Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Assad: Syrien droht "Krieg von außen"

Machthaber lehnt Dialog mit Opposition ab

Der syrische Präsident Bashar al-Assad (AP / Syrisches Fernsehen)
Der syrische Präsident Bashar al-Assad (AP / Syrisches Fernsehen)

In einer Rede vor dem Parlament hat Syriens Präsident Assad Oppositionelle als vom Ausland gesteuerte "Terroristen" bezeichnet. Ein Ende des Kampfs gegen sie schließt er aus. Die EU drängt Russland unterdessen weiter zu einer härteren Haltung gegenüber dem syrischen Regime.

Ungeachtet des erneuten Appells des UN-Sondergesandten Kofi Annan zur Umsetzung der Waffenruhe hält der syrische Machthaber Baschar al-Assad an seinem Kampf gegen die Opposition fest. "Wir werden weiterhin dem Terrorismus die Stirn bieten", sagte er in einer Rede vor dem Parlament in Damaskus, politische Gespräche mit Terroristen werde es nicht geben.

Einen Dialog bot er lediglich politischen Überläufern aus der Opposition an: "Wir halten die Tür für diejenigen offen, die zurückkehren wollen", sagte der Machthaber bei einem seiner seltenen öffentlichen Auftritte. "Der Staat wird sich nicht rächen."

"Ein wahrer Krieg, der von außen geführt wird

Die Führung in Damaskus erklärt seit Monaten, Terroristen schürten die Gewalt im Lande - diese Aussage bekräftigte Assad erneut und schob die Schuld an dem Konflikt dem Ausland zu. "Wir haben kein politisches Problem", sagte Assad. "Womit wir es zu tun haben, ist ein Versuch, sektiererischen Streit zu säen und das Instrument dazu ist der Terrorismus. Wir haben es mit einem wahren Krieg zu tun, der von außen geführt wird."

Gleichzeitig forderte Assad dazu auf, die Gewalt sofort zu beenden und schweres Militär aus den Wohngebieten zurückzuziehen. Die Täter des Massakers von Hula, für das nach ersten UN-Untersuchungen zahlreiche westliche Staaten regimetreue Milizen oder Soldaten verantwortlich machen, verurteilte Assad als "Monster" und wies jede Verantwortung für die Gräueltat von sich.

Mehr als 10.000 Menschen getötet

In dem seit 15 Monaten anhaltenden Aufstand gegen Assad sind nach Angaben den Vereinten Nationen mehr als 10.000 Menschen getötet worden. Der Sonderbeauftragte der Arabischen Liga und der Vereinten Nationen für Syrien, Kofi Annan, hatte gestern vor einem Abgleiten Syriens in einen ungezügelten Krieg gewarnt.

Der Syrienkonflikt ist auch Thema des heute beginnenden zweitägigen EU-Russland-Gipfels in Sankt Petersburg. Mehrere EU-Staaten wollen den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu einer klareren Haltung gegen die Menschenrechtsverletzungen der syrischen Staatsführung bewegen.

Mehr zum Thema bei dradio.de:

<LI_1772666>Russland bleibt "ein Schlüssel für Amtsverzicht Assads"
Russland-Experte Andreas Schockenhoff fordert weiteren Druck auf den russischen Präsidenten Putin

"Das Assad-Regime ist traditionell nahe an der russischen Politik" Politologe über das russisch-syrische Verhältnis

Koenigs fordert mehr Druck auf Russland im Syrien-KonfliktGrünen-Politiker hält nichts von militärischer Option

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:53 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 08:50 Uhr Presseschau

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 08:50 Uhr Buchkritik

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Multimedia-ReportageGrimme Online Award für Deutschlandradio Kultur

Tausende Sizilianer zogen in den 1960er-Jahren nach Solingen, um dort zu arbeiten. Was wurde aus ihrem Heimatgefühl, was aus ihren Träumen? Darum geht es in der ausgezeichneten Multimedia-Reportage.

Der Grimme Online Award geht unter anderem an eine Multimedia-Reportage vom Deutschlandradio Kultur. "Trappeto-Solingen-Trappeto" erzählt von Zuwanderern aus Sizilien, die nach Solingen kamen.

EU-Austritt Großbritanniens"Schotten könnten Unabhängigkeit vom Königreich verlangen"

Graham Watson, Vorsitzender der Liberalen-Fraktion im Europäischen Parlament (ALDE) (imago stock & people)

In Schottland hat es beim Referendum eine große Mehrheit für den Verbleib in der EU gegeben. Wenn die Engländer nun auf den EU-Austritt bestünden, dann könnte es dazu kommen, dass es kein Vereinigtes Königreich mehr geben werde, sagte Graham Watson, britischer Abgeordneter der Liberaldemokraten im EU-Parlament, im DLF.

BayernVom Freistaat zum freien Staat?

Sogenannte "Schellenrührer" ziehen am beim Faschingstreiben in Mittenwald durch den Ort. Mit dem Lärm der großen Kuhglocken sollen nach altem Brauch die bösen Wintergeister ausgetrieben werden. (dpa / picture alliance /  Angelika Warmuth)

Bayern ist zwar nicht Großbritannien - doch für mehr Unabhängigkeit vom Bund sprechen sich rund 40 Prozent der Bayern aus. Folgt nach dem Brexit bald der bayerische Ausstieg?

Nach dem Brexit-Entscheid"Ein sehr bitteres English Breakfast"

Stadtbild von London (AFP / Rob Stothard)

"Ein schlechter Tag für Europa", "historisch", "ein politisches Erdbeben" - die Entscheidung der Briten, der EU den Rücken zuzukehren, bewegt die Menschen in Europa. Erste Reaktionen.

SelbststeuerungDie Auto-Autos kommen

Der Straßenverkehr steht vor einem Umbruch - mit Selbststeuerung.  (picture alliance / dpa / Julian Stratenschulte)

Fahrzeuge handeln immer selbstständiger - mit Folgen für Fahrer, Umwelt und Gesellschaft. Der Straßenverkehr steht vor einem Umbruch. Nun wird versucht, die kleinen und großen Unwägbarkeiten dieses Wandels vorauszuahnen.

AlltagskunstSelfies ins Museum

Mädchen sitzt in ihrem Zimmer auf dem Boden und macht Selfies (imago / Felix Jason)

Selfies sind banal? Selfies sind Kunst! Ein renommiertes New Yorker Fotografiemuseum hat das endlich erkannt. Im International Center of Photography versöhnen sich die großen Fotografen mit den Social-Media-Fotos.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Wagenknecht  Brexit war Votum der Armen | mehr

Kulturnachrichten

Grimme Online Award für Deutschlandradio Kultur  | mehr

Wissensnachrichten

Forschung  Antikörper gegen Zika und Dengue gefunden | mehr