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Bahn: Stuttgart 21 besteht Stresstest

Gutachten soll am Dienstag vorgestellt werden

Gegner des Bahnprojekts Stuttgart 21 (AP)
Gegner des Bahnprojekts Stuttgart 21 (AP)

Die Deutsche Bahn geht davon aus, dass das umstrittene Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 den sogenannten Stresstest bestanden hat. Das gehe aus dem Gutachten des Schweizer Ingenieurbüros SMA hervor, das Simulationen zur Leistungsfähigkeit geprüft hatte. Bei der rot-grünen Landesregierung stößt das Gutachten auf Skepsis.

Wie die Bahn am Donnerstag unter Berufung auf Schlichter Heiner Geißler in Stuttgarte mitteilte, soll das Gutachten der SMA am kommenden Dienstag der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Die Gegner des Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 sprachen von einer "Alibiveranstaltung". Sie kritisierten die Vorgaben der Bahn für den Stresstest und wollen die Vorstellung des Gutachtens boykottieren.

Auch die rot-grüne Landesregierung unter Leitung des neuen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Bündnis90/Die Grünen) steht der Mitteilung der Bahn skeptisch gegenüber. Das Gutachten aus der Schweiz habe lediglich nachgewiesen, dass sich der umstrittene unterirdische Bahnhof auf der Grundlage einer wirtschaftlich optimalen Betriebsqualität betreiben lasse. Offen sei jedoch, ob sich dies auch aus Kundensicht sagen lasse. Hier gelte das härtere Kriterium einer "guten Betriebsqualität".

Geißlers Schlichterspruch sah vor, dass der unterirdische Bahnhof 30 Prozent leistungsfähiger sein muss als der bisherige Kopfbahnhof. Die Bahn hatte daraufhin einen Stresstest simuliert, den die SMA nachvollzogen und bewertet hat.

Die Gegner des unterirschen Bahnhofs hatten darauf gehofft, dass das Projekt den Stresstest nicht besteht und der Bahn neben den bisher geplanten Baukosten von rund 4,5 Milliarden Euro weitere Kosten für die Nachrüstung entstehen würden, was den Bau letztlich unrentabel machen würde.


Links auf dradio.de:

Nach wochenlangen Protesten der "Stuttgart 21"-Gegner kam es im Herbst 2010 zu einem Schlichtungsverfahren unter Leitung des CDU-Politikers Heiner Geißler. Am Ende des Verfahrens sprach sich Geißler für eine Weiterverfolgung des Bahnhofsprojekts unter dem Titel "Stuttgart 21 plus" aus, aber nur, wenn der Bahnhof bestimmte Auflagen erfülle:

"Aktuell" vom 1.12.2010: Kein schlichtes Ende für "Stuttgart 21" - Nach dem Schlichterspruch beharren die Parteien auf ihren ursprünglichen Positionen

"Aktuell" vom 30.11.2010: Geißler für "Stuttgart 21 plus" - Schlichter spricht sich für Weiterbau des Bahnhofsprojekts in Stuttgart aus



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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:43 Uhr

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