ZeitFragen
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5.12.2004
Der Anwalt als Unternehmer
Juristen passen sich der Dienstleistungsgesellschaft an
Von Annette Wilmes

Ein Rechtsanwalt der Klägerpartei zu Beginn des Prozesses von Aktionären gegen die Telekom am 23. November 2004 im Landgericht in Frankfurt am Main (Bild: AP)
Ein Rechtsanwalt der Klägerpartei zu Beginn des Prozesses von Aktionären gegen die Telekom am 23. November 2004 im Landgericht in Frankfurt am Main (Bild: AP)
Nicht nur in TV-Serien wie "Liebling Kreuzberg" oder "Edel und Starck" sind sie beliebt, Anwälte werden immer gebraucht. Sie arbeiten als Unternehmensberater, als Strafverteidiger, als Mietrechtsanwälte. Es gibt das kleine Büro an der Ecke, in dem der Einzelanwalt alle möglichen Rechtsfälle des Alltags bearbeitet. In Anwaltskanzleishops wird die Dienstleistung als schnelle Ware wie im Kaufhaus feilgeboten. Und in den international agierenden Großkanzleien mit mehreren tausend Anwälten hat der einfache Mandant mit dem missglückten Autokauf nichts zu suchen.

Die Rechtsprobleme des Alltags sind vielfältig, der Stoff geht nicht aus. Dennoch befinden sich inzwischen viele Anwälte in wirtschaftlicher Notlage. Zu viele drängen in den Beruf, weil die zahlreichen Jura-Absolventen woanders nicht unterkommen. Immer mehr halten sich mit Nebenjobs über Wasser. Das Berufsbild ändert sich auch durch neue Gesetze. So ist Werbung erlaubt, die Gebühren werden in absehbarer Zeit nicht mehr durch Gebührenordnungen festgelegt sein, sondern frei vereinbart. Ist das der Wechsel vom Anwalt als "Organ der Rechtspflege" zum Dienstleister und Freien Unternehmer?
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