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Bariton von Weltrang

Zum Tod von Dietrich Fischer-Dieskau

Der Sänger Dietrich Fischer-Dieskau starb kurz vor seinem 87. Geburtstag. (AP Archiv)
Der Sänger Dietrich Fischer-Dieskau starb kurz vor seinem 87. Geburtstag. (AP Archiv)

Der Lied- und Opernsänger Dietrich Fischer-Dieskau ist im Alter von 86 Jahren im bayerischen Berg am Starnberger See gestorben, wie seine Familie mitteilte. Mit seinen Franz-Schubert-Interpretationen erlangte der Bariton Weltruhm.

Seine Sängerkarriere hatte der gebürtige Berliner Fischer-Dieskau 1948 an der Städtischen Oper Berlin begonnen. Als am 24. September 1961 die neu errichtete Deutsche Oper Berlin mit einem Staatsakt ihrer Bestimmung übergeben wurde, brillierte Fischer-Dieskau bei der Eröffnungspremiere mit Mozarts "Don Giovanni" in der Titelrolle.

Während seiner Laufbahn sang er an allen wichtigen Musiktheatern der Welt und nahm mehr als 400 Schallplatten auf. Er galt als Meister des romantischen Liedgesangs, vor allem seine Interpretationen von Franz Schuberts "Winterreise" bleiben untrennbar mit seinem Namen verbunden.

Dietrich Fischer-Dieskau unterrichtete außerdem jahrelang an der Hochschule der Künste in Berlin und hatte auch als Dirigent, Musikpädagoge und Schriftsteller Erfolg. Er war in vierter Ehe mit der Sopranistin Julia Varady verheiratet. Aus seiner ersten Ehe hatte er drei Kinder.

Die Kammersängerin Brigitte Fassbaender bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes in der Bayerischen Staatskanzlei in München. (picture alliance / dpa / Frank Leonhardt)Für Kammersängerin Brigitte Fassbaender war Fischer-Dieskau eine "singuläre Erscheinung". (picture alliance / dpa / Frank Leonhardt)

Trauer um ein "großes Vorbild"

"Er war für mich immer einer der ganz, ganz Großen", erinnerte die Kammersängerinsängerin und Theaterintendantin Brigitte Fassbaender im "Radiofeuilleton" von Deutschlandradio Kultur an Dietrich Fischer-Diskau, der für sie Mentor und Vorbild gewesen sei. Sie habe zwar gewusst, dass ihr Kollege sehr krank gewesen sei, trotzdem sei sie "total geschockt" von der Nachricht seines Todes. Fassbaender erinnerte daran, dass sie am Anfang ihrer Karriere das Glück gehabt habe, gemeinsam mit Fischer-Dieskau auf der Bühne stehen zu dürfen, was sie als "ungeheure Auszeichnung" empfunden habe. Der Sänger sei "ein hoch empfindsamer Mensch von großer geistiger Klarheit" gewesen. "Für alle, die mit ihm gearbeitet haben, war er immer in hohem Maße auch Vorbild. Er war einfach eine natürliche, große Autorität."

Vor nicht allzu langer Zeit war ein ORF-Konzertmitschnitt von 1964 aufgetaucht, der jahrzehntelang als verschollen gegolten hatte. Abweichend von der üblicheren Besetzung mit einem Tenor und einem Mezzosopran sangen hier der Bariton Dietrich Fischer-Dieskau und der Tenor Fritz Wunderlich, begleitet von den Wiener Symphonikern, den großen Zyklus "Das Lied von der Erde" von Gustav Mahler. Mit großem technischen Aufwand wurde das Material restauriert und erschien 2011 zum 100. Todestag des Komponisten als CD. So bot sich erneut die Möglichkeit, die "Sängerlegende" auf dem Gipfel seiner Karriere zu erleben, wie der Deutschlandradio-Kultur-Musikkritiker Wilfried Bestehorn die Neuerscheinung bewertete.

Programmhinweis:
Um 22.00 Uhr erinnern wir unter dem Titel "Zum Glück hat man uns nicht vermarktet!"in der Sendung "Einstand" im Deutschlandradio Kultur an den verstorbenen Dietrich Fischer-Dieskau.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:52 Uhr

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