Das Politische Buch
Archiv | Das Politische Buch | Freitag • 17:45
6.9.2002
Blick in politische Zeitschriften:
Arnulf Baring
Zitate aus: · Zeitschrift für Politik - Heft 2 · Berliner Republik- Heft 4 · DIE ZEIT · Mut - Juli Ausgabe · Universitas - Heft 8 · Leviathan - Nr. 2/2002 · Kommune
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30.8.2002
Ulrich Schlie
Die Denkmäler der Deutschen
Iris Hanika
Deutschland ist wieder in Mode. Das begann schon am Wochenende nach der Maueröffnung, als im Niemandsland des einstigen Potsdamer Platzes die ersten Flugblätter verteilt wurden, auf denen die Leute plötzlich als Deutsche angesprochen wurden statt, wie bis dahin üblich, abstrakt als Bürger eines föderalen Staates. Das heutige Deutschland ist ein weiches Land, dessen blühende Landschaften von einer ruhigen Hand gestreichelt werden und in dem öffentlicher Patriotismus nach Möglichkeit vermieden wird; statt dessen gibt es die gute alte Vaterlandsliebe, und die ist privat. Es singen nämlich die Deutschen, auch wenn es nicht die offizielle ist, im Herzen immer Bertolt Brechts "Kinderhymne", wenn es um ihr Vaterland geht. Das bestätigte der Bundeskanzler, als er seinen Kommentar zum Ausgang der Fußballweltmeisterschaft mit einem Anklang an die letzte Strophe dieser höchst friedvollen Hymne enden ließ. Heißt es dort: "Und weil wir dies Land verbessern / Lieben und beschirmen wir's / Und das liebste mag's uns scheinen / So wie andern Völkern ihrs", ging Gerhard Schröder noch einen Ton tiefer. Bei ihm heißt es: "daß wir unser Land nicht mehr und nicht weniger lieben als andere Völker ihrs". So ist es heute. Wie Deutschland sich selbst in der Vergangenheit sah, was die Deutschen im Laufe ihrer Geschichte in und an ihrem Deutschsein bemerkenswert fanden, belegen zum Beispiel ihre nationalen Denkmäler. Eine Reihe von ihnen stellt der Historiker Ulrich Schlie vor. Seine Darstellung beginnt im frühen 19. Jahrhundert, als es die Deutschen nach dem offiziellen Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation im Jahre 1806 zur Einheit zu drängen begann, und endet - nicht etwa mit dem Denkmal für die ermordeten Juden Europas, wie man schon ob dessen Größe vermuten würde und weil über kein anderes Denkmal in den letzten Jahren so leidenschaftlich und erschöpfend diskutiert wurde, sondern mit einem für Ulrich von Hassell, der am mißglückten Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 beteiligt war, einem völlig unbekannten Denkmal für einen selbst nicht sehr bekannten Mann also, das man kaum als "nationales" wird bezeichnen wollen. Ulrich von Hassells Kopf wurde 1937 in Gips geformt, und ein Bronzeabguß wurde irgendwann in der letzten Zeit - wann genau, verrät Ulrich Schlie nicht - in der Bibliothek des Auswärtigen Amtes aufgestellt. Das kommentiert Schlie so:
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23.8.2002
Peter Merseburger
Willy Brandt - 1913-1992 -
Rainer Burchardt
"Visionär und Realist" - so hat Peter Merseburger seine voluminöse Biografie über Willy Brandt untertitelt. Auf insgesamt mehr als 900 Seiten versucht der ehemals prominente Fernsehjournalist dieses vermeintliche Gegensatzpaar im politischen und privaten Leben des vor 10 Jahren gestorbenen ehemaligen Bundeskanzlers und SPD-Ehrenvorsitzenden zu belegen. Und, dies sei schon vorweg gesagt, das ist dem Autor geradezu brillant gelungen, der mit diesem Buch die bisher umfassendste und beeindruckendste Brandt-Biografie vorgelegt hat. Es gelingt Merseburger dabei stets, eine mit Brandt sympathisierende Distanz zu wahren, wenngleich er sich dem Subjekt seines Werkes wie noch kein Autor vor ihm genähert hat. Bisweilen übertreibt er es ein wenig mit Detailschilderungen, wie etwa bis ins kleinste verästelte Intrigen gegen Willy Brandt unter Genossen im norwegischen Exil. Gleichwohl ist gerade die Schilderung dieses Lebensabschnittes des stets hierzulande von der politischen Rechten in den Verdacht eines vaterlandslosen Gesellen gerückten Willy Brandt besonders beeindruckend.
