Patentes
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Montag • 11:30
3.11.2003
Entdeckt auf der Erfindermesse in Nürnberg
Wolfgang Noelke

Eine nützliche Erfindung? Die Fußmaus (Bild: www.iena.de)
Eine nützliche Erfindung? Die Fußmaus (Bild: www.iena.de)
Probleme finden - sie verstärken - und eine Lösung finden, sie zu eliminieren - So arbeitet der Münchner Bruno Gruber. Er brachte auch dieses Jahr wieder Kleinigkeiten mit, welche uns die Fährnisse des Alltags bewältigen helfen und ihm, dem Berufserfinder, viel Geld in die Tasche spülen. Er ist einer der wenigen, die tatsächlich von ihren Erfindungen leben können, von Dingen, wie dem Pinsel, dessen Stiel wie eine Kurbelwelle geformt ist - weswegen man den Pinsel überall aufhängen kann: an Zäunen, Türklinken, oder am Rand eines Eimers. Wie eine Kurbelwelle sieht auch Bruno Grubers Schraubendreher aus. Damit lassen sich feste Schrauben mit Kraft bewegen. Dem schwächelnden Batteriebohrer mehr Kraft verleihen? Kein Problem. Bruno Gruber entwickelte dazu eine Art "Fliegende Untertasse" mit Handgriff, aus der eine kleiner Stift hervorschaut:

Hier habe ich ein Vorsatzgetriebe für eine Handbohrmaschine, das gibt die fünffache Kraft auf eine Schraube. Ich halte mit der einen Hand die Maschine, da habe ich einen zweiten Handgriff und so habe ich auch viel mehr Kraft in der Hand. Das wird einfach vorn ins Bohrfutter gesteckt und eine normale einfache Bohrmaschine wird da zu einem Kraftschrauber.

Solche Spielereien sind es, aus denen manchmal gewinnträchtige Patente werden. Hier zeigen ganz normale Menschen ihre - dies ist Voraussetzung - patentrechtlich geschützten Ideen: Die Krankenschwester Katja Hardenfels zum Beispiel wollte es im Nachtdienst vermeiden, alle Patienten im Gemeinschaftszimmer wecken zu müssen, wenn sie nur von einem gerufen wird:

Das kommen schon mal vor: es klingelt ein Patient, man muss hingehen ins Zimmer, der Patient sagt was er gerne möchte, ich muss nachgucken in der Akte: Darf er das? Darf er das nicht? - Und gerade deshalb ist es die gängige Praxis, dass man sich das auf Zettel schreibt, die in die Kitteltasche passen und dann kann man da natürlich gucken. Aber die zerknittern und gehen auch schon mal aus versehen mit dem Kittel in die Wäscherei.

...und verloren - und - sie sind grundsätzlich im Dunkeln nicht lesbar. Statt nun das Neonlicht im Krankenzimmer aufblitzen zu lassen, entwickelte die pfiffige Krankenpflegerin ihre "nachtschwestergeprüften" Krankenpflegezettel.

Man kann die mehrfach beschreiben, also ich brauch kein Papier verschwenden dabei, im Dunkeln leuchten Sie natürlich und sie können noch überall haften. Wenn ich sterile Handschuhe anhabe und ich möchte die nicht überall ablegen, dann kann ich Sie natürlich an den Pflegewagen heran haften, oder an den Schrank oder so. Die sind auch desinfizierbar natürlich. Hauptsächlich ist, dass das Material in Lösungen eintauchen kann und das es mit Desinfektionsmittel abwischbar ist und dass es dem Material nicht schadet und das habe ich wohl ganz gut geschafft.

Einer der es geschafft haben könnte, ist der Handwerksmeister Rainer Waese aus Thüringen. Das Problem: Verschmutzte Heizungsanlagen.

Der Dreck der bildet sich dadurch, dass wir unterschiedliche Werkstoffe im System einsetzen: Grauguss, Rotguss, Stahlblechheizkörper, Kupferrohr. Durch Potenzialausgleich haben wir das Problem, dass wir harte schwarze Kohlenstoffe und Kalk haben, die dann die Umwälzpumpe zerstören, Wärmetauscher zerstören und dadurch die Heizungsanlage nicht mehr in dem Zustand belassen, wie es mal war.

Der Wirkungsgrad sinkt, weil der Schmutzfilm in den Rohren wie ein Dämmstoff wirkt. Natürlich präsentiert der Handwerksmeister in Nürnberg die Lösung des Problems: Es ist ein aus Rohren montiertes Kreuz, das am Fuß unten einen Abflusshahn besitzt: Von links will das zirkulierende Heizungswasser durch eine kleinere Düse eigentlich nach rechts fließen, prallt jedoch dort auf ein verschlossenes Rohr. Nur nach oben wäre der Weg frei - und auf diesem Weg verliert das Wasser dann seinen belastenden Schmutz.

Das ist ganz einfach: wir machen die Strömung schnell! Mit der einfachen Physik: das Schwere fällt nach unten, das Leichte steigt nach oben. Wir sehen das gleich kurz im Spülstoß: die schwarze Brühe kommt raus und alles das hier liegt, habe ich nicht mehr im Heizgerät.

Dann mag der Winter ruhig kommen. Für einige Zeitgenossen ist der aber noch lange nicht lang genug. Auch hier die Lösung: Einfach das Wintersportgerät für den Sommer umbauen.

Das ist ein Snowboard, das auf einen motorisiertes Skateboard drauf montiert wurde, damit man das Feeling hat im Sommer wie auf einem Snowboard zu fahren.
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