Das Politische Buch
Archiv | Das Politische Buch | Freitag • 17:45
28.6.2002
Peter März
An der Spitze der Macht
Klaus Schroeder
Der erste deutsche Bundeskanzler hieß Otto von Bismarck und nicht Konrad Adenauer. Die Institution eines Kanzlers ist älter als die Bundesrepublik, ja sie reicht in Gestalt des Reichserzkanzlers bis in das "Heilige Römische Reich" zurück. Aber erst seit der Konstituierung des Norddeutschen Bundes 1866 hat der Kanzler eine im weiteren Sinne mit heute vergleichbare Funktion. Allerdings wandelt sich im Laufe der 135 Jahre seine spezielle Verankerung in der Verfassung wie auch seine machtpolitische Bedeutung in der Gesellschaft. Mit den Umbrüchen im politischen System und dem sozialen Wandel verändert sich auch die soziale Herkunft der Kanzler. Entstammten sie im Kaiserreich zumeist dem Adel, rekrutierten sie sich in der Weimarer Republik und auch in der Bundesrepublik eher aus kleinen oder mittleren sozialen Verhältnissen. Dies alles und noch viel mehr erfährt der Leser aus dem informativen und anregenden Buch des Münchner Historikers Peter März.
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21.6.2002
Heribert Prantl
Verdächtig
Conrad Lay
Moderne Gesellschaften sind aus Sichten des einzelnen Bürgers überkomplex geworden. Dies macht rationale Entscheidungen und begründbare Zukunftserwartungen schwieriger. Zwar gewinnt der Einzelne Freiheiten und Lebenschancen, indem er aus fest gefügten Lebenskreisen heraustritt, aber gleichzeitig verliert er frühere Sicherheiten, die sich aus eindeutigen Zugehörigkeiten speisten. Der Gewinn an Subjektivität geht mit einem Verlust des persönlichen Sicherheitsgefühls einher, der sich in Orientierungs- und Ordnungsunsicherheit manifestiert. Die Erfolge von Rechtspopulisten deutschland- und europaweit deuten demnach auf ein ernstzunehmendes Problem hin und sind nicht nur auf das reißerische Auftreten von Schill, Haider und Co. zurückzuführen.
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14.6.2002
Werner Mittenzwei
Die Intellektuellen
Konrad Franke
Werner Mittenzwei hat eine gute Brecht-Biographie geschrieben. Sein neues Buch über die Intellektuellen, über Literatur und Politik in Ostdeutschland zwischen 1945 und heute lässt den Leser zweifeln, ob es denselben Menschen Werner Mittenzwei, Literatur- und Theaterwissenschaftler vom Jahrgang 1927, zum Autor hat.
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7.6.2002
Blick in politische Zeitungen
Arnulf Baring
Baring: Nr. 21 der "Beilage zum Parlament: Aus Politik und Zeitgeschichte" beschäftigt sich mit den Chancen unserer Parteien bei den bevorstehenden Bundestagswahlen. Dabei geht es immer wieder um den Begriff der politischen "Mitte", den die SPD, auch die Grünen, in den letzten Jahren für sich reklamierten. Der Göttinger Politikwissenschaftler Franz Walter sieht gegenwärtig, wie es in der Überschrift seines Essays heißt, "Die Mitte im Programmloch".
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31.5.2002
Helmut Schmidt / Sandra Maischberger
Hand aufs Herz
Geert Müller-Gerbes
Da steht nun der ganze Bücherschrank voll mit Büchern von und auch über Helmut Schmidt. Sie alle sind hochinteressant, voller Fakten, sorgfältig recherchiert und gegengelesen im Verlag von kenntnisreichen Lektoren. Sie alle haben schlicht und einfach eines gemeinsam: sie sind langweilig. Man liest ein paar Seiten, blättert weiter, schlägt hier und da nach und stellt sie zu dem gesammelten Bildungsgut zurück in den Bücherschrank. Dort wirken sie leise und nachdrücklich vor sich hin.
