Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Ban warnt Assad vor Einsatz chemischer Waffen in Syrien

UNO-Generalsekretär fordert mehr Hilfen für Flüchtlinge

Ban Ki Moon besuchte in Jordanien eine Schule im Flüchtlingscamp Saatari (picture alliance / dpa / EPA / Jamal Nasrallah)
Ban Ki Moon besuchte in Jordanien eine Schule im Flüchtlingscamp Saatari (picture alliance / dpa / EPA / Jamal Nasrallah)

Die Gewalt in Syrien treibt immer mehr Menschen in die Flucht. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon mahnt mehr Hilfe an und warnt zugleich das Regime in Damaskus vor einem Chemiewaffeneinsatz. Russland hingegen weist den Verdacht zurück: Es gebe keine Beweise für solche Pläne.

Die Gewalt im Bürgerkriegsland Syrien könne nur mit einer politischen Lösung beendet werden, erklärte UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon bei seinem Besuch in der Türkei. "Die Kämpfe führen zu immer mehr Toten, zu Straßen voller Blut", sagte Ban. Er rief den Weltsicherheitsrat angesichts der Gewalt in Syrien erneut zu einem geeinten Vorgehen auf.

Zuvor hatte Ban ein Flüchtlingslager im Norden Jordaniens besucht. Dort forderte er mehr Hilfe für syrische Flüchtlinge. In den vergangenen Wochen habe sich die Zahl derer verdreifacht, die ihrem Land aus Furcht vor der anhaltenden Gewalt den Rücken gekehrt haben. "Wir können nicht die Augen zumachen, wenn Menschen leiden und sterben. Wir müssen ihnen helfen", sagte der UNO-Generalsekretär.

2,5 Millionen Syrer auf der Flucht

In Saatari in Jordanien leben derzeit rund 45.000 syrische Flüchtlinge, in ganz Jordanien 250.000. Dort ist das UNHCR im Einsatz. Die Vereinten Nationen hatten ihre Mitgliedsstaaten um Hilfszahlungen für syrische Flüchtlinge in Höhe von 250 Millionen Dollar gebeten. Weniger als die Hälfte davon sind bisher bei der UNO eingegangen. Derzeit wird die Gesamtzahl der Flüchtlinge auf 500.000 geschätzt, dazu kommen weitere zwei Millionen Menschen, die innerhalb Syriens in Notunterkünften leben.

Ban warnte den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad erneut vor einem möglichen Einsatz chemischer Waffen gegen die eigene Bevölkerung. Dies wäre ein "abscheuliches Verbrechen".

Russland, das als letzter bedeutender Verbündete Assads gilt, widersprach unterdessen US-Angaben über einen möglichen Chemiewaffeneinsatz der syrischen Regierung. "Wir haben keine Beweise für Pläne zur Anwendung chemischer Waffen", sagte der russische NATO-Botschafter Alexander Gruschko der Agentur Interfax zufolge. Russland habe jeden Bericht, dass Chemiewaffen transportiert worden seien, sorgfältig geprüft.

Zuvor hatten sich die USA besorgt über einen möglichen Chemiewaffeneinsatz gegen die Rebellen in Syrien gezeigt. US-Präsident hatte bereits im August mit einem militärischen Eingreifen in Syrien, falls Chemiewaffen eingesetzt würden.

Russland: "Patriot"-Pläne destabilisieren die Region

Gruschko warf der NATO zudem vor, sich mit der beschlossenen Stationierung von "Patriot"-Raketen in der Türkei bereits in den Syrienkonflikt einzumischen. "Wir sehen die Gefahr einer weiteren NATO-Beteiligung als Resultat von Provokationen oder Zwischenfällen an der Grenze", erklärte der Botschafter. Zuvor hatte Moskau bereits gewarnt, die "Patriot"-Pläne destabilisierten die Region. Die Flugabwehrraketen sollen die Türkei vor Raketen- und Luftangriffen aus Syrien schützen.

Unterdessen gehen die Kämpfe in Syrien weiter. Die Rebellen versuchen einen Ring um Damaskus zu ziehen und erklärten den internationalen Flughafen der Hauptstadt zum Kampfgebiet. Die Rebellen veröffentlichten ein Video, das sie auf einem erbeuteten Panzer in der Ortschaft Harasta zeigt. Seit Wochen nehmen die Gefechte um die Machtzentrale von Präsident al-Assad zu. Am Donnerstag waren in Syrien nach Angaben von Aktivisten mehr als 80 Menschen getötet worden. Am Freitag zählten sie bis zum frühen Abend ebenfalls mindestens 80 Tote. Die meisten Opfer soll es wieder im Großraum Damaskus gegeben haben.


