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Bahn will mehr Züge einsetzen

Veränderter Fahrplan voraussichtlich bis Jahresende

Erst informieren, dann buchen.  (AP)
Erst informieren, dann buchen. (AP)

Die Bahn ändert zur Weihnachtszeit kurzfristig die Fahrpläne. Auf den wichtigsten Nord-Süd- und Ost-West-Strecken sollen zusätzliche IC-Züge eingesetzt werden.

Davon profitieren werden unter anderem die Strecken Köln - Ruhrgebiet - Berlin und die Verbindung zwischen Hamburg - München beziehungsweise Hamburg - Stuttgart - Basel. Man reagiere damit auf den Kundenansturm angesichts der schwierigen Flug- und Straßenverhältnisse, erklärte das Unternehmen in Berlin, das zuvor selbst mit Zugausfällen und -verspätungen zu kämpfen hatte und sich dafür entschuldigte.

Der Vorsitzende des Bundestagsverkehrsauschusses, der Grünen-Politiker Winfried Hermann, machte Einsparungen bei der Bahn in den vergangenen Jahren für die Probleme mitverantwortlich. Wegen des damals geplanten Börsengangs gebe es bei der Wartung des Streckennetzes und beim Bau von Zügen inzwischen Rückstände, die so schnell nicht aufzuholen seien.

Angesichts des Winterchaos forderte er Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) auf, seine Koordinationsfunktion stärker wahrzunehmen. Es sei eine nationale Aufgabe, das Informationssystem für alle Verkehrsteilnehmer zu verbessern. Momentan sei man auf einem Niveau wie in den 50er-Jahren.

Weiter Diskussion um Lkw-Bestimmungen

Lkw durften wegen des Winterwetters zum Teil keine Autobahnen mehr befahren (AP)Lkw durften wegen des Winterwetters zum Teil keine Autobahnen mehr befahren (AP)Die Gewerkschaft der Polizei fordert bei Eis und Schnee ein bundesweites Tempolimit für Lastkraftwagen von 50 Kilometern pro Stunde. Zudem müsse in den Wintermonaten ein generelles Überholverbot für Lkw gelten, sagte der Vorsitzende der Organisation, Rainer Wendt, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Nur so lasse sich bei extremen Wetterverhältnissen verhindern, dass Menschen im Verkehr massenhaft zu Schaden kämen.

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Speditions- und Logistikverbandes, Heiner Rogge, sprach sich dafür aus, bei bestimmten Witterungsverhältnissen über eine Schneekettenpflicht nachzudenken. Im Übrigen vermisse er bisweilen einen professionellen Winterdienst. In diesem Punkt machten sich viele Kommunen das Leben leicht.

Der Hauptgeschäftsführer des nordrhein-westfälischen Städte- und Gemeindebundes, Bernd Jürgen Schneider, weist die anhaltende Kritik an den Streudiensten der Kommunen vehement zurück. Die Hauptverkehrsstraßen in Nordrhein-Westfalen würden Tag und Nacht gestreut - schließlich bezahlten "die Bürger mit ihrer Straßenreinigungsgebühr auch den Streudienst".

Bereits gestern hatte der Grünen-Politiker Winfried Hermann Verkehrsminister Peter Ramsauer Halbherzigkeit bei der Verschärfung der Wintervorschriften für Lkw und Busse vorgeworfen. Man sehe jetzt, dass Winterreifen nur für die Antriebsachse auf verschneiten Straßen nicht ausreiche.

Der FDP-Politiker Werner Simmling bestreitet hingegen jeglichen Einfluss der Logistik-Lobby auf die Entscheidung des Verkehrsministers - und hält eine Nachbesserung im laufenden Winter nicht für nötig. Man müsse jetzt erst einmal Erfahrungen mit der neuen Verordnung sammeln, sagte Simmling im Deutschlandfunk.

Warum Österreich den Winter so gut im Griff hat

Während viele Länder im Schnee versinken, läuft in der Alpenrepublik das meiste reibungslos. Einer der Hauptgründe ist die langjährige Erfahrung, die man bei der Bewältigung von Schneemassen hat - die Straßenmeistereien sind gut vorbereitet.(MP3-Audio zum Nachhören)

Weitere Informationen bei dradio.de

Schneefälle, glatte Straßen, vereiste Gleise und Flieger: Der Schnee hat Deutschland derzeit im Griff. Im Hamburger Hafen sind zum ersten Mal Eisbrecher im Einsatz. Abgesagt wurde auch das geplante DFB-Pokal-Achtelfinale zwischen dem Drittligisten TuS Koblenz und dem Bundesligisten 1. FC Kaiserslautern. Christina Speicher, Meteorologin beim Deutschen Wetterdienst in Offenbach bezeichnet die Schneemengen als etwas "Außergewöhnliches". Die Wetterexpertin hält weiße Weihnachten im ganzen Land für möglich.

Hausbesitzer und Mieter müssen bei Eis und Schnee den Gehweg vor ihrem Haus freischaufeln. Streuen gegen Glätte ist dabei Pflicht. Doch in den meisten Städten und Gemeinden darf das sehr wirksame, aber umweltschädliche Salz mittlerweile nur noch in Ausnahmefällen verwendet werden.

Besonders wetterfühlig sind die angesagten Touchscreen-Handys wie iPhone und Co. Wer seinem Gerät den Kältetod ersparen will, muss deshalb vorsichtig sein.

Informationen rund um die Verkehrslage

Verschiedene Verkehrsunternehmen bieten auf ihren Websites aktuelle Daten zur Verkehrslage an:

  • Deutsche Bahn: Die Deutsche Bahn informiert über die Lage im Nah- und Fernverkehr auf einer eigenen Schwerpunktseite Wintereinbruch. Wer mit einem internetfähigen Handy unterwegs ist, kann sich entweder per App oder auf der Website m.bahn.de informieren.

  • Autoverkehr: Aktuelle Informationen zur Verkehrslage gibt es beim Deutschlandradio.

  • Bus und Bahn vor Ort: Informationen über die Lage vor Ort erteilen hoffentlich die örtlichen Verkehrsverbünde. Wikipedia bietet eine Liste aller Verkehrsverbünde an.

  • Flugverkehr: Die einzelnen Airlines informieren über den Winter. Lufthansa hat so auch für Montag den Sonderflugplan inkraft gesetzt. Auf einer Infosite informiert die Fluggesellschaft über den Status aktueller Flüge. Und natürlich bieten auch die Flughäfen selbst Informationen. Deren Dachverband Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen bietet eine Linkliste mit Flughäfen an. Wer sich informieren will, an welcher Stelle sich sein Flieger gerade aufhält, kann das auf der Website Flightradar24.com machen.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:39 Uhr

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