Patentes
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Montag • 11:30
11.8.2003
Zonelight – Lichtdioden für Fahrradsicherheit
Hartmut Schade

Licht und Fahrrad - das ist keine gelungene Symbiose. Ein paar Regentropfen genügen und der Dynamo dreht durch. Die Batterien sind immer gerade dann leer, wenn es dunkel wird oder das ganze Licht ist geklaut, weil man vergaß, die Batterielampen abzuziehen. Rettung aus der Misere ist nicht in Sicht, wohl aber ein wenig Abhilfe. Zonelight heißt ein neues Lichtsystem aus Halle. Als wieder ein Autofahrer auf dunkler Landstraße haarscharf an Dirk Andres vorbeibraust, durchzuckt es den Maschinenbaustudenten. Ein Fahrrad braucht eine seitliche Markierung. Ähnlich wie die Begrenzungsleuchten mancher Autotypen. Nach einem Jahr des Tüftelns und Probierens war Zonelight geboren.

Im Prinzip kann man es sich vorstellen wie zwei beleuchtete Lenkerenden, links und rechts - an den äußersten Punkten - leuchtet eine Diode gelblich - weiß nach vorn und eine rot nach hinten und begrenzt damit das Fahrzeug.

Das Zonelight - Prinzip dürfte dem gebürtigen Zonenkind noch von den Schwalbe -, Star - oder Habicht - Mopeds bekannt sein, deren Blinklichter in den Lenkerenden umgebracht waren. Doch während die beim kleinsten Sturz splitterten, ist das heutige Zonelight absolut unverwüstlich, da eine Polycarbonatkapsel die Dioden schützt ...

... die bruchsicher ist, d.h. bei Sturz des Rades zersplittert diese nicht. Hat allerhöchstens - auch im Selbstversuch getestet - ein paar Kratzer und bei ganz starken Stürzen ein paar Beulen. Auf jeden Fall ist es nicht gegeben, dass das kaputt geht oder zerbricht.

Zwei R 3 Batterien versorgen die Dioden mit Strom. 250 Stunden sollen sie leuchten - das reicht normalerweise für eine Radsaison. Das Zonelight wird einfach in die Lenkerenden gesteckt; Lamellen auf der schwarzen Aussenhaut sorgen für festen Halt, egal wie dick der Lenker ist. Dann muß nur noch die Kapsel gedreht werden und schon glühen die Dioden auf.

Die Dioden haben eine hohe Leuchtstärke. Wir haben es getestet, es ist bis 500 Meter deutlich zu sehen.

Getestet im Selbstversuch auf der nächtlichen Landstraße. Und der verlief für Dirk Andress ohne Schrecksekunden und Schweißausbrüche.

Durch das Zonelight sieht ein anderer Verkehrsteilnehmern im Prinzip zwei beleuchtete Punkte in einer bestimmter Breite, die man so nicht kennt und ist aus diesem Grund schon vorsichtiger und umfährt das Fahrrad auch wie ein normales Fahrzeug. Wir haben das getestet auf Bundesstraßen nachts. Also 90 % der Fahrzeug haben geblinkt und wie ein Auto überholt und nicht wie Fahrrad, wo man dann einfach in einem Abstand von einem Meter dran vorbeifährt.

Ob der Effekt anhält, wenn Autofahrer erst einmal wissen, dass drei rot leuchtende Punkte einen Radler von hinten kennzeichnen, drei weiße einen entgegenkommenden anzeigen? Dirk Andres jedenfalls fühlt sich mit Zonelight sicherer. Wenigstens solange ihn kein Polizist stoppt. Die offizielle Zulassung für das neue Lichtsystem durch das Bundesamt für Kraftfahrzeuge steht nämlich noch aus. Und was keinen amtlichen Segen hat, ist verboten. Andres setzt auf die Einsicht der Verkehrswächter, die auch Batterielichter seit Jahren tolerierten, obwohl sie erst seit Anfang des Jahres erlaubt sind. Auf jeden Fall hat der Maschinenbaustudent vorgesorgt und sich Zonelight europaweit patentieren lassen.

Alles was in der Art in der Patentbeschreibung steht - batteriebetrieben, mit Dioden - wäre durch unser Produkt geschützt. Also wir müßten im Prinzip dann wahrscheinlich Lizenzen vergeben etc.

Und wenn nicht? Andres zuckt die Schultern - Zonelight ist nur sein zweites Standbein - Der Maschinenbauer fertigt mit seiner Firma "Zoneschein" Rahmen für Downhill- und Crossräder. Die dürfen übrigens ohne amtliche Prüfung vertrieben werden.

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