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Sonn- und Feiertag • 15:05
6.3.2005
Sitzenbleiber
Wie Bildungsarmut systematisch reproduziert wird
Von Barbara Leitner

Schüler an der Tafel (Bild: AP)
Schüler an der Tafel (Bild: AP)
"Klug muss man nicht unbedingt sein. Durchsetzungsvermögen braucht man!", gibt die 41-jährige Susanne ihren beiden Kindern auf den Weg. Während Gleichaltrige in den 60er und 70er Jahren von der Bildungsexpansion und der postulierten Chancengleichheit profitierten und aufstiegen, blieb die allein erziehende Mutter ohne Berufsabschluss und bildungsarm wie ihre Eltern. Entsprechend kann sie nur begrenzt Bildung und Kompetenzen an ihre Kinder weiter geben. Zugleich haben ihre Kinder im deutschen Schulsystem kaum Chancen, die Empfehlung für eine höhere Schule zu bekommen und damit die Bildungstradition der Familie zu durchbrechen. Während OECD-weit sechs Prozent der Bevölkerung ohne Schul- bzw. Berufsabschluss bleiben, sind es in Deutschland zehn Prozent. Natürlich sind die Deutschen nicht dümmer als andere, aber sie vergeben zu viele Bildungschancen. Das hat weit reichende Folgen für die individuelle Lebensgestaltung und untergräbt in einer alternden Wissensgesellschaft mehr und mehr die Lebensgrundlagen der Gesellschaft.
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