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Bahnchef Mehdorn lädt Gewerkschaften zum Gespräch

Warnstreiks bei der Bahn gehen weiter

Ein Lokführer verschließt im Hauptbahnhof von Frankfurt am Main seine Lok, nachdem die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) zu einem Warnstreiks aufgerufen hatte. (AP)
Ein Lokführer verschließt im Hauptbahnhof von Frankfurt am Main seine Lok, nachdem die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) zu einem Warnstreiks aufgerufen hatte. (AP)

Im Tarifstreit bei der Deutschen Bahn setzt Konzernchef Mehdorn auf neue Beratungen. Das Spitzentreffen solle bereits am Mittwoch und nicht wie ursprünglich gemeldet am Donnerstag stattfinden, hieß es am Dienstagabend. Außerhalb der Verhandlungen hat Mehdorn die Gewerkschaften Transnet und GDBA (Gewerkschaft Deutscher Bundesbahnbeamten und Anwärter) sowie die Lokomotivführergewerkschaft GDL eingeladen und sie gleichzeitig aufgefordert, ihre Aktionen zu beenden.

Die Lokführer und Zugbegleiter verlangen Einstiegsgehälter von monatlich 2.500 Euro brutto. Das entspräche einer Steigerung von bis zu 31 Prozent. Separate Verhandlungen darüber hat die Bahn bislang abgelehnt. Transnet und GDBA verlangen sieben Prozent höhere Bezüge.

Warnstreiks bei der Bahn gehen weiter

Die Warnstreiks bei der Deutschen Bahn sollen am Mittwoch fortgesetzt werden. Ungeachtet einer Einladung von Unternehmenschef Mehdorn zu Gesprächen würden die Mitarbeiter zeitweise ihre Arbeit niederlegen, kündigte die Gewerkschaft Transnet an. Betroffen seien 13 Standorte, hauptsächlich in Hessen. Dagegen will die Gewerkschaft der Lokführer bis zu dem Treffen mit Mehdorn auf Streikaktionen verzichten. Die GDL fordert für das Fahrpersonal einen eigenen Tarifvertrag und will nicht zusammen mit Transnet und GDBA verhandeln. Mehdorn nannte das Verhalten der Lokführergewerkschaft erpresserisch. Man werde eine Spaltung der Beschäftigten nicht akzeptieren. Laut Bahnchef Mehdorn kosten die Warnstreiks das Unternehmen täglich einen zweistelligen Millionenbetrag.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) verteidigte ihre Haltung. Der Vorsitzende Manfred Schell sagte im Deutschlandfunk, die Lokomotivführer verdienten derzeit trotz ihrer verantwortungsvollen Tätigkeit nur etwa 1.500 Euro netto im Monat. Dies sei völlig unangemessen. (Text/Mp3-Audio)

Verkehr lahmgelegt

Am Dienstag hatten Zehntausende Bahnfahrer Einschränkungen hinnehmen müssen, nachdem die GDL zu einem vierstündigen Warnstreik aufgerufen hatte. In vielen Städten fuhren auch die S-Bahnen nicht.

Fahrgäste stehen im Hauptbahnhof in Berlin vor einer Informationstafel. (AP)Fahrgäste stehen im Hauptbahnhof in Berlin vor einer Informationstafel. (AP)GDBA-Chef Klaus-Dieter Hommel kritisierte die flächendeckenden Aktionen der Lokführer gleich zu Beginn des Streiks als überzogen. Auch das getrennte Vorgehen ihrer Gewerkschaft schade den Interessen der Bahnmitarbeiter, sagte Hommel im Deutschlandradio Kultur. Es zeige sich bereits jetzt, dass die Arbeitgeber versuchten, die Lage auszunutzen und die Gewerkschaften gegeneinander auszuspielen. (Text/ MP3-Audio)

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:23 Uhr

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