Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Auch Frankreich soll Daten ausspähen

"Le Monde": Auslandsgeheimdienst überwacht Kommunikation

Gespeicherte Kommunikationsdaten auch in Frankreich? (AP)
Gespeicherte Kommunikationsdaten auch in Frankreich? (AP)

Auch in Frankreich gibt es offenbar ein Geheimdienstprogramm zur Überwachung von Internet- und Telefondaten. Wie die Zeitung "Le Monde" berichtet, speichert der Auslandsnachrichtendienst Verbindungen von Telefongesprächen, SMS und E-Mails.

<p>In der <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="251998" text="US-Spionage-Affäre" alternative_text="US-Spionage-Affäre" /> hatte sich Frankreich zuletzt noch empört geäußert – doch nun sieht es ganz danach aus, also ob auch die Franzosen massenhaft Daten abgreifen. Die Kommunikationsdaten der Bürger werden nach einem <papaya:link href="http://www.lemonde.fr/societe/article/2013/07/04/revelations-sur-le-big-brother-francais_3441631_3224.html" text="Bericht der &quot;Le Monde&quot;-Onlineausgabe" title="Le Monde: Frankreich späht Daten aus" target="_blank" /> jahrelang illegal gespeichert. <br /><br />Der Auslandsgeheimdienst DGSE erfasse die Verbindungen von Computern und Telefonen innerhalb Frankreichs und ins Ausland. E-Mails, Kurznachrichten, Telefonverbindungen, Zugriffe auf Facebook und Twitter würden demnach gespeichert, und zwar mehrere Jahre lang. Die <a class="link_audio_beitrag" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2013/07/05/dlf_20130705_1236_9b52ad3f.mp3" title="Korrespondentenbericht zum französischen Abhörskandal(MP3-Audio)">übrigen sieben französischen Geheimdienste hätten Zugriff auf die Daten</a> und dürften sich beispielsweise in Gespräche einklinken, wenn etwas als verdächtig eingestuft würde.<br /><br />Nicht die Inhalte würden erfasst, sondern wer mit wem kommuniziert. Laut der Zeitung, die sich auf namentlich nicht genannte Geheimdienstquellen sowie offizielle Äußerungen von Geheimdienstmitarbeitern beruft, handelt es sich um illegale Eingriffe. Das Vorgehen ähnelt dem des US-amerikanischen <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="253670" text="Geheimdienstes NSA" alternative_text="Geheimdienstes NSA" />. Auch ein <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="253599" text="Abhörskandal in Großbritannien" alternative_text="Abhörskandal in Großbritannien" /> sorgt derzeit für Schlagzeilen.<br /><br /></p><p><strong>Premierminister kritisiert Bericht</strong></p><p>Das Büro von Premierminister Jean-Marc Ayrault wies den Bericht als "nicht exakt" zurück. Es gebe "mehrere Dienste", die aus Sicherheitsgründen Daten abfingen, darunter der DGSE, der Inlandsgeheimdienst und der Zoll. Alle diese Spähmaßnahmen seien gesetzlich geregelt. Sämtliche Datenabfragen müssten von einem nationalen Kontrollgremium autorisiert werden und würden dokumentiert.<br /><br />Auch der im Parlament für Geheimdienste zuständige sozialistische Abgeordnete Jean-Jacques Urvoas meldete Zweifel an. Dass sämtliche Daten angezapft und gelagert würden, entspreche nicht der Realität, wie er sie kenne, sagte er. Die Franzosen seien keineswegs einer massiven und dauerhaften Ausspionierung außerhalb jeder Kontrolle ausgeliefert.<br /><br /></p><p><strong>"Die Europäer müssen viel skeptischer werden" </strong></p><p> Immer mehr Europäer seien nicht bereit, die Auseinandersetzung um Bürgerrechte und Datenschutz zu führen,<papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="252038" text="kritisiert Rebecca Harms," alternative_text="kritisiert Rebecca Harms," /> Fraktionschefin der Grünen im Europaparlament. Es müsse unbedingt geklärt werden, wer in Europa wie viel gewusst oder bei den Spähprogrammen Hilfestellung geleistet habe. <br /><br /><br /><em>Mehr zum Thema bei dradio.de:</em><br /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="253681" text="Deutschland nimmt Snowden nicht auf" alternative_text="Deutschland nimmt Snowden nicht auf" /> - <br> Aufnahmegesuch des Ex-Geheimdienstmitarbeiters abgelehnt<br /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="253325" text="Abhörskandal in den USA" alternative_text="Abhörskandal in den USA" /> - <br> US-Regierung bespitzelte Nachrichtenagentur Associated Press<br /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="251648" text="Nicht jammern, sondern handeln" alternative_text="Nicht jammern, sondern handeln" /> - Europa sollte Konsequenzen aus dem Abhörskandal ziehen<br /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="244508" text="Die Gier nach Daten" alternative_text="Die Gier nach Daten" /> <br> Schutz der individuellen Freiheit im Netz<br /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="249438" text="Von Geheimhaltung und Datensammlung besessen" alternative_text="Von Geheimhaltung und Datensammlung besessen" /> <br> Die Schnüffelei der US-Behörden ist eines Rechtsstaates nicht würdig<br /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="251341" text="Scheinheilige Datenschutzdebatte" alternative_text="Scheinheilige Datenschutzdebatte" /> - Scheinheilige Datenschutzdebatte</p>
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:13 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Fazit