Mehr zum Thema:

"Wir wissen, dass die Syrer chemische Waffen haben" - CDU-Politiker unterstützt Kabinettsbeschluss zu Stationierung von Patriot-Raketen in Türkei
Exil-Oppositioneller: Große Teile der Assad-Armee kampfunfähig - Ferhad Ahma über den Bürgerkrieg in Syrien
Van Aken: Begründung für Patriot-Einsatz in der Türkei "absolute Lüge" - Linken-Außenpolitiker warnt vor militärischer Eskalation
Es geht um mehr als um Raketenabwehrsysteme - Kabinett beschließt Türkei-Einsatz der Bundeswehr

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:02 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Fazit

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Freispiel

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Landtagswahl im SaarlandJubel bei der CDU, SPD reagiert enttäuscht

Anhänger der CDU jubeln am 26.03.2017 in Saarbrücken (Saarland) nach der Landtagswahl. (picture alliance/dpa - Oliver Dietze)

Bei der Landtagswahl im Saarland hat sich die CDU mit Gewinnen als stärkste Kraft behauptet, die SPD konnte nicht vom "Schulz-Effekt" profitieren. Der SPD-Kanzlerkandidat zeigte sich enttäuscht. Jubel gab es dagegen in der Union: Kanzleramtschef Peter Altmaier sprach von einem großartigen Vertrauensbeweis.

Leipziger Buchmesse 2017"Ohne Meinungsfreiheit gäbe es diese Branche nicht"

Besucher gehen am 23.03.2017 über eine Treppe mit den Schriftzug "Für das Wort und die Freiheit" auf der Buchmesse in Leipzig.  (dpa / Jan Woitas)

In Leipzig geht heute die Buchmesse zu Ende, der wichtigste Frühjahrstreff der Branche. Knapp 2500 Aussteller aus 43 Ländern präsentierten ihre Neuheiten – ein neuer Rekord für Leipzig. Der rege Besucheransturm sorgte zeitweilig für ein Verkehrschaos rund um das Messegelände.

Das perfekte Buch für den Moment… wenn du dein Deo vergessen hast

Damien verabscheut die Menschen. Sie sind nicht sauber, riechen nicht gut und essen schlechtes Zeug. Er hat sich zurückgezogen. Erst entdeckt erst seine Liebe zu Stinktieren, dann zu einer "Fischfrau". "Skunk" von Justin Courter ist das perfekte Buch für den Moment, wenn du dein Deo vergessen hast.

Buch über das männliche GeschlechtsteilDer Penis-Versteher

Detail des Gipsabgusses einer antiken Skulptur, die auf dem Campus der Friedrich-Schiller-Universität Jena aufgestellt ist (Foto vom 23.11.2010). Foto: Jan-Peter Kasper/FSU | Verwendung weltweit (dpa picture-aliance / Jan-Peter Kasper)

Kein Ratgeber für mehr Standfestigkeit, sondern eine unterhaltsame und kenntnisreiche Annäherung ans männliche Geschlechtsteil: Gerhard Staguhns "Der Penis-Komplex" ist ein erzählendes Sachbuch für Männer und Frauen – und ein Plädoyer dafür, die eigene Sexualität zu erforschen.

Humanitäre Katastrophe in Afrika"20 Millionen Menschen sind akut vom Hungertod bedroht"

Jean Ziegler bei der lit.Cologne 2017. (imago - APress)

Der Soziologe Jean Ziegler fordert mehr Mittel für das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen. Durch weniger Beitragszahlungen und Börsenspekulationen auf Grundnahrungsmittel könne die Organisation vom Hunger bedrohte Menschen in Afrika nicht ausreichend mit Hilfsmitteln versorgen, sagte er im Deutschlandfunk.

Agenda 2010"Es ist immer wieder gut, Dinge in Frage zu stellen"

BAMF-Chef Frank-Jürgen Weise nimmt am 25.02.2016 in Berlin im Haus der Wirtschaft an der Veranstaltung "Ankommen in Deutschland", dem Aktionsprogramm der Industrie- und Handelskammern zur Integration von Flüchtlingen teil. (picture alliance / dpa / Kay Nietfeld)

Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, hat die Agenda 2010 gelobt und sich zugleich für Änderungen ausgesprochen. Berufe, Arbeitsverträge und Arbeitsorte veränderten sich. Deshalb könne man erwarten, dass die Politik diese Entwicklungen nach vorne gerichtet unterstütze, sagte er im Deutschlandfunk.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Vorläufiges amtliches Endergebnis  CDU ist klarer Sieger bei Saarland-Wahl | mehr

Kulturnachrichten

Lincke-Ring für Wolfgang Niedecken  | mehr

 

| mehr