Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Assange beantragt Asyl in Ecuador

Wikileaks-Gründer in Botschaft in London geflüchtet

Wikileaks-Gründer Julian Assange (picture alliance / dpa / Peter Endig)
Wikileaks-Gründer Julian Assange (picture alliance / dpa / Peter Endig)

Der Gründer der Internetplattform Wikileaks, Julian Assange, hat in der Botschaft Ecuadors in London Asyl beantragt. Er will dadurch seine Auslieferung nach Schweden verhindern, wo ihm Vergewaltigung und sexuelle Nötigung vorgeworfen werden.

Assange sei gestern in Ecuadors Botschaft in London erschienen und habe sich entsprechend geäußert, erklärte Außenminister Ricardo Patino in Ecuadors Hauptstadt Quito. Nun werde seine Bitte gemäß den Normen und Prinzipien des Völkerrechtes geprüft. Bis zur Entscheidung stehe Assange unter dem Schutz der ecuadorianischen Regierung. Assange dankte der Botschaft und der Regierung in einer kurzen Erklärung.

Weiteres Mittel im Kampf gegen seine Auslieferung

Mit der Aktion versucht der gebürtige Australier ein weiteres Mal zu verhindern, dass er von Großbritannien nach Schweden ausgeliefert wird. Dort wollen ihn die Behörden zu Vorwürfen der sexuellen Nötigung und Vergewaltigung befragen. In mehreren Gerichtsprozessen hatte Assange in den vergangenen Monaten in Großbritannien versucht, seine Auslieferung zu verhindern - jedes Mal war er damit gescheitert. Nun steht ihm an juristischen Mitteln nur noch der Gang vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte offen.

Assange befürchtet, im Falle einer Auslieferung werde ihn Schweden an die USA ausliefern, wo ihn die Todesstrafe erwarte. Hintergrund ist ein Enthüllungsskandal: Auf der von ihm gegründeten Internetplattform Wikileaks veröffentlichte Assange 2011 Tausende von Geheimdokumenten zum Irak-Krieg und zog so den Zorn der US-Regierung auf sich.

US-kritische Regierung in Ecuador

Der ecuadorianische Präsident Rafael Correa (AP)Der ecuadorianische Präsident Rafael Correa (AP)Dass sich der 40-Jährige nun an Ecuador richtet, um Asyl zu erhalten, hat seinen Grund: Die linksgerichtete Regierung des ecuadorianischen Präsidenten Rafael Correa ist gegenüber den USA kritisch eingestellt und hat sich positiv über Wikileaks geäußert. In einer Talkshow, die Assange moderiert, war Correa Gast gewesen und hatte Assange Mut zugesprochen. Den Angaben einer Mitarbeiterin zufolge soll Assange in diesem Zusammenhang ein Angebot für Asyl in Ecuador erhalten haben.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:53 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 05:05 Uhr Informationen am Morgen

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 06:40 Uhr Aus den Feuilletons

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 06:30 Uhr Hielscher oder Haase

Aus unseren drei Programmen

Nach Dresdener RedeHöcke soll nicht mehr als Lehrer arbeiten dürfen

Der AfD-Politiker Björn Höcke. (imago / Steve Bauerschmidt)

Politiker von der SPD, CDU und Grünen fordern, dass Björn Höcke in Zukunft nicht mehr als Lehrer arbeiten darf. Grund ist seine Rede in Dresden am Dienstagabend. Der AfD-Politiker ist wegen seiner Abgeordnetentätigkeit im thüringischen Landesparlament zur Zeit von seinem Lehrberuf in Hessen beurlaubt.

MenstruationDer Kampf gegen ein uraltes Tabu

Blut auf weißer Fläche (picture alliance / dpa / Fritz Schumann)

Bis heute schweigen viele junge Frauen über ihre Periode. Laut einer Studie spricht nur eine von fünf Frauen mit ihrem Partner über ihre Menstruation. Unter dem Motto "period positivity" melden sich jedoch immer mehr Frauen zu Wort und sprechen offen über ihre Erfahrungen.

Reaktionen der US-KunstszeneKunst statt Trump

Museumsbesucher betrachten ein Bild der US-Künstlers Jackson Pollock, Titel: "Blue Poles" (1952) (picture alliance / dpa / EPA / Andy Rain)

Morgen wird Donald Trump als neuer Präsident der USA vereidigt. Das linksliberale Kunstpublikum bleibt den Feierlichkeiten demonstrativ fern. Museen bieten Sonderveranstaltungen und freien Eintritt. Ein Überblick.

"Yolocaust" von Shahak ShapiraSelfies am Holocaust-Mahnmal

Italienische Touristinnen machen am Holocaust-Denkmal in Berlin ein Selbstporträt mit einem "Selfie-Stick". (picture alliance / dpa/ Felix Zahn)

Darf man am Holocaust-Mahnmal in Berlin lustige Fotos schießen? Der Satiriker Shahak Shapira hat mit der Aktion "Yolocaust" darüber eine Debatte angestoßen. Der Zuspruch ist enorm - aber auch skeptische Stimmen werden laut. Wir haben uns umgesehen.

Antilopen Gang und Fehlfarben"Das hier ist Musik für Freaks"

Die Hip-Hop-Band Antilopen Gang aus Aachen und Düsseldorf. (picture alliance / JKP / Schermer / dpa)

Das neue Album der Antilopen Gang weist nicht nur mit dem Namen "Anarchie und Alltag" auf ein legendäres Album der Fehlfarben hin. Was die Hip-Hop-Gruppe und die Düsseldorfer Punkveteranen eint und warum auf die Fressen hauen manchmal besser ist als ständig zu reden.

Journalismus"The Young Turks" versus Donald Trump

"The Young Turks": Jayar Jackson, Praveen Singh, Gründer Cenk Uyger und Jesus Godoy im Washington (Imago)

Mit Donald Trump als Präsident wird sich für sie vieles verändern, befürchten nicht wenige Journalisten in den USA. Die Macher des Online-Nachrichten-Formats "The Young Turks", haben davor keine Angst. Ihr Gründer - ein US-Bürger mit türkischen Wurzeln- rät allen Medienmachern, sich vor dem neuen US-Präsidenten bloß nicht wegzuducken.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

US-Präsidentschaft  Trump und Pence vor Vereidigung | mehr

Kulturnachrichten

Zwei gestohlene Van Goghs kehren zurück  | mehr

Wissensnachrichten

Indonesien  Tierschützer prangern "Horror-Zoo" an | mehr