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23.1.2005
"Nur ein Spiel"
Gewalt und Sexualität bei japanischen Schriftstellerinnen
Von Sabine Grimkowski

Schon in den 60er Jahren haben japanische Schriftstellerinnen das Thema "Gewalt und Sexualität" für sich entdeckt und auf eigene weibliche Weise gestaltet. Bei Taeko Kono, der heute fast 80-Jährigen, führen die Gewaltphantasien ihrer Protagonistin, die brutale Züchtigungen eines Knaben einschließen, zu einer erfüllten Sexualität mit sado-masochistischen Praktiken.

Auch in den Werken jüngerer Schriftstellerinnen wie Yoko Ogawa spielt der Aspekt Sado-Masochismus, das Verhältnis von Unterwerfung und Machtausübung, eine große Rolle. Andere, wie Yoriko Shono, spitzen männliche Herrschaftsstrukturen satirisch zu und entwerfen ein Frauenland, in dem Männer wie Tiere gehalten werden, oder, wie Rieko Matsuura und Yoko Tawada, entdecken die Gewalt in der Sprache und setzen dem eine "Verwandlungsliteratur" entgegen, in der die Geschlechtergrenzen fröhlich aufgehoben werden.

Sabine Grimkowski hat in Japan mit den Schriftstellerinnen gesprochen und ist auf eine blühende weibliche Phantasie gestoßen.

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