Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

"Assad bereit, Gewalt zu beenden"

Russische Vermittlermission in Syrien

Syriens Präsident Assad begrüßt Russlands Außenminister Lawrow (dpa / picture alliance / Eduard Pesov)
Syriens Präsident Assad begrüßt Russlands Außenminister Lawrow (dpa / picture alliance / Eduard Pesov)

Russland hält zu Syrien: Nach einem Treffen mit Staatschef Baschar al-Assad in Damaskus erklärt Außenminister Sergej Lawrow, Assad sei bereit, die Gewalt zu beenden. Während in Homs die Kämpfe weitergingen, riefen mehrere Länder ihre Botschafter zurück.

Lawrow sprach von einem "sehr nützlichen" Treffen. Assad habe sich dafür ausgesprochen, die Beobachtermission der Arabischen Liga auszuweiten und fortzusetzen. Er werde sich für ein Ende der Gewalt einsetzen, "von wo sie auch kommt". Zudem wolle er einen Zeitplan für ein Referendum über eine Verfassung vorlegen.

Bereits bei seiner Ankunft hatte Lawrow erklärt, Assad sei sich seiner Verantwortung bewusst. Medienberichten zufolge wurde er in einem Vorort der syrischen Hauptstadt Damaskus von Tausenden Assad-Anhängern empfangen. Sie säumten den Straßenrand und skandierten "Danke Russland! Danke China!". Beide Länder hatten im UNO-Sicherheitsrat eine Verurteilung der Gewalt des Assad-Regimes verhindert und waren dafür international scharf kritisiert worden.

Russisch-syrische Partnerschaft

Lawrow wurde begleitet vom Chef des russischen Auslandsgeheimdienstes. Syrien ist nach dem Umbruch in Libyen für Russland einer der letzten engen Partner im Nahen Osten. Moskau unterhält nicht nur einen Flottenstützpunkt in Syrien. Damaskus ist auch ein wichtiger Abnehmer für russische Rüstungsgüter. Auch nach dem Beginn der Unruhen lieferte Russland weiter Waffen.

Auch China bevorzugt Dialog

Nach Russland denkt auch China darüber nach, Regierungsvertreter in Länder der Region zu schicken. Das Außenministerium in Peking erklärte erneut, China setze auf Dialog, um die Gewalt in Syrien zu beenden. Auch die Türkei kündigte eine neue Syrien-Initiative an. Daran sollen alle Länder beteiligt werden, "die an der Seite des syrischen Volkes stehen", sagte Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan. Die Türkei hat eine 900 Kilometer lange Landesgrenze zu Syrien und spielt bei möglichen humanitären oder militärischen Aktionen des Auslands eine wichtige Rolle.

Weitere Länder rufen Botschafter zurück

Nach Großbritannien und den USA haben Frankreich, Italien und Spanien sowie die Mitglieder des Golf-Kooperationsrates ihre Botschafter aus Damaskus zurückgezogen. Auch Deutschland will den Druck auf den syrischen Präsidenten Assad erhöhen. Außenminister Guido Westerwelle sagte in Berlin: "Das bedeutet eine neue Sanktionsrunde." Die EU bereitet Diplomaten zufolge weitere Sanktionen vor.

Homs weiter unter Beschuss

Syrische Streitkräfte haben ihre Angriffe auf die syrische Protesthochburg Homs fortgesetzt. Das syrische Innenministerium erklärte, man werde so lange gegen Terroristen vorgehen, bis in der Stadt Sicherheit und Ordnung wiederhergestellt seien. Nach einem Bericht der britischen BBC fürchten die Bewohner von Homs eine Bodenoffensive der Assad-Truppen. Die BBC gehört zu den wenigen Medien, die einen Korrespondenten in der Stadt haben.

