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Ausnahme für den Klimaschutz

Katar genehmigt erste Demonstration in der Geschichte des Landes

Arabische Jugendliche demonstrieren in Doha für mehr Engagement im Klimaschutz. (dpa / Denise Donnebaum)
Arabische Jugendliche demonstrieren in Doha für mehr Engagement im Klimaschutz. (dpa / Denise Donnebaum)

Arabische Länder sind nicht für ihren Einsatz gegen den Klimawandel bekannt. Das Emirat Katar, in dem gerade der UNO-Klimagipfel läuft, ist das Land mit dem höchsten Pro-Kopf-Ausstoß an Klimagasen. Trotzdem oder gerade deswegen gingen dort heute Umweltaktivisten auf die Straße.

Normalerweise sind politische Versammlungen im autoritär regierten Katar verboten. So war der offiziell genehmigte Marsch für besseren Klimaschutz am Vormittag eine Premiere, auch wenn es bei einem Klimagipfel schon größere Demonstrationen gegeben hat, wie Georg Ehring aus Katar berichtet. Etwa fünfhundert Umweltaktivisten liefen unter dem Motto "Eine Umwelt, ein Volk, eine Erde" über die Strandpromenade, je einen Kilometer hin und wieder zurück. Sie forderten die Golf-Monarchie und andere arabische Staaten zu verbindlichen Zusagen auf, ihre CO2-Emissionen zu senken.

Der katarische Aktivist Nasser Al-Khoori zeigte sich enttäuscht über die geringe Teilnehmerzahl: "Wir haben hier viel mehr erwartet", sagte er. Die Aktivisten waren dem Aufruf der Umweltschutzorganisation Doha Oasis gefolgt, unter den Organisatoren waren Gruppen wie die Global Climate Change Alliance und das Climate-Action Network International.

Halbzeit in Katar

Südafrikas Außenministerin Maite Nkoana bei der Eröffnung der Klimakonferenz in Doha/Katar (picture alliance / dpa)Südafrikas Außenministerin Maite Nkoana bei der Eröffnung der Klimakonferenz in Katars Hauptstadt Doha. (picture alliance / dpa)An der Klimakonferenz der UNO in Katar nehmen Vertreter von mehr als 190 Staaten teil. Sie beraten bis Ende nächster Woche über den Zeitplan für ein weltweites Klimaabkommen, das 2020 in Kraft treten und das Kyoto-Protokoll ablösen soll. Die Halbzeit-Bilanz der Konferenz ist nicht besonders gut. Die Erwartungen seien schon nicht hoch gewesen, aber die Klimakonferenz sei dabei, sie noch zu unterlaufen, berichtet Werner Eckert aus Doha. Das Hauptaugenmerk liege darauf, nicht hinter das bisherige Klimaabkommen, das Kyoto-Protokoll, zurückzufallen.

Schon vor Beginn der Konferenz hatten sich Experten skeptisch geäußert, ob die Konferenz ein Abkommen für besseren Klimaschutz zustande bringen würde. Der Politikwissenschaftler Oliver Geden findet, dass das bisher propagierte Ziel, die globale Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, nicht mehr zu halten ist. Im Deutschlandfunk sagte er, die Staaten müssten vermehrt konkretere Abkommen mit kleinen Schritte schließen statt ein großes Ziel anzupeilen, das niemand wirklich erreichen wolle. Auf einen ähnlichen Aspekt wies auch vorab der Polarforscher Arved Fuchs hin: "Das Problem liegt darin, dass es eben ein Problem ist, was man nicht von heute auf morgen erkennt", sagte er im Deutschlandradio Kultur. "In der langen Betrachtung wird es nur Verlierer geben und keine Gewinner, weil die Schäden, die Folgen dieser globalen Erwärmung die Volkswirtschaften in einem enormen Maße belasten werden."

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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:02 Uhr

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