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Armstrong soll alle Tour-Titel verlieren

Die US-Anti-Doping-Agentur sperrt den Radprofi lebenslang

Der US-Amerikaner Lance Armstrong gibt auf (AP)
Der US-Amerikaner Lance Armstrong gibt auf (AP)

US-Radsportler Lance Armstrong hat den jahrelangen Kampf gegen die ihm gegenüber erhobenen Doping-Vorwürfe jetzt wohl verloren. Es ist damit zu rechnen, dass dem Amerikaner alle seine sieben Tour-de-France-Titel aberkannt werden.

Noch ist das Urteil der US-Anti-Doping-Agentur USADA nicht verbindlich. Denn der Internationale Radsportverband (UCI) könnte den Fall Armstrong noch vor den Internationalen Sportsgerichtshof (CAS) bringen. Dann kannn es noch eine Weile dauern, bis ihm die Titel der Tour de France aberkannt werden. Die Behörde hat Armstrong allerdings lebenslang als Radprofi gesperrt.

Zuvor verzichtete Lance Armstrong in einer überraschenden Entscheidung auf eine Anhörung vor der US-Anti-Doping-Agentur USADA. "Es kommt der Moment, da sagt man sich, es reicht", teilte der Amerikaner auf seiner Homepage mit. Die Dopingfahnder hatten zu dem Zeitpunktbereits angekündigt, Armstrong würden die Titel aberkannt.

Armstrong: Zu hoher Zoll

Das gesamte Verfahren habe einen "zu hohen Zoll" von ihm und seiner Familie gefordert, begründete Armstrong seinen Entschluss. Wenn er eine Chance gesehen hätte, in einer fairen Umgebung die Vorwürfe widerlegen zu können, hätte er "die Chance wahrgenommen. (...) Aber ich weigere mich, in einem einseitigen und unfairen Prozess mitzumachen."

Der 40-jährige Texaner wird seit Jahren mit Doping-Vorwürfen konfrontiert, ist aber nie positiv getestet worden. Ehemalige Teamkameraden und Helfer hatten ihre Verwicklungen in entsprechende Praktiken gestanden und Armstrong schwer belastet.

Absurd: Jan Ullrich könnten Titel zufallen

Profitiert Ullrich etwa von der Aberkennung der Titel Armstrongs (picture alliance / dpa - Bernd Thissen)Ullrich könnte Armstrongs Titel bekommen (picture alliance / dpa - Bernd Thissen)Die mögliche Aberkennung der Erfolge Armstrongs trägt jedoch kaum zu einer neuen Seriosität im Profi-Radsport bei. Den Nutzen könnte jetzt Jan Ullrich haben. Dreimal war der Deutsche (2000, 2001 und 2003) als Zweiter hinter Armstrong ins Ziel gekommen. Ullrich war allerdings erst im Februar dieses Jahres nach jahrelangem Rechtsstreit um die sogenannte spanische Doping-Affäre vom internationalen Sportgerichtshof CAS zu einer zweijährigen Sperre verurteilt worden. Nun könnte er, selbst Doping-Sünder, also auf den Posten des Siegers aufrücken. Eine Erhebung Ullrichs zum viermaligen Toursieger wäre an Absurdität kaum noch zu überbieten.

Mehr zum Thema

Interview - ARD-Doping-Experte: "Armstrongs Rückzug kommt einem Schuldeingeständnis gleich"

Die Debatte um Lance Armstrong ist auch Thema in der Presseschau des Deutschlandfunks zu verfolgen.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:57 Uhr

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