Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Bahn gibt Klimawandel die Schuld

Technische Probleme beim ICE

Hoffentlich nicht mehr überhitzt: ein ICE im Bahnhof. (AP)
Hoffentlich nicht mehr überhitzt: ein ICE im Bahnhof. (AP)

Hitzestaus in den ICE machen den Prestige-Zug zu einem Imageproblem für die Deutsche Bahn. Dass die Klimaanlagen nur auf Spitzenwerte von 32 Grad ausgelegt seien, entspräche allerdings internationalen Normen, verteidigt Bahn-Chef Rüdiger Grube. Doch Kritiker sehen darin nicht das einzige Problem, bemängeln generelle strukturelle Probleme beim Bahn-Konzern.

Im Deutschlandfunk-Interview äußerte sich Rüdiger Grube, Vorstandschef der Deutschen Bahn, zu den Vorwürfen. Zunächst entschuldigte er sich erneut für die Probleme mit Klimaanlagen der ICE-Züge. Die jüngsten Vorfälle seien nicht akzeptabel, sagte Grube.

Zugleich wies er Kritik an der Bahn zurück. So sei die Auslegung der älteren Klimaanlagen auf Spitzenwerte von 32 Grad nicht Sache des Unternehmens, sondern entspreche einer internationalen Norm. Diese werde bei kommenden Generationen von Zügen automatisch angehoben. Die Überhitzungen ließen sich auch nicht auf Wartungsfehler zurückführen, betonte Grube.

Verständnis erntet der Bahn-Chef dafür nicht. Zuvor sagte der FDP-Verkehrspolitiker Patrick Döring, dass er es völlig unverständlich findet, wenn Klimaanlagen bestellt worden sind, die nur bis 32 Grad funktionieren. Im Deutschlandfunk-Interview forderte er die Nachrüstung der vorhandenen Klimaanlagen - und fragte, ob sich nicht der Schwerpunkt des Unternehmens ändern sollte hin zum Schienenpersonennah- und Schienenpersonenfernverkehr", sagte Döring. "Die Diskussion kann stattfinden, jederzeit, schon morgen können wir meinetwegen damit anfangen."

Strukturelle Probleme bei der Bahn

Winfried Wolf, Autor des Buches "Verkehr. Umwelt. Klima. Die Globalisierung des Tempowahns", sieht die Ursachen der aktuellen Probleme in Zusammenhang mit dem im Koalitionsvertrag festgeschriebenen Börsengang der Deutschen Bahn. Rüdiger Grube investiere offenbar lieber drei Milliarden Euro in den Zukauf eines europäischen Bus- und Schienenverkehrsbetreibers und nicht "in die Verbesserung der Qualität des Schienenverkehrs im Inland", sagte Wolf im Deutschlandradio Kultur.

Immer weniger Menschen am Bahnschalter

Vielleicht ein Problem ist auch die Fokussierung auf falsche Schwerpunkte: Grube wollte eine Fahrkarte am Automaten kaufen und hatte kein Kleingeld. Statt nun einfach die Kreditkarte zu zücken, fiel der Blick von Rüdiger Grube auf sein internetfähiges Mobiltelefon für den Fahrkartenkauf.

Diese Idee ist jedoch alles andere als kundenfreundlich, erschwert Bahn-Kunden weiter den Kauf einer Fahrkarte, wie der Wirtschaftsjournalist Lars Reppesgaard im "Politischen Feuilleton" im Deutschlandradio Kultur kritisierte.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:37 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 20:05 Uhr Studio LCB

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 19:05 Uhr Oper

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 19:00 Uhr Club der Republik

Aus unseren drei Programmen

Jüdisches Leben heute Warum es junge Israelis nach Berlin zieht

Wandgemälde einer deutsche Flagge mit Davidstern an der East Side Gallery in Berlin. Copyright: imageBROKER/EgonxBömsch (imageBROKER/EgonxBömsch)

19 Cent für einen Schoko-Pudding - mit einem Foto davon rief ein junger Israeli vor zweieinhalb Jahren seine Landsleute dazu auf, auch nach Deutschland zu kommen. Inzwischen leben Tausende hier. Eine Forschungsgruppe an der Bergischen Universität Wuppertal erforscht die Gründe.

50 Jahre "Sgt. Pepper´s"Musikgeschichte im Stereomix

The Beatles im Jahr 1967: Paul McCartney, George Harrison, Ringo Starr, John Lennon (v.l.n.r.) (imago / United Archives)

"Sgt. Pepper´s Lonely Heart Club Band" feiert kommende Woche sein 50-jähriges Erscheinen - und erstrahlt jetzt im neuen Glanz. Der Sohn des Beatles-Produzenten George Martin hat dem legendären Album ein technisches Update verpasst.

Zum Abschied von Fritz von Thurn und Taxis"Huiii! Ein Hüüüüne!"

Fritz von Thurn und Taxis kommt am Mittwoch (23.02.2011) zur Sky - 3D-Premiere der Oper "Lucrezia Borgia" in München (Oberbayern). (picture alliance / dpa / Volker Dornberger)

Wenn morgen Frankfurt und Dortmund im DFB-Pokalfinale aufeinandertreffen, hat einer sein Abschiedsspiel, der gar nicht auf dem Platz steht: Fritz von Thurn und Taxis, Sportreporter-Urgestein und Legende. Matthias Dell über einen der Großen dieser Zunft.

Manchester nach dem TerroranschlagAuf der Suche nach Normalität

Menschen zünden Kerzen für die Opfer des Attentates in Manchester an. (Chibane/MAXPPP/dpa)

Mindestens 22 Menschen starben, als sich ein Selbstmordattentäter auf einem Popkonzert in Manchester in die Luft sprengte. In der Trauer stehen die "Mancunians", die Bewohner der Stadt, zusammen und helfen sich gegenseitig - egal ob Ärzte, Taxifahrer oder Geistliche. Der Terror hat selbst im Fußball für Einigkeit gesorgt.

Neuro-Doping unter Studierenden"Großes Suchtpotenzial"

Die Grafik eines Kopfes, der mit Blitzen durchzogen ist. (imago / Science Photo Library)

Dank Pillen besser durch die Prüfung? Das praktizieren offenbar so viele Studierende, dass schon Dopingtests an Universitäten gefordert wurden. Der Neuroethiker Dieter Sturma lehnt das ab. Gleichwohl warnt er vor massiven Folgeschäden durch Neuro-Doping.

MietenexplosionKleines Gewerbe in großen Städten ist bedroht

Eine Mutter mit Kleinkind geht an einem Buchladen mit gebrauchten Büchern in der Weserstraße in Berlin-Neukölln vorbei, aufgenommen 2012 (picture alliance / ZB / Jens Kalaene)

Ein Teeladen, eine Buchhandlung, eine Bäckerei – sie alle bekamen zum Jahreswechsel die Kündigung, weil sie die geforderten Mieterhöhungen nicht zahlen können. Sechs Monate bleiben den drei Gewerbetreibenden aus Berlin – so lange läuft die Kündigungsfrist. Umziehen? Kämpfen? Oder kapitulieren?

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Großscheich al-Tayyeb  "Terrorismus kennt weder Religion noch Heimat" | mehr

Kulturnachrichten

Ökumenischer Jury-Preis in Cannes geht an "Hakari"  | mehr

 

| mehr