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16.8.2002
Lutz Kinkel / Rainer Rother / Jürgen Trimborn
Die Scheinwerferin. Leni Riefenstahl und das Dritte Reich. / Leni Riefenstahl. Die Verführung des Talents. / Riefenstahl. Eine deutsche Karriere
Klaus Schroeder
Am 22. August wird Leni Riefenstahl, laut Alice Schwarzer die umstrittenste Deutsche seit 1945, 100 Jahre alt. Den einen gilt sie als ein Genie des Films und als emanzipierte und willensstarke Frau, für die anderen ist sie eine filmische Propagandistin des verbrecherischen NS-Regimes. Sie selber fühlt sich seit Jahrzehnten wie eine Hexe im Mittelalter verfolgt.
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9.8.2002
Yoram Kaniuk
Der letzte Berliner
Sebastian Engelbrecht
Yoram Kaniuk zieht es immer wieder nach Deutschland. Er wurde 1930 in Tel Aviv geboren. Gezeugt aber wurde er nach eigenem Bekunden 1929 in einer dunklen und verregneten Augustnacht in einer kleinen Pension zwischen Weimar und Buchenwald. Yoram Kaniuk selbst ist "der letzte Berliner". Lange wollte er diese Rolle nicht spielen. Er orderte französische Autos, um bloß keinen Volkswagen kaufen zu müssen und ärgerte sich über die vielen Wochen, die sein Wagen in der Werkstatt stand. 1984 begegnete er Deutschland, diesem "jüdischen Museum", zum ersten mal. Der Zug fuhr von Kopenhagen nach Paris. Kaniuk fror eine Nacht lang im ungeheizten Erste-Klasse-Abteil. Auf Einladung des Bundespräsidenten reiste er 1986 wieder nach Deutschland, nun länger als ein paar Stunden. Seither fährt er immer wieder hierher, um den jüdischen Friedhof Deutschland zu erkunden.
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2.8.2002
Blick in politische Zeitschriften:
Arnulf Baring
Zitate aus: · Neuen Gesellschaft/Frankfurter Hefte - Nr. 7/8 · Blätter für deutsche und internationale Politik - Nr. 7 · Merkur - Nr. 7
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26.7.2002
Brigitte Hamann
Winifred Wagner oder Hitlers Bayreuth
Herfried Münkler
Winifred Wagner war eine glühende Verehrerin Hitlers, der sie zwischen 1923 und 1940 in Bayreuth zahllose Male besucht hatte. Und Hitler seinerseits bewunderte Winifred Wagner, der es nach dem frühen Tod ihres Mannes Siegfried gelungen war, die von Richard und Cosima Wagner in Bayreuth begründeten Festspiele fortzuführen, sie dabei in ihrer künstlerischen Qualität zu steigern und obendrein auch noch auf wirtschaftlich solidere Beine zu stellen, als sie je zuvor besessen hatten. Hitler kam nach Bayreuth als ein Verehrer Richard Wagners, aber was er in der Umgebung Winifreds fand, war mehr als nur die Pflege des Wagnerschen Werks: Hier im Haus Wahnfried erhielt er familiären Anschluss, er spielte mit Winifreds vier Kindern und gab sich als netter, jovialer Mann. "Wolf" beziehungsweise "Onkel Wolf" war der Name, den er im Kreise der Wagners hatte. Über Politik scheint gelegentlich auch gesprochen worden zu sein, doch dürfte sie nicht im Mittelpunkt der Gespräche gestanden haben.
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19.7.2002
Rita Kuczynski
Die Rache der Ostdeutschen
Günter Hellmich
Warum nur warum - wählte jeder zweite Ostberliner bei der letzten Abgeordnetenhauswahl die PDS? Noch bevor die rot-rote Koalition geschmiedet und Gysis Platz im Senat gesichert war, lud der Parthas Verlag eine Autorin ein, für ein Buch mit 20 Ostberliner PDS Wählern Gespräche über deren Gemütslage zu führen und diese aufzuzeichnen. Rita Kuszynski, Ex-Schwiegertochter des in der DDR schon fast legendären Politökonomen und Sozialhistorikers Jürgen Kuczynski, hatte sich durch den vor drei Jahren erschienenen autobiographisch geprägten Roman "Mauerblume" für diese Aufgabe qualifiziert.
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12.7.2002
Matthias Geis und Bernd Ulrich
Der Unvollendete
Reinhard Kreissl
In einer Zeit, in der Illustrierte wie die Bunte zum Zentralorgan der politischen Kommunikation werden, gewinnen Figuren wie Joschka Fischer an medialem Marktwert. Der vormals wilde Joschka, das Flüchtlingskind, Metzgersohn aus katholisch klein-schwäbischen Verhältnissen, Sponti und Krawallero in Frankfurt und heute, so die Autoren im Vorwort
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5.7.2002
Blick in politische Zeitschriften
Arnulf Baring
Zitate aus: · MUT · GEO · Die Neue Ordnung · Universitas · Merkur
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