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24.5.2002
Henry Kissinger
Die Herausforderung Amerikas
Paul Nolte
Schon das peinliche Vorgeplänkel zum Besuch des amerikanischen Präsidenten in Berlin hat gezeigt, dass es mit den deutsch-amerikanischen Beziehungen derzeit nicht zum Besten bestellt ist. Dabei sind die gelegentlichen Ausbrüche von Hass oder gar Gewalt gar nicht einmal so ernst zu nehmen wie die wachsende Entfremdung über den Atlantik hinweg, die sich häufig eher in Desinteresse oder Unverständnis äußert als in dem engagierten Antiamerikanismus der älteren Sorte, an den die PDS noch einmal anknüpft. Jetzt zeigt sich: Die deutsche Wiedervereinigung, der militärische Abzug der Amerikaner und die Konzentration auf das europäische Einigungsprojekt haben im letzten Jahrzehnt zu einer Art kulturellem Vakuum in den Beziehungen zu Amerika geführt, und zwar unabhängig von der Person und Politik des in Deutschland wenig geliebten Präsidenten George W. Bush. Umgekehrt ist auch für die Vereinigten Staaten Europa ferner gerückt, wie Henry Kissinger weiß.
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20.5.2002
Reinhard Grimmer, Werner Irmler, Willi Opitz, Wolfgang Schwanitz (Hrsg.)
Die Sicherheit
Lutz Rathenow
Mit einem Plädoyer von Peter-Michael Diestel
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17.5.2002
Erhard Eppler
Vom Gewaltmonopol zum Gewaltmarkt?
Reinhard Kreissl
Erhard Eppler, einer der wenigen Intellektuellen, die der deutschen SPD verblieben sind, hat ein ebenso aktuelles, wie lukratives Thema angepackt. Eppler schreibt über das Problem der Entgrenzung von Gewalt. Er tut dies in einer für ihn typischen Weise. Eppler, der auf Kirchen- wie auf Parteitagen gleichermaßen reüssiert, steht als Figur für jene vom Aussterben bedrohte Mischung aus Askese und Betroffenheit, von Oberlehrer und Volkstribun, die der real existierenden Politik auf hohem Niveau den Spiegel intellektueller Kritik vorhalten. Der Oberlehrer gewinnt in dem Buch zunächst die Oberhand. Eppler beginnt, nach dem obligatorischen Verweis auf den 11. September im Vorwort, mit einem altmodisch überschriebenen Kapitel "Zur Klärung der Begriffe". Die Leserschaft erfährt, dass Gewalt ein vieldeutiger Begriff ist, dass Abgrenzung, Differenzierung, Klarstellung erforderlich sind. - Eben ein klassischer Fall von Begriffsklärung. Private und privatisierte Gewalt, so Eppler, sind zu unterscheiden.
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10.5.2002
Ute Kätzel
Die 68erinnen
Mariam Lau
Anfang des Jahres, man erinnert sich schon kaum noch, saß die Bundesrepublik ein weiteres Mal über der Bewegung von 1968 zu Gericht. Was als 'Fischer-Affäre' in die Chroniken eingehen wird, ließ noch einmal die Stimmung von damals, die Utopien, die Alltagskultur und natürlich das Verhältnis der Linken zur Gewalt Revue passieren. Überraschenderweise schnitt die Bewegung und ihr Exponent Fischer heute dabei erstaunlich gut ab. Dass sie die Bundesrepublik modernisiert und lebenswerter gemacht habe, wird der Studentenbewegung auch von vielen zugestanden, die ihre politische Philosophie für totalitär hielten.
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9.5.2002
Herwig Birg
Die demographische Zeitenwende
Josef Schmid
Der Professor für Bevölkerungswissenschaft an der Universität Bielefeld, Herwig Birg, geht in aufrüttelnden Kapiteln mit einer säumigen und ängstlichen Politik ins Gericht, die er bislang für unfähig und unwillig hält, die demographischen Entwicklungen zu steuern.
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