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Armenhaus am Mittelmeer

Die Geschichte des Gazastreifens

Hamas-Kämpfer bei einer Demonstration in Gaza-Stadt (picture alliance / dpa / Landov Ismael Mohamad)
Hamas-Kämpfer bei einer Demonstration in Gaza-Stadt (picture alliance / dpa / Landov Ismael Mohamad)

Der Gazastreifen ist ein dicht bevölkertes Küstengebiet. Es umfasst etwa 360 Quadratkilometer und ist damit kleiner als das Bundesland Bremen. Dort wohnen rund 1,7 Millionen Palästinenser. Ein Großteil von ihnen lebt unter der Armutsgrenze und unterstützt die radikal-islamische Hamas.

Offiziell ist ein Drittel der Bevölkerung im Gazastreifen arbeitslos. Wirtschafts- und Verwaltungszentrum ist die Stadt Gaza mit mehr als 400.000 Einwohnern. Israel hatte den Gazastreifen 1967 besetzt und baute dort Siedlungen. 2005 räumte die Regierung in Jerusalem die Siedlungen und zog ihre Soldaten ab. 2006 überfiel die radikal- islamische Hamas einen israelischen Militärstützpunkt am Rand des Gazastreifens und nahm den Soldaten Gilad Schalit als Geisel. Daraufhin rückte die israelische Armee auf der Suche nach ihm wieder in den Gazastreifen ein.

Kurz darauf siegte die Hamas bei Parlamentswahlen über die gemäßigte Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und übernahm die Kontrolle über den Gazastreifen. Israel erklärte diesen daraufhin zum "feindlichen Gebiet". Ende Dezember 2008 begann dort die groß angelegte Bodenoffensive "Gegossenes Blei". Innerhalb von drei Wochen wurden damals im Gazastreifen nach palästinensischen Angaben mindestens 1310 Palästinenser getötet, die Israelis meldeten in den eigenen Reihen 13 Tote.

Im Mai 2011 unterzeichneten die rivalisierenden Palästinensergruppen ein Versöhnungsabkommen, das die Bildung einer Einheitsregierung und Wahlen vorsah. Am 6. Februar 2012 kam es in Katar zu der Übereinkunft, dass Palästinenserpräsident Mahmud Abbas Chef einer Übergangsregierung werden und die Wahlen organisieren soll. Bisher ist es dazu nicht gekommen.

Ein Hamas-Mitglied untersucht Schäden an einem Gebäude nach einem israelischen Luftangriff im nördlichen Gazastreifen. (picture-alliance / dpa)Ein Hamas-Mitglied untersucht Schäden an einem Gebäude nach einem israelischen Luftangriff im nördlichen Gazastreifen. (picture-alliance / dpa)

Terrororganisation mit karitativem Arm

Der Begriff "Hamas" tauchte erstmals im Dezember 1987 auf. Damals wurde die Hamas von Scheich Ahmed Jassin als politischer Arm der ägyptischen Muslimbruderschaft in Gaza gegründet. Der Name Hamas steht für "Harakat al Mukawamah al Islamijah", auf Deutsch "Islamische Widerstandsbewegung".

Die Hamas besteht aus drei Teilen: den paramilitärischen Kassam-Brigaden, einer karitativen Organisation und einer politischen Partei. Immer wieder haben Hamas-Aktivisten den Friedensprozess in der Region durch Selbstmordanschläge zu verhindern versucht. Die Gruppierung lehnt das Existenzrecht eines jüdischen Staates im Nahen Osten ab. EU und USA stufen sie als Terrororganisation ein. Im verarmten Gazastreifen genießt sie jedoch aufgrund ihres sozialen Engagements großen Rückhalt in der Bevölkerung.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:01 Uhr

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