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Bartsch beharrt auf Kandidatur für Linken-Vorsitz

Debatte um künftige Doppelspitze geht weiter

Von Gerhard Schröder, Hauptstadtstudio

Wer soll künftig zum Führungsduo bei den Linken gehören? (AP)
Wer soll künftig zum Führungsduo bei den Linken gehören? (AP)

Dietmar Bartsch will weiter Vorsitzender bei den Linken werden, Katarina Schwabedissen auch - aber nicht zusammen mit Bartsch. Noch-Partei-Chef Klaus Ernst bringt unterdessen die Lafontaine-Lebensgefährtin Sahra Wagenknecht ins Spiel.

"Aufstehen und sagen: Wir geben nicht auf, das ist das, was ich verkörpere", sagt Katarina Schwabedissen, die als Spitzenkandidatin der Linken in Nordrhein-Westfalen magere 2,5 Prozent der Stimmen erreichte. Und nun gemeinsam mit Katja Kipping für den Bundesvorsitz kandidieren will.

"Uns geht's darum, die Partei zusammen zu führen und Schluss damit zu machen, dass die Pole aufeinanderprallen."

Dietmar Bartsch, dem Gegenspieler von Oskar Lafontaine, traut Katarina Schwabedissen das eher nicht zu. Er polarisiert, wird eindeutig einem Flügel zugeordnet, nämlich den ostdeutschen Realos. Eine Doppelspitze mit dem früheren Bundesgeschäftsführer schließt Schwabedissen im ZDF aus:

"Das habe ich schon vor einem halben Jahr ausgeschlossen und das schließe ich jetzt wieder aus."

Bartsch dagegen hält nach dem Rückzug von Oskar Lafontaine an seiner Kandidatur fest. Er habe seinen Hut vor einem halben Jahr in den Ring geworfen. Und nun keinen Grund, dies zu revidieren, sagte Bartsch im ZDF:

"Diese Ausschließeritis oder etwa diese Aufforderung zu kandidieren oder nicht zu kandidieren, die helfen uns überhaupt nicht weiter. Wir haben einen Souverän, der entscheidet. Und das ist der Parteitag. Und ich kann nur raten, dort im Vorfeld nicht zu sagen, mit Dem nicht, mit Der. Wir müssen gemeinsam zu einem Aufbruch kommen."

Der stellvertretende Parteivorsitzende Ulrich Maurer hatte Bartsch gestern aufgefordert, nach dem Verzicht Lafontaines ebenfalls seine Kandidatur zurückzunehmen, was bei den Unterstützern Bartschs auf scharfe Kritik stieß. Klaus Lederer, der Landeschef der Linken in Berlin, warnte im Deutschlandfunk davor, von oben herab bestimmen zu wollen, wer kandidieren soll und wer nicht.

"Ich glaube das hilft uns jetzt überhaupt nicht weiter. Diese Art von Debatte muss endlich aufhören. Wir sind jetzt in so einer offenen Situation. Und die fordert allen Kandidierenden, aber jenen, die sagen, wir halten uns jetzt ein Stück da raus, ein großes Maß an Rationalität, an Weitblick und Verantwortungsbewusstsein."

Klaus Ernst, der amtierende Parteichef, wiederum brachte die stellvertretende Fraktionschefin der Linken im Bundestag und Lebensgefährtin von Oskar Lafontaine, Sahra Wagenknecht, als Kandidatin für den Vorsitz ins Gespräch.

"Sie hat Ausstrahlung weit über die Partei hinaus, ich halte sie für besonders geeignet als Vorsitzende"," sagte Ernst der Süddeutschen Zeitung.

Wagenknecht hatte in der Vergangenheit Ambitionen auf den Parteivorsitz mehrfach bestritten, schloss eine Kandidatur nun aber nicht mehr aus.

""Ich hoffe, dass diese Variante nicht notwendig sein wird und wir trotzdem eine gute Lösung finden werden"," sagte Wagenknecht. Sie finde die Vorstellung einer weiblichen Doppelspitze mit Katja Kipping und Katarina Schwabedissen sehr charmant.

Es sei Zeit für einen Generationenwechsel an der Spitze der Partei, sagte auch ihr Lebensgefährte Oskar Lafontaine. Zu den Ambitionen von Sahra Wagenknecht wollte er sich nicht äußern. Dass er ihr den Job zutraut, daran ließ er in der ARD aber keinen Zweifel.

""Ich würde sagen, da sollte man andere urteilen lassen. Ich habe den Eindruck, dass sie nicht so schlecht beurteilt wird."

Das Kandidatenkarussell bei der Linkspartei nimmt also weiter Fahrt auf. Eine Woche dreht es sich noch, dann haben die Delegierten das Wort.

Mehr zum Thema bei dradio.de:

Zwei Frauen gegen Dietmar Bartsch
Die Linken suchen nach einem Führungsteam
Ex-Linkenchef Lafontaine will doch nicht kandidieren

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:52 Uhr

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