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Montag • 11:30
12.5.2003
Die Bionase – Licht gegen Heuschnupfen
Achim Simon

Der Frühling als Vorbote des Sommers hält leider für viele nicht nur angenehme Dinge bereit. So ist der naturbedingte Pollenflug für 16 Millionen Betroffene eher eine mittlere Katastrophe. Wenn mit dem Frühling der Heuschnupfen kommt, haben die HNO-Ärzte und Allergologen quasi Hochsaison. Viele Mittel und Medikamente lindern die Beschwerden, doch nicht immer ist der Erfolg garantiert. Warum also nicht mal etwas ausprobieren, dass nicht weh tut, ohne Nebenwirkungen ist und trotzdem hilft? Zum Beispiel eine Lichttherapie.

Dass Licht für Haut und Seele gut ist ,ist eine gängige Erfahrung. Ob Schuppenflechte, Akne oder Winterdepression: Licht einer bestimmten Wellenlänge kann hier heilend wirken. Daher lag es gedanklich nahe, dass es auch bei der entzündeten und angeschwollenen Schleimhaut der Nase hilfreich sein könnte. Und in der Tat: Biophysiker haben ein Gerät entwickelt, dass sehr einfach bei Heuschnupfen eingesetzt werden kann, erklärt. Mit welchem Licht dieses Gerät mit dem sinnigen Namen Bionase arbeitet, erklärt der Arzt und Experte für Naturheilverfahren Dr. Thomas Fischer aus Düsseldorf:

Es ist normales Licht, es ist Licht wie es auch im Sonnenlicht enthalten ist, aber es wird hier für den therapeutischen Einsatz beim Heuschnupfen als ein Licht mit einer konkreten Wellenlänge, nämlich mit 650 Nanometer, hergestellt.

Entwickelt wurde das Gerät von Biophysikern einer Firma in Israel und ist patentrechtlich geschützt. Mit Hilfe von zwei kleinen Dioden wird das ultrarot scheinende Licht mit einer Intensität von 4 Milliwatt in die Nasenöffnungen geführt. Was dann passiert, erklärt Thomas Fischer so:

Der Heuschnupfen ist ja eine Entzündungsreaktion an den Schleimhäuten, die durch das Immunsystem hervorgerufen wird. Bei dieser Entzündungsreaktion spielen Entzündungszellen eine große Rolle, die wiederum Entzündungsstoffe freisetzen und das ultrarote Licht, das bei der Bionase zur Anwendung kommt, ist in der Lage, diese Immunzellen daran zu hindern, diese Immunstoffe auszuschütten und die Entzündungsreaktion dadurch komplett zu unterbinden. Das ist eine sehr verträgliche und absolut nebenwirkungsfreie Methode.

Die Lichttherapie mit dem zigarettenschachtelgroßen und batteriegetriebenen Gerät kann praktisch überall und zu jeder Zeit durchgeführt werden. In der Regel dauert ein Behandlungszyklus viereinhalb Minuten, dann schaltet sich das Gerät automatisch ab. Aber, es spricht nichts dagegen, das Gerät auch häufiger einzusetzen .So wie Tanja Rauschenbach aus Baden-Baden, die das Gerät schon länger benutzt und darauf schwört:

Ich benutze jetzt seit einem Jahr die Bionase, weil ich ziemlich Probleme hatte mit Heuschnupfen, bin auch Hausstaubmilbenallergiker und ich muss sagen, seit einem Jahr ist es wirklich fantastisch, die Nase läuft, sobald es anfängt mit Heuschnupfen mache ich es so drei bis viermal am Tag, nimm sie auch mit zur Arbeit und mache es geschwind zur Mittagspause.

In Studien ist die Wirkungsweise der Bionase auf Herz und Nieren untersucht worden. So wurde beispielsweise mit Hilfe der Videoendoskopie die Nasenschleimhaut vor der Behandlung und zwei Wochen nach der Behandlung fotografisch untersucht. Das Ergebnis: Die Lichttherapie hilft zwar nicht zu 100 Prozent oder bei allen Heuschnupfengeplagten, aber mit einer Erfolgsquote von immerhin 72 Prozent ist die Lichttherapie dennoch eine interessante Alternative zu Antihistaminika und Cortisonsprays . Erfolg meint hier, dass die Symptome verschwinden und Betroffene beschwerdefrei sind. Und das ist auch auf Dauer möglich, so zumindest die Beobachtung von Thomas Fischer:

Die Wirkung der Anwendung der Bionase, wenn sie denn auch konsequent angewendet wird, hält auf jeden Fall weit über den Zeitraum der Anwendung hinaus an und diese praktische Erfahrung deutet sehr stark darauf hin, dass die Bionase nicht nur akutlindernd wirkt, sondern sehr, sehr dicht an der Ursache des Geschehens angreift.

Natürlich kann die Lichttherapie auch begleitend zur medikamentösen Therapie gemacht werden. Bei manchen Heuschnupfengeplagten, die etwa auf intensive Cortisonpräparate eingestellt sind, darf das Mittel sowieso nicht abrupt abgesetzt werden. Doch Thomas Fischer ist von einem fest überzeugt:

Letztlich ist es aber so, dass die Bionase so wirksam ist, dass der Patient von sich aus nach Absetzen der Präparate fragen wird, wenn er die positiven Wirkungen der Bionase-Therapie verspürt.

Einschränkend muss allerdings gesagt werden, dass die Lichttherapie bei den weit verbreiteten Nasennebenhöhlenentzündungen und bei Polypen nicht hilft. Und, die Bionase muss aus eigener Tasche bezahlt werden. Kosten: Rund 115 Euro.
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