogen lösen. Dieses Pulver und dieses Pulver hier - das hier würde grün leuchten und das hier würde rot leuchten. Ich kann Ihnen natürlich viel erzählen ... das sind zwei weiße Pulver. Aber es ist so. Und wenn wir es nicht beschriften würden, hätten wir selber Probleme den Unterschied zu sehen. Also wir sehen ihn nicht - de facto!
-> Patentes
-> weitere Beiträge