Patentes
Patentes
Montag • 11:30
14.4.2003
Entdeckt auf der 31. Internationalen Erfindermesse in Genf
Thomas Wagner

Der hessische Tüftler Abaz Zal-Salei stellte in Genf seine "sprechende Tür" vor. "Den Ausschlag dazu gaben wir Kinder", erzählt Tochter Sarah, "wir haben meistens vergessen, die Tür zu schließen - und hatten immer Durchzug im Haus." Bis es dem Familienvater zu bunt - und zu kühl wurde: Er installierte einen Schalter in der Tür, der einen Sprachchip ansteuert. Immer dann, wenn die Tür geöffnet wird, tönt es aus einem Lautsprecher im Türrahmen: "Bitte die Türe schließen - Close the door." Seine Kinder, berichtet der gebürtige Perser, waren daraufhin so verblüfft, dass sie fortan immer die Tür schlossen. "Der Energieeinspareffekt ist enorm,'" so Abaz Zal-Salei. Mittlerweile hat er weitere Szenarien für Anwendungen seiner "sprechenden Tür" entworfen: Beim Öffnen in einem Büro 'erklärt' die Tür beispielsweise, wo sich das Firmensekretariat oder das Büro der Geschäftsleitung befindet. "Und außerdem kann man den Chip so programmieren, dass er beispielsweise vor Stolperstellen im Gang warnt."

Herbert Zölsmann aus dem thüringischen Gera hat mit seinem Bio-Filter üblen Gerüchen den Kampf angesagt. Im Inneren des Filters sind Kügelchen aus Recyclingmaterial "Meistens geschredderte Akten !") eingebracht. Darauf lagert Herbert Zölsmann Mikroorganismen an, die übelriechende Gase wie Methan oder Schwefelwasserstoff aufspalten können. "Die Mikroben und Kügelchen wirken wie ein chemischer Katalysator", erklärt Zölsmann. Folge: Belästigungen durch Gestank gehören bei Einsatz des Biofilters der Vergangenheit an. Herbert Zölsmann glaubt, dass sich sein Patent vor allem im Umfeld von Chemie-Industrieanlagen und Tierzuchtbetrieben bewähren wird.

Kakerlaken, Termiten und anderen krabbelnden Tieren soll der Weg ins Eigenheim verwehrt bleiben - mit Hilfe des "Insect-Barrier-System", das Walter Pollmann aus Herborn zum Patent angemeldet hat. Das System besteht aus zwei Teilen: Einem trafoähnlichen Steuerungsgerät und einer Schiene, die um den Sockel eines Hauses herum verlegt wird. In diese Schiene sind vier Metalleiter eingearbeitet, auf denen über das Steuergerät eine Spannung von bis zu 5000 Volt angelegt werden kann. "Jedes Insekt, das ins Haus will, muss über diese Schiene", erklärt Walter Pollmann. Dabei werden die Tiere per Elektroschock getötet. Nach oben hin ist diese "Hochspannungs-Termitenabwehr" mit einem Plastikisolator gesichert. Dadurch will Walter Pollmann verhindern, dass beispielsweise spielende Kinder Kontakt mit der Schiene bekommen. Bei seinen Versuchen hat Walter Pollmann eine überraschende Entdeckung gemacht: Termiten, die den Stromschlag überleben, warnen ihre Artgenossen vor einem Eindringen in das Gebäude. "Termiten sind sehr intelligente Tiere", sagt der Erfinder, dessen Projekt nach eigenen Angaben von den Universitäten Regensburg und Toronto wissenschaftlich begleitet wird.

Link: (Internationale Erfindermesse in Genf
-> Patentes
-> weitere Beiträge