Mutmaßliche syrische Geheimdienstmitarbeiter in Berlin verhaftet

Die Bundesanwaltschaft hat zwei mutmaßliche syrische Geheimdienstmitarbeiter verhaften lassen. Die Behörde erklärte in Karlsruhe, es handele sich um einen Syrer und einen Deutsch-Libanesen. "Die Beschuldigten sind dringend verdächtig, für einen syrischen Nachrichtendienst seit Jahren planmäßig syrische Oppositionelle in der Bundesrepublik Deutschland ausgeforscht zu haben." Die Bundesanwaltschaft ermittelt zudem gegen sechs weitere Personen.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:47 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 04:05 Uhr Radionacht Information

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 01:05 Uhr Tonart

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Nach der Bundestagswahl Alle Demokraten sind herausgefordert

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) steht am 24.09.2017 in Berlin in der Parteizentrale der CDU auf der Bühne. Merkel reagierte bei der Wahlparty der CDU auf die Veröffentlichung der Hochrechnungen zum Ausgang der Bundestagswahl 2017.  (dpa / picture alliance / Boris Roessler)

Der Einzug der AfD in den deutschen Bundestag fordere alle Demokraten heraus, kommentiert Dlf-Chefredakteurin Birgit Wentzien. Das Parlament werde mit Abgeordneten umgehen müssen, die rassistische Parolen nicht scheuen. In dieser Situation sei der künftige Bundestagspräsident besonders gefordert.

Down-Syndrom und Wahlrecht Julian Peters will wählen - und darf nicht

Julian Peters an seinem Smartphone (privat)

Julian Peters darf bei der Bundestagswahl nicht seine Stimme abgeben, weil er das Down-Syndrom hat und eine gesetzliche Betreuung in allen Angelegenheiten. Ist das gerecht?

Reaktionen auf die Wahl - im NetzEmpörung vs. Euphorie

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) steht am 24.09.2017 in Berlin in der Parteizentrale der CDU auf der Bühne. (dpa-Bildfunk / Michael Kappeler)

Im Netz wird seit 18 Uhr mit Leidenschaft über die ersten Ergebnisse der Bundestagswahl debattiert - auf Twitter ebenso wie bei Facebook oder bei Instagram. Der Tenor: Viel Enttäuschung bei den Verlierern, euphorische Stimmung bei AfD als neuer drittstärkster Kraft.

Ausstellung über den SchlafVom subversiven Potenzial des Schlummerns

Ein Mann schaut sich in Bremen im Paula Modersohn-Becker Museum das Bild "Reclining Nude" aus dem Jahr 1952 von William Copley an. Das Bild hängt in der Ausstellung "Schlaf - Eine produktive Zeitverschwendung" (dpa / Carmen Jaspersen)

Der Schlaf ist ein uraltes Thema, sowohl in der Philosophie als auch in der Kunst. Die Bremer Museen Böttcherstraße widmen ihm nun eine Ausstellung - und die überrascht.

Vor der Wahl"Es gibt eine allgemeine Stimmung der Ängstlichkeit"

Blick auf ein idylisches Örtchen im Sonnenschein mit Kirche (imago / Rüdiger Wölk)

Was bewegt die Bürger in Deutschland? Um das zu erfahren, ist der Journalist und Schriftsteller Thomas Medicus quer durchs Land gereist: vom Tegernsee nach Flensburg und von Görlitz nach Aachen. Viele seien verunsichert, sagte Medicus im Dlf. Hinzu käme die Angst vor dem sozialen Abstieg.

Beuys konservieren Von der Schwierigkeit einen Fettfleck zu erhalten

Ein Porträt von Joseph Beuys (1921-1986), Aufnahme circa 1985. (imago/Leemage)

Stillstand ist das Ziel von Konservatoren und Restauratoren in der bildenden Kunst. Gerade bei moderner Kunst kann das zu einer Herausforderung werden: Ein Werk von Joseph Beuys zu erhalten ist durchaus eine besondere Aufgabe.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Bundestagswahl  AfD in Sachsen stärkste Kraft | mehr

Kulturnachrichten

Menschenrechtspreis für "Gruppe Caesar"  | mehr

 

| mehr