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Archiv | Signale | Sonntag • 12:10
28.11.2004
Erinnerungen an den Fortschritt
Von Wolfgang Sofsky
Es wird die Zeit kommen, da auf Erden nur noch freie Menschen leben, die keinen Herrn mehr über sich anerkennen als ihre Vernunft. Sklaven und Despoten, Priester und Dunkelmänner wird es nur noch in Geschichtsbüchern oder auf Theaterbrettern geben. Niemand wird mehr Hunger leiden, niemand mehr im Elend sterben. Versöhnt mit der Natur, mit sich selbst und den anderen werden die Menschen leben, im Bewusstsein der Freiheit und der Sittlichkeit. Diesem Zwischenziel steuert die Geschichte zu.
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21.11.2004
Vom Staat ohne Autorität zur autoritären Demokratie
Von Claus Koch
Wer in diesem Deutschland unter dieser Demokratie lebt, gehört zu den Privilegierten der Welt, sogar zu den Privilegierten des alten Westens. Staatliche Gewalt, die nicht notwendig ist und nicht eingesehen werden kann, wird gegen die Staatsbürger kaum geübt. Niemand ist hier zu öffentlichen Bekenntnissen gezwungen, etwa zum Vaterland und zu den westlichen Werten. Die Deutschen betrachten zwar den Staat nicht unbedingt als ihre Sache, sie haben auch die Demokratie nicht mit allen Poren aufgesogen, das Pathos der Republik ist ihnen fremd.
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14.11.2004
Die Bilder des Bösen
Von Reinhard Kreissl
Gewalt fasziniert jeden, auch diejenigen, die sich dagegen auflehnen. Das macht die immer wieder angezettelten Debatten über Gewalt in den Medien so paradox. Henri Nannen, der journalistische Vater des "Stern", war mit seinem Magazin ein Meister dieser Paradoxie. Er druckte Bilder des Grauens und der Gewalt ab - das wirkte auflagenfördernd und interessierte die Leser. Aber sein Kommentar war immer: Hier sehen Sie Bilder, die wir nie wieder sehen wollen.
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7.11.2004
Geschichte heute, oder: Ach, Schiller!
Von Cora Stephan
Lasst uns heute einmal nicht an deutsche Schicksalstage denken oder an das ewige Drama der Wiedervereinigung. Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus, zumindest auf dem Buchmarkt: Wir gedenken Friedrich Schillers, des deutschen Dichters, dessen Todestag sich im nächsten Jahr zum 200. Mal jährt!
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31.10.2004
Die Krise der amerikanischen Führungsmacht
Von Michael Stürmer
Ob Kerry oder Bush - Amerikas Führungsmacht, überdehnt und unbezahlbar, im Innern nicht getragen und von außen nicht unterstützt, ist in einer ernsten Krise. Aber das einzige, was in der neuen Weltunordnung noch schlimmer ist als amerikanische Stärke, wäre amerikanische Schwäche.
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24.10.2004
Die Protagonisten des Wendeherbstes
Von Rolf Schneider
Wenn am 9. November der 15. Jahrestag des Falles der Berliner Mauer begangen wird, bietet sich Gelegenheit, das Schicksal der ostdeutschen Protagonisten jener Tage zu bedenken. Diese Menschen boten sich an, so funktionieren Revolutionen, auch die friedlichen, für den überfälligen Wechsel der politischen Eliten. Sie hatten sich organisiert in parteiähnlichen Gruppierungen wie dem Neuen Forum oder in neu gegründeten Parteien wie der SDP und dem Demokratischen Aufbruch.
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17.10.2004
Von der Gleichheit
Von Wolfgang Sofsky
Am Anfang bestand unter den Menschen eine fürchterliche Ungleichheit. Ein jeder hatte sein Stück Acker, das ihm soviel trug, wie er brauchte. Niemand hungerte, denn niemand brauchte mehr, als er hatte. Aber einige waren mit ihrer Arbeit früher zu Ende als die anderen, sei es, weil sie klüger oder kräftiger waren, sei es, weil sie sich zusammentaten und gemeinsam ihr Pensum schneller erledigten als jeder für sich. So gewannen einige Menschen auf einmal freie Zeit.
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10.10.2004
Aus dem kalten Land
Anmerkungen zum Grobianismus
Von Claus Koch
Es ist ein unerfreuliches Thema, und viele mögen nicht hinhören. Es muss aber etwas daran sein, wenn man immer häufiger von Freunden, die sich ein paar Monate oder Jahre im Ausland herumgetrieben haben, zu hören bekommt, wie unhöflich und rüde und rechthaberisch es im Lande heute zugehe. Man kann es auch alle Tage selber erfahren.
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3.10.2004
Warum so pessimistisch?
Die Deutschen und der Tag der Einheit
Von Cora Stephan
Herzlichen Glückwunsch, Deutschland! Gut siehst du aus, fünfzehn Jahre nach dem Ende des Kalten Kriegs. Hast ein bisschen abgenommen, ein paar mehr Mimikfalten im Gesicht - aber immer noch bist du ein schönes Land, reich an Kulturgütern, Landschaften und mehr oder weniger intelligenten Bewohnern. Die allerdings leiden an einer seltsamen Krankheit: Sie sind stets und ständig unzufrieden. Es geht ihnen schlecht, komme, was da wolle. Andere Länder würden sich für die deutschen Sorgen bedanken. Was also ist los mit den Deutschen?
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26.9.2004
Osmanenreich
Von Michael Stürmer
Alle reden von der Türkei, niemand weiß noch vom Reich der Osmanen. Zu seiner Blütezeit reichte es von der Adriaküste - weshalb die Bosniaken bis heute Muslime sind - bis zum Zweistromland am Persischen Golf. Es umfasste die Länder des unteren Nil und verlor sich in den Wüstengebirgen der Arabia Felix und der Sahara. Es war ein Imperium, das die Europäer ein halbes Jahrtausend lang das Fürchten lehrte.
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