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21.12.2004
"Schöner als das Leben selbst“
Was die Literatur im Museum sucht
Von Edelgard Abenstein

Wäre auch ein Thema für Literaten: Besucher der MoMa-Ausstellung warten am  15. April 2004 vor der Neuen Nationalgalerie in Berlin auf Einlass (Bild: AP Archiv)
Wäre auch ein Thema für Literaten: Besucher der MoMa-Ausstellung warten am 15. April 2004 vor der Neuen Nationalgalerie in Berlin auf Einlass (Bild: AP Archiv)
Kosmos mit Personal: Die Museumswelt hält für die Menschen, die sie betreten, reichlich Überraschungen bereit. Sie schult, wie Thomas Mann bei einem Gang durch das Museo Sciencias Naturaes von Lissabon seinen Felix Krull sagen lässt, den Sinn für die Formen und Charaktere des Lebens.

Orte der Erkenntnis, des Erstaunens und der Verzauberung können Museen sein, aber auch Passagen von Lustlosigkeit, hehrer Pflichterfüllung und von Enttäuschungen. Wie unerschöpflich der museale Zugriff auf die Welt auch sein mag, so erschöpft sich doch diese Welt zuallererst in zwei Augen.
Darüber, was bei der Begegnung von Besuchern und Ausstellungsstücken geschieht, gibt es eine reiche Literatur.

Denn Museen taugen zur Bühne fast aller menschlichen Gefühle, gespiegelt in Leinwänden, fein ziseliertem Marmor oder in viertausend Jahre alten Schrifttafeln. Schön oder hässlich ist dabei die alles bestimmende Frage, die durch die Sammlungen von Kunst und Geschichte, von Natur und ausgestelltem Alltag führt. Museen als Kollektionen von Einzigartigkeiten, als die großen "Sinnagenturen der Moderne" - davon weiß die Literatur ein Lied zu singen, schrill und wohltönend, schwärmerisch, dissonant und kurios zugleich.
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