Das Politische Buch
Archiv | Das Politische Buch | Freitag • 17:45
17.1.2003
Samuel P. Huntington und Lawrence E. Harrison (Hrsg.)
Streit um Werte
Herfried Münkler
Aus dem Englischen von Holger Fliessbach
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10.1.2003
Ralf Georg Reuth
Hitler
Joachim Scholl
Wer war Adolf Hitler? "Der Bursche ist eine Katastrophe" - trotzdem sei man von seinem "Lebensphänomen" gefesselt, schrieb Thomas Mann 1939 im Exil, der zu dieser Zeit die katastrophalen Dimensionen von Hitlers Wirkung auf die Weltgeschichte kaum erahnen konnte. Über die tatsächlichen Ausmaße sind wir heute hinreichend informiert, dennoch entzieht sich diese Figur dem rationalen Verständnis immer wieder und verursacht jene Fassungslosigkeit, die sich in der hilflosen, stereotypischen Frage artikuliert: "Wie konnte das nur alles geschehen?" Die Monstrosität der Ereignisse hat auch Hitlers Biographen nie kalt gelassen. Weder die britischen Historiker Alan Bullock und Ian Kershaw noch Joachim Fest konnten ihr Erstaunen darüber verhehlen, dass es einem einzigen Mann gelingen konnte, mit seinem Hass und seinen Verblendungen Deutschland und die Welt in Krieg und Verderben zu stürzen. Einem Einzelnen zudem, dessen Herkunft und erste Lebensjahrzehnte alle Anzeichen des früh Gescheiterten tragen, der nie Fuß fasst in Familie und Gesellschaft und nur unausgegorene dilettantische Künstlerträume hegt, Thomas Mann nannte es treffend "das halb blöde Hinvegetieren in tiefster sozialer und seelischer Boheme". Auch Ralf Georg Reuth betont dieses "Nichts", dem Hitler entstammt, das erst 1914 eine Substanz erhält.
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3.1.2003
div.
Blick in Politische Zeitschriften
Arnulf Baring
Zitate aus: ·Merkur ·Gewerkschaftlichen Monatshefte ·Vorgänge
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31.12.2002
Noam Chomsky
Offene Wunde Nahost
Ludwig Watzal
Endlich, so könnte man sagen, wurde das Buch "Fateful Triangle" des renommierten Linguisten Noam Chomsky ins Deutsche übersetzt; es erschien erstmalig 1983. Das Buch ist ein Klassiker. Leider fiel die Hälfte der Originalausgabe Kürzungen zum Opfer, weil sich vier Kapitel zu sehr mit der amerikanischen Israel- und Nahostpolitik beschäftigten. Schade, denn sie hätten dem Leser tiefe Einsichten in die einseitige Pro-Israel-Politik der USA gegeben, die für das Verständnis der aktuellen Lage sehr erhellend gewesen wären. In Retrospektive gelesen, sind auch die verbliebenen fünf Kapitel von einer unglaublichen Aktualität. Die meisten Einschätzungen und Bewertungen des Autors haben auch nach 16 Jahren noch Bestand. Welches Sachbuch kann dies schon für sich in Anspruch nehmen? Chomskys antizionistische Haltung scheint ihn vor einer Israel-Verklärung bewahrt zu haben, wie sie insbesondere von liberalen Kreisen in den USA betrieben wird. Der Autor, der am Massachusetts Institute of Technology lehrt, weist dieses Image als unzutreffend zurück.
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27.12.2002
Jonathan Wright
Gustav Stresemann
Paul Nolte
Eine Stresemannstraße gibt es nicht nur in der Mitte Berlins, sondern in beinahe jeder größeren deutschen Stadt. Aber der Name Gustav Stresemanns, des langjährigen Außenministers der Weimarer Republik, dürfte die meisten Deutschen inzwischen kalt lassen. Früher weckte er heiße Emotionen: Gefühle der politischen Gegnerschaft, ja des Hasses gegen den "Erfüllungspolitiker", der nach dem Ersten Weltkrieg die nationalen Interessen Deutschlands dem Ausgleich mit den Alliierten geopfert habe; später dann, vor allem in der frühen Zeit der Bundesrepublik, Gefühle der Verehrung für den Vorkämpfer der europäischen Integration. Der komplizierte, zwiespältige Charakter des Politikers Stresemann bündelt sich in dem auf ihn gemünzten Begriff des "Vernunftrepublikaners": Eigentlich gehörten die Sympathien, das politische Herz dem kaiserlichen Reich, aber aus Vernunft und "mit dem Kopf" entschied er sich für die loyale Unterstützung der Republik von Weimar.
