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8.2.2005
"Das Licht hinter dem Morgennebel"
Zum 75. Geburtstag von Eva Strittmatter
Von Holmar Atilla Mück und Sigried Wesener

"Das Licht hinter dem Morgennebel"
Zum 75. Geburtstag von Eva Strittmatter
Von Holmar Atilla Mück

Eva Strittmatter war die erfolgreichste und populärste Lyrikerin der DDR. Kein Dichter hat jemals so hohe Auflagen seiner Bücher erlebt. Ihre Verse sind in viele Sprachen übersetzt worden, sie sind einfach, dem Leben nahe. Sie pries und preist die ganz simplen Dinge, verrät ihre Nöte, Ängste und Hoffnungen, "beklagt den Verlust und besingt den Morgennebel, hinter dem sie immer das Licht wittert." Das versteht jeder.

Eva Strittmatter hat Volksdichtung geschafffen, im besten Sinne des Wortes, Verse, die helfen, weil sie von der Gleichheit aller in der Liebe und im Leid erzählen.

"Eisenzeitlupe"
Der russische Dichter und Satiriker Wjatscheslaw Kuprijanow
Von Sigried Wesener

Verse sind für ihn "Bäume, in deren Schatten es hell ist", der Dichter ist ein "Späher// geschickt von eurer warmen Neugier nach den Zungen der Scheeglöckchen". Mit poetischer Kraft und kritischem Blick auf die Schieflage der Welt wendet sich Wjatscheslaw Kuprijanow mit seinen "Hausaufgaben" an den "begabten Leser". Der 1939 in Nowosibirsk geborene Dichter, Satiriker und Romancier gehört heute zu den bedeutendsten russischen Poeten. In der Sowjetunion galt er lange als Geheimtipp.

Mit den Gedichtbänden "Eisenzeitlupe", "Wie man eine Giraffe wird" und mit dem Roman "Der Schuh des Empedokles" empfahl er sich auch auf dem deutschen Buchmarkt. Als Übersetzer der jüngsten russischen Rilke-Ausgabe sowie von Gedichten von Brecht, Enzensberger und Jandl ist er ein anerkannter Mittler zwischen russischen und deutschen Dichtern und Lesern.
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