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Ausnahmezustand in Teilen Birmas

Unruhen nach Streit zwischen Buddhisten und Muslime

Proteste gegen die Ermordung von Muslime durch Buddhisten (picture alliance / dpa / Nyein Chan Naing)
Proteste gegen die Ermordung von Muslime durch Buddhisten (picture alliance / dpa / Nyein Chan Naing)

In Teilen Birmas toben religiös motivierte Unruhen. Nach Morden an Muslimen sind nun Buddhisten getötet worden. Präsident Thein Sein verhängte daraufhin das Kriegsrecht über die betroffenen Gebiete und ein nächtliches Ausgangsverbot.

Im Westen Birmas, das auch Myanmar genannt wird, sind Spannungen zwischen Muslime und Buddhisten in offene Gewalt ausgebrochen, die das ganze Land anstecken könnte. Für einzelne Regionen entlang des Golfes von Bengalen verhängte Präsident Thein Sein deshalb den Ausnahmezustand. Er begründete die Entscheidung auf seiner Internetseite mit einem Blutbad, das Muslime anrichteten.

Spirale von Racheakten

Der jüngste Gewaltausbruch begann mit dem Mord von zehn Muslimen am vergangenen Sonntag durch eine wütende Menge Buddhisten. Sie wollten sich rächen für die Vergewaltigung und Ermordung einer Frau, für die drei muslimische Männer verantwortlich gemacht wurden.

Nun hatten Muslime Augenzeugen zufolge eine buddhistische Trauerfeier angegriffen. Dabei wurde fünf Buddhisten getötet. Hunderte Häuser, Geschäfte und ein Hotel wurden in Brand gesteckt. Soldaten sollen das Feuer auf diese Randalierer eröffnet haben. Etwa 100 Menschen seien verletzt worden. Ein Polizeisprecher sagte, rund 300 Menschen hätten nach einem Moschee-Besuch Steine auf Regierungseinrichtungen geworfen. Das Militär sei in die Gegend eingerückt und suche nach Menschen, die in die Berge geflüchtet seien. Wegen der Ausschreitungen gilt in der Provinz Rakhine jetzt eine nächtliche Ausgangssperre und ein Versammlungsverbot.

Proteste für Menschenrechte

Das südostasiatische Land gilt unter anderem wegen seines Umgang mit Menschenrechten international als isoliert. Die EU hatte zuletzt einige Sanktionen gelockert, als Anerkennung für die Reformbemühungen der Regierung und die Parlamentsnachwahl. Außenminister Guido Westerwelle mahnte jedoch zu weiteren Reformen.

Muslime sind in Birma in der Minderheit; 89 Prozent des Landes sind Buddhisten. Das Bundesland Rakhine, in dem sich der Bezirk Maung Thaw befindet, grenzt an das muslimisch dominierte Bangladesch. Viele Buddhisten betrachten einige der Muslime als illegale Siedler aus Bangladesch. Diese Minderheit der Rohingya besitzt keine birmanische Staatsangehörigkeit und ist in ihren Rechten stark eingeschränkt. Die Vereinten Nationen sehen die Rohingya als eine der am stärksten verfolgten Minderheiten der Welt.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:53 Uhr

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