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20.12.2002
Susanne Mayer
Deutschland armes Kinderland
Kostas Petropulos
Heute leben in Deutschland über sechs Millionen Kinder weniger als noch vor dreißig Jahren. In den Städten und Dörfern bevölkern stattdessen Autos und Hunde die Straßen und öffentlichen Plätze. In den Metropolen wie Berlin oder Hamburg sind ganze Stadteile praktisch kinderfreie Zonen. - Diese Entwicklung ist auf den ersten Blick erstaunlich. Immerhin erklärt die übergroße Mehrheit der jungen Menschen, sich zwei Kinder zu wünschen. Tatsächlich entscheiden sie sich schließlich aber nur für 1,4 Kinder.
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13.12.2002
Blick in Politische Zeitschriften
Anrulf Baring
Zitate aus: · Kommune · Internationalen Politik · Zeitschrift für Mitteleuropa: Kafka · Europäischen Rundschau · Merkur
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6.12.2002
Jörg Friedrich
Der Brand
Hans-Ulrich Wehler
Unübersehbar und unüberhörbar gibt es in der deutschen Öffentlichkeit eine Grundströmung, vielleicht eine Art von psychischem Gezeitenwechsel. Denn deutsche Opfer des Zweiten Weltkriegs rücken auf einmal in den Mittelpunkt des Interesses. Für den weit wirkenden Auftakt sorgte Günter Grass' Novelle "Krebsgang" über den Untergang der "Wilhelm Gustloff" mit etwa 9000 ostdeutschen Flüchtlingen an Bord. Wenig später begann mit einer "Spiegel"-Serie über die Vertreibung der Deutschen aus Ostdeutschland und Osteuropa eine neue Beschäftigung mit einem historisch beispiellosen, gewaltsamen "Bevölkerungstransfer" von 15 Millionen Menschen. Jetzt lenkt der Berliner Publizist Jörg Friedrich die Aufmerksamkeit auf den alliierten Bombenkrieg gegen Deutschland. Er bildete bisher in der Tat ein vernachlässigtes Thema der deutschen Zeitgeschichte. Zum einen waren nicht nur die Erwachsenen, sondern auch die Kinder, die diese Angriffe überlebt hatten und zu ihren Historikern hätten werden können, offenbar so traumatisiert, dass sie sich des Themas nicht bemächtigen konnten. Zum anderen scheute man den Vorwurf der Aufrechnung: angesichts der Millionenzahlen des Holocaust und des antislawischen Vernichtungskrieges gab es eine tief sitzende Scheu, diese deutsche Leidensgeschichte zu schreiben. So haben nur einige Schriftsteller ihre eigenen Erfahrungen mit den nächtlichen Angriffen in Worte gefasst: Hans Erich Nossak etwa den Untergang Hamburgs, Gert Ledig und Dieter Forte. Zwar haben amerikanische und englische Historiker den Bombenkrieg analysiert, aber erst unlängst ist das "Militärgeschichtliche Forschungsamt" in Potsdam in seinem Monomentalwerk über den Zweiten Weltkrieg auf dessen Luftkrieg ausführlich (in Bd. VII) eingegangen. Insofern gebührt Friedrich die Anerkennung des Vorreiters, der ein langes tabuisiertes Thema ausführlich und akribisch genau aufgegriffen hat.
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29.11.2002
Con Coughlin
Saddam Hussein
Christoph Peerenboom
Aus dem Englischen von C. Brusdeylins, A. Emmert, M. Held, S. Klimchak, R. Sander, H. Tophinke
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22.11.2002
Alexander Solschenizyn
Zweihundert Jahre gemeinsam...
Klaus Kuntze
Aus dem Russischen von Kurt Baudisch und Holger von Rauch
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