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Montag • 11:30
6.9.2004
Verlustloses Kopieren
Der MPEG-4 Standard
Von Tilmann Liebchen

Tilmann Liebchen (Bild: TU Berlin)
Tilmann Liebchen (Bild: TU Berlin)
Verlustlose Codierung (engl. lossless coding) wird die nächste Audio-Erweiterung des MPEG-4-Standards. Die MPEG-Audiogruppe arbeitet derzeit an der Standardisierung verlustloser Kompressionsverfahren für hochqualitative Audiosignale. (Audio Lossless Coding, kurz MPEG-4 ALS). Das grundlegende Verfahren wurde am Fachgebiet Nachrichtenübertragung der Technischen Universität Berlin entwickelt.

Verlustbehaftete Verfahren (engl. lossy coding), zu denen unter anderem MP3, AAC und WMA gehören, erreichen zwar eine äußerst starke Kompression digitaler Audiodaten bei hoher subjektiver Qualität, ermöglichen allerdings keine bit-identische Wiederherstellung der Originaldaten.

Diese Verfahren sind daher nicht geeignet für Anwendungen wie Abmischung oder Archivierung, da die ursprünglich nicht wahrnehmbaren Veränderungen durch Operationen wie Nachbearbeitung oder Mehrfachcodierung wieder hörbar werden können. Verlustlose Codierverfahren ermöglichen hingegen die Kompression ohne jeglichen Qualitätsverlust und sind daher sowohl im professionellen Bereich als auch für den Endanwender äußerst interessant, zum Beispiel für:

- Archivierung (Rundfunk, Tonstudios, Plattenfirmen, Bibliotheken)
- Studiobetrieb (Speicherung, verteiltes Arbeiten, digitale Übertragung)
- Hochauflösende Datenträger (z.B. Discs)
- Internetbasierte Übertragung von Audiodateien
- Online-Musikshops
- Tragbare Abspielgeräte

Bei Online-Musikshops beispielsweise werden Downloads neuester CD-Veröffentlichungen nicht nur auf verlustbehafteten Formate wie MP3, AAC oder WMA beschränkt sein. Stattdessen lassen sich alle Titel in der vollen Qualität der Original-CD erwerben, aber im Vergleich zu dieser mit deutlich reduzierter Datenrate herunterladen.
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