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Aufsichtsräte sollen weiblicher werden

EU-Kommission billigt Frauenquote

"Geschafft": EU-Justizkommissarin Viviane Reding hat die Frauenquote durch die EU-Kommission gebracht. (picture alliance / dpa / Olivier Hoslet)
"Geschafft": EU-Justizkommissarin Viviane Reding hat die Frauenquote durch die EU-Kommission gebracht. (picture alliance / dpa / Olivier Hoslet)

Nach wochenlangem internen Streit hat die EU-Kommission eine Frauenquote für Europas börsennotierte Unternehmen vorgeschlagen. Sie sollen 40 Prozent ihrer Aufsichtsratsposten mit Frauen besetzen - bis zum Jahr 2020.

Das Gremium billigte einen Gesetzentwurf von EU-Justizkommissarin Viviane Reding. Dieser schreibt den 5000 börsennotierten Firmen in der Europäischen Union vor, dass ihre Aufsichtsräte bis 2020 zu 40 Prozent aus Frauen bestehen müssen. Die Quote wird an eine "rechtlich bindende Auswahlprozedur" gekoppelt. Demnach sollen die Firmen ein transparentes Auswahlverfahren abhalten und bei gleicher Eignung den Vertreter des "unterrepräsentierten Geschlechts" bevorzugen - de facto also Frauen. Kommt es nach einem solchen Verfahren zu Beschwerden abgelehnter Kandidaten, liegt die Beweislast beim Unternehmen. Den Firmen drohen Sanktionen, wenn sie nicht kooperieren.

EU-Parlament und Ministerrat müssen noch zustimmen

Der Entscheidung war ein wochenlanger interner Streit vorausgegangen. Reding milderte deshalb ihren schärferen Ursprungsentwurf leicht ab, in Grundzügen blieb er jedoch erhalten. Heute twitterte sie nach der Zustimmung der Kommission in Brüssel: "Geschafft".

Damit das Gesetz in Kraft treten kann, bedarf der Entwurf noch der Zustimmung von Europaparlament und EU-Ministerrat, in dem die Mitgliedsstaaten vertreten sind. Ob die Frauenquote Gesetzeskraft erhält, ist damit noch offen, denn einige Regierungen sind gegen eine gesetzliche Quote. Auch die deutsche Regierung ist sich uneins: Familienministerin Kristina Schröder (CDU) und Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) lehnen eine Quote ab, Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) ist allerdings dafür.

Frauenunion der CDU begrüßt Beschluss

Die Frauenunion der CDU begrüßte den Beschluss der EU-Kommission jedoch. Vorsitzende Maria Böhmer sagte, nun müsse die Bundesregierung dem Plan im EU-Ministerrat zustimmen. Freiwillige Selbstverpflichtungen der Wirtschaft hätten bislang keinen Erfolg gezeitigt.

Wissenschaftlerin Allmendinger erwartet Ausstrahlungseffekte

Jutta Allmendinger, die Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin, erhofft sich von Redings Vorstoß eine Ausweitung des Frauenanteils in führenden Wirtschaftspositionen. Mehr Frauen in Aufsichtsräten könnten auch einen Anstieg von Frauen in Vorständen nach sich ziehen, sagte sie im Deutschlandradio Kultur. Auch mittlere und kleine Unternehmen könnten von Ausstrahlungseffekten profitieren.


Weitere Informationen auf dradio.de:

Bundesrat will Frauenquote in Spitzenjobs
Unionsländer verhelfen SPD-Initiative zum Durchbruch
Farbe bekennen zur Frauenquote
Bundestag hat über Gesetzentwurf der Opposition beraten
Vorschlag von EU-Justizkommissarin Viviane Reding für eine Frauenquote (Dokument der EU-Kommission) (Download)

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:01 Uhr

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