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Armin Laschet soll NRW-CDU führen

Kritik aus den Kreisverbänden an "Hinterzimmer"-Politik

Armin Laschet auf dem Weg zur Vorstandssitzung in Düsseldorf (picture alliance / dpa / Rolf Vennenbernd)
Armin Laschet auf dem Weg zur Vorstandssitzung in Düsseldorf (picture alliance / dpa / Rolf Vennenbernd)

Die nordrhein-westfälische CDU will sich einen Machtkampf um die Nachfolge von Norbert Röttgen ersparen. Armin Laschet soll neuer Vorsitzender des mitgliederstärksten CDU-Landesverbandes werden, Karl-Josef Laumann bleibt Fraktionschef. Doch nicht alle in der Partei sind mit dieser Entscheidung zufrieden.

Der neue designierte Landesvorsitzende der NRW-CDU kennt Niederlagen. In den vergangenen beiden Jahren hatte er erst das Rennen um den Posten des Fraktionschefs verloren, dann um die Parteispitze. Im dritten Anlauf wird Laschet es schaffen, zum starken Mann der Christdemokraten an Rhein und Ruhr aufzusteigen. Der bisherige der Partei- und Fraktionsvize ist der einzige Anwärter für den Posten. Das historische Wahldebakel der NRW-CDU und der damit verbundene Rücktritt von Landeschef Norbert Röttgen hatten den Weg freigemacht.

Kurz vor der Sitzung des CDU-Vorstands in Düsseldorf hatten sich Laschet und CDU-Fraktionschef Karl-Josef Laumann geeinigt, nicht gegeneinander anzutreten. Für Laschet sprach sich die große Mehrheit des Landesvorstands aus. Der dreifache Familienvater gilt als Vertreter der Großstadt-CDU und als Modernisierer in der Union. Der Aachener war Bundestags- und Europaabgeordneter sowie Integrationsminister im Kabinett von Jürgen Rüttgers. Der designierte CDU-Vorsitzende in NRW will die CDU "tiefer im Land verankern und breiter in den Themen".

Laschet äußerte sich besorgt über die Lage seines Landesverbandes. "Bei 26 Prozent für die CDU ist der Volkspartei-Charakter in Gefahr", sagte er dem Fernsehsender Phoenix. Der Rheinländer wolle keine Grabenkämpfe mit dem Westfalen Laumann. "Ich glaube, dass die CDU mit zwei Persönlichkeiten unterschiedlicher Art stärker ist als mit einem, der die Last alleine tragen muss."

Austrittswelle befürchtet

Die Entscheidung sorgt für Kritik. Die Parteibasis sei bei der Entscheidung über den Vorsitz der NRW-CDU nicht angemessen berücksichtigt worden, erklärten mehrere Kreisvorsitzende. "Hinterzimmer-Entscheidungen sind nicht zielführend, wenn man die NRW-CDU wieder auf Erfolgskurs bringen will", zitiert die "Rheinische Post" den Kölner CDU-Chef Bernd Petelkau. Die Duisburger CDU befürchtet gar eine Austrittswelle. "Es geht uns nicht darum, die Person Armin Laschet zu kritisieren, sondern die Art und Weise der Kandidatenfindung", hieß es.

CDU wollte keine Kampfabstimmung

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Karl-Josef Laumann spricht während einer Pressekonferenz der NRW-CDU im Düsseldorfer Landtag in Düsseldorf.Der Vorschlag einer Doppelspitze sei "nicht nur respektiert", sondern von vielen auch mit "großer Erleichterung" aufgenommen worden, sagte Laumann. "Wir sind keine Ernannten. Wir haben nichts ausgeklüngelt. Es ist ein Angebot, mehr nicht." Er hatte zunächst selbst als Anwärter auf die Parteispitze gegolten. An der Basis hätten viele gesagt, "erspart der Partei zurzeit eine Kampfabstimmung", sagte Laumann.

Nach Informationen der "Rheinischen Post" soll sich Bundeskanzlerin Angela Merkel in die Führungsdebatte in NRW eingeschaltet haben und auf Laumann eingewirkt haben. Sie bat Laumann demnach, einem Kompromiss mit Laschet zuzustimmen.

Stimmt der Parteivorstand wie erwartet für den Kandidatenvorschlag, könnte Laschet bei einem Parteitag am 30. Juni als Röttgen-Nachfolger gewählt werden. Die CDU war mit ihrem Spitzenkandidaten Röttgen bei der Landtagswahl am 13. Mai auf ein Rekordtief von 26,3 Prozent abgestürzt. Röttgen kündigte sofort nach der Niederlage seinen Rücktritt an. Einige Tage später hatte Merkel ihn als Bundesumweltminister entlassen.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:52 Uhr

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