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Feature

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Mays Bündnis mit der DUP"Diese Regierung wird lange bestehen"

Die britische Premierministerin Theresa May mit der Vorsitzenden der nordirischen DUP-Partei Arlene Foster vor Downing Street Nummer 10 (26.6.2017). (AFP / Daniel Leal-Olivas)

Für ihre Minderheitsregierung ist die britische Premierministerin Theresa May ein Bündnis mit der nordirischen Partei DUP eingegangen. Der britische Historiker Brendan Simms ist optimistisch, was den Bestand dieses Bündnisses angeht: " Ich rechne damit, dass diese Regierung relativ lange bestehen wird", sagte er im Dlf.

Türkei verbannt Charles Darwin aus den Schulen "Das sind einfach dumme Leute, die das Sagen haben"

Die Evolution des Menschen (picture alliance / dpa / De_Agostini/Photoshot)

Der Diplomphysiker Ernst Peter Fischer hat die Evolutionstheorie von Charles Darwin verteidigt. Der frühere Professor für Wissenschaftsgeschichte sprach von "Borniertheit" in Polen oder der Türkei, wenn dort Darwin aus dem Schulunterricht genommen werde.

ETHEREUMCrash bei der Cyberwährung

Ethereum ist eine Kryptowährung, die in den vergangenen Wochen einen sagenhaften Aufstieg hinter sich. Doch jetzt gab es einen Crash. Die zeigen ziemlich deutlich, wo die Gefahren dieser Währung liegen.

WohnprojektFlüchtlinge und Nicht-Flüchtlinge unter einem Dach

Sharehaus Refugio - mit Flüchtlingen leben. (Deutschlandradio / Cara Wuchold)

Flüchtlinge sollen nicht abgeschottet in Asylbewerberheimen leben. Das ist die Grundidee des Share-Hauses "Refugio". Das mächtige Gründerzeithaus in Berlin-Neukölln gehört der Evangelischen Kirche – genauer: der Berliner Stadtmission. Flüchtlinge und Nicht-Flüchtlinge wohnen unter einem Dach. Funktioniert das?

Religion und WirtschaftUmverteilen mit Luther

Magneten mit dem Porträt Martin Luthers aus einem Cranach-Gemälde liegen am 25.09.2015 im Lutherhaus in Eisenach (Thüringen) auf einem Tisch. (dpa/picture-alliance/Sebastian Kahnert)

Allzu oft werde übersehen, dass es bei Luthers Kritik am Ablasshandel auch ums Geld ging, meint der Theologe Christoph Fleischmann. Gottes Gnade sei umsonst - und das habe auch Konsequenzen für die Verteilung von Geld und Ressourcen in der Gesellschaft.

Vor 10 Jahren: Mumie identifiziertHatschepsut - die mächtigste Frau Ägyptens

Büste des weiblichen Pharao Hatschepsut im Terrassentempel im Tal der Königinnen in Theben-West. (imago / Harald Lange)

Von 1479 bis 1458 v. Chr. regierte die Pharaonin Hatschepsut als mächtigste Frau Ägyptens. Ihre Mumie galt über 3.000 Jahre als verschollen. 2007 gelang es ägyptischen Wissenschaftlern, eine bereits 1903 entdeckte Mumie als die der Pharaonin Hatschepsut zu identifizieren.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Washington  US-Senat verschiebt Votum zu Obamacare | mehr

Kulturnachrichten

Brönner hält an "House of Jazz" fest  | mehr

 